Kunterbunte Frauenfasnet in der Ketterer-Halle / Sketche und Tanzeinlagen
Von Francesca Hermann
Schönwald. Wenn ein ganzer Saal voller Frauen ausgelassen feiert, klatscht, singt und einfach nur Spaß hat, steht fest: es ist wieder Frauenfasnet in Schönwald.
Und was die Katholische Frauengemeinschaft in diesem Jahr wieder in der Uhrmacher-Ketterer-Halle auf die Beine gestellt hatten, begeisterte die Besucherinnen zu Recht.
Die Vorsitzende Rita Hirt begrüßte die Gäste, bevor sie das Wort an ihre Tochter Anja Maier weitergab. Diese verstand es, auf bewährt charmante und witzige Art als "Wießebe Wieble" durch das Programm zu führen. Und man durfte einmal mehr staunen, welch vielfältige und schicke Garderobe sie bei ihren Ansagen präsentierte.
Den ganzen Abend über sorgten die zwölf Aktiven der katholischen Frauengemeinschaft für einen Lacher nach dem anderen.
So gab es heftigste Streitereien über den richtigen Wochentag beim Sketch "Zieschdig un Dunnschdig" und beim Blick auf ein "Bänkle" erfuhren die Gäste einiges über die Beschwerden des Älterwerdens.
Was eine "Gesundheitsreform" alles mit sich bringen kann, ließ einem Angst und Bange werden. Bei der sehr sparsamen aber durchaus disziplinierten Reform in Schönwald wurde nicht nur das Klopapier, die Zahnbürste und der Gute-Nacht-Kuss geteilt, auch die Bettpfannen wurden gemeinsam geleert.
Alles "nu kei deitsch" sprachen Bruno und Hildegard miteinander, denn Bruno hatte seine liebe Müh mit den Fremdwörtern.
Bei "Johann(es)a und der Bürgermeister" bekam Bürgermeister Schmidt manch brauchbaren Tipp, was er als Rentner alles machen kann. Außerdem wurde hier endlich klar, warum die "Burgmauer" in Schönwald so grün ist.
Ein besonderes Glockengeläut erlebten die Närrinnen beim "Abendläuten" mit klingenden Höschen.
Dass ein Wetterhäusle nicht nur das Wetter anzeigen kann, sondern auch über das Ortsgeschehen berichtet, wurde anschließend deutlich. So berichtete das Trachtenpaar etwa vom Besuch des falschen Leichenschmaus, vom vergessenen Mann im Fango-Becken oder von der Verwechslung von Haarspray und Deo.
"Ohne Lord" dafür aber mit um so mehr Taktgefühl präsentierten die Frauen anschließend einen tollen Stepptanz.
"Die sagen euch was Sache ist und das schon jahrelang", kündigte Anja Maier schließlich die "Tramps" an. Längst kennen die Frauenfasnet-Besucherinnen den Refrain und sangen lautstark mit. Die "Tramps" berichteten von allerhand Tratsch und Klatsch, wussten etwa dass schon bei der Einschulung bilingualer Unterricht stattfindet oder dass Musical-Termine und die dazu passenden Friseur-Besuche auch gern mal verwechselt werden.
Das "Wießebe Wieble" musste Tränen vergießen. "Nun sind Sie noch acht Monate und 26 Tage unser Bürgermeister", sagte sie zu Hans-Georg Schmidt. Viele würden sich zur Wahl für dessen Nachfolge aufstellen lassen, nur um einmal bei der Frauenfasnet dabei sein zu dürfen, meinte sie. Zu Schmidts Outfit bemerkte das "Wießebe Wieble" empört: "Jetzt ist es sein letztes Jahr und da kommt er zum ersten Mal verkleidet."
Schlumpfig ging der Abend zu Ende, denn die blau-weißen Schlümpfe tanzten mit Vader Abraham ausgelassen auf der Bühne. Für die musikalische Unterhaltung sorgte Helmutine (Helmut) Winterhalder aus Furtwangen.
Die Programmpunkte des Abends bestritten: Helga Hettich, Simone Pfaff, Solveig Hettich, Christa Duffner, Friederike Spath, Johanna Pes, Anja Maier, Rita Hirt, Conny Lienert, Edith Tapal, Anneliese Kuner und Margit Klausmann.
Den Überschuss der Spendeneinnahmen wollen die Aktiven der katholischen Frauengemeinschaft Familie Haas vom Katzensteig überbringen, die beim Brand ihres Hauses alles verloren hat.