Mobile Küche vor der Schule: Sichtlich Spaß haben die Grundschüler im Foodtruck von Anne Rausch (Mitte) aus Schallstadt. Fotos: Nagel Foto: Schwarzwälder Bote

Bildung: Auch Esskultur und ökologische Aspekte sind Themen / Kooperation mit Naturpark Südschwarzwald

Schönwald. Eine Premiere gab es jetzt in der Richard-Dorer-Schule: Im Rahmen der Kooperation mit dem Naturpark Südschwarzwald fand zum ersten Mal das Projekt Kochschule statt, bei dem die Kinder mehr über regionales Essen erfahren sollten.

 

Das Projekt hatte sich die Schönwälder Grundschule als erste im Gebiet des Naturparks gesichert, wie Schulleiter Bernhard Läufer im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten betont. Deshalb waren auch die zuständigen Referenten Chiara Schuler und Reinhard Müller, die in der Geschäftsstelle des Naturparks auf dem Feldberg für Bildung und nachhaltige Entwicklung zuständig sind, in die Schwarzwaldgemeinde gekommen. "Im Naturpark gibt es 28 sogenannte Naturparkschulen", erklärt Müller. Ziel der Schulpartnerschaften sei es vor allem, gewachsene Kultur zu vermitteln. Dazu zählten lokale Speisen genauso wie die Mundart. "Nur was ich kenne, kann ich nutzen und schützen", so Müller.

Leitgedanke der Naturpark-Kochschule sei die Sensibilisierung und Motivation von Kindern, sich im alltäglichen Leben mit dem Thema gesunde Ernährung vor dem Hintergrund eines nachhaltigen und regionalen Produkteinsatzes auseinanderzusetzen. "Neben Ernährungsbildung und Spaß am Kochen stehen vor allem auch Tradition und Esskultur sowie ökonomische und ökologische Aspekte im Vordergrund", erläutert Müller.

"Seit Mai 2015 sind wir Naturparkschule", sagt Rektor Läufer.

Der Bewerbungsprozess sei aber langwierig und anstrengend gewesen. Zunächst galt es, zehn unterschiedliche Module zu entwickeln, sodass die Schüler jeder Klasse drei bis vier Mal im Jahr mit der Natur und Tradition ihrer Heimat in Kontakt kommen würden.

Neben dem Besuch des Uhrenmuseums in Furtwangen steht unter anderem eine Kräuterwanderung und seit Neuestem auch eine Einheit zum Thema "Sagen und Landschaft" im Modulplan der Schönwälder Schule.

"Jetzt sind wir auf dieses Projekt aufmerksam geworden", zeigt sich Läufer stolz über den Foodtruck, an dessen Bord die ausgebildete Ernährungsberaterin Anne Rausch extra aus Schallstadt im Markgräflerland in den Schwarzwald gekommen war. "Bei euch ist es noch ganz schön kalt", scherzte die Ernährungsberaterin aus der milden Weinbauregion, die für die Schüler im Klassenraum vier verschiedene Stationen vorbereitet hatte.

Für die lange haltbaren und selbst hergestellten Nahrungsmittel gab es Einmachgläschen. Die Etiketten durften die begeisterten Viertklässler zudem noch selbst gestalten. Zuvor aber schnitten sie begeistert Karotten, Kartoffeln und anderes saisonales Gemüse und bereiteten daraus leckere Snacks zu, die sie schließlich einlegten.

Im Foodtruck selbst befand sich auch eine Station. Dort konnten sich die Jungen und Mädchen Tipps von der Fachfrau holen. Hilfe bekamen die Schüler zudem von Klassenlehrerin Silvia Schöne und einigen Müttern.

Bezahlt wurde die Aktion, die sich fast über fünf Schulstunden erstreckte, vom Naturpark, der dafür Fraktionsmittel der CDU für Bildungszwecke nutzte.

Der Naturpark Südschwarzwald umfasst ein 394 000 Hektar großes Gebiet und

reicht von Herbolzheim und Triberg im Norden bis nach Waldshut-Tiengen und Lörrach im Süden. Im Westen schließt er die Vorbergzone bis Freiburg und Emmendingen ein, nach Osten dehnt er sich bis Donaueschingen und Bad Dürrheim auf der Baar-Hochebene aus. Der Naturpark wurde am 1. Februar 1999 gegründet. Der Naturpark Südschwarzwald ist einer von sieben Naturparks Baden-Württembergs.