Barbara Zipfel arbeitet am Schönwälder Narrenblättle Hirtebue. Bereits seit 2018 ist sie die Chefredakteurin. (Archivfoto) Foto: Barbara Zipfel

Bis all die amüsanten Missgeschicke der Bürger zu Papier gebracht sind, haben Barbara Zipfel und ihr Team viel Arbeit. Jetzt gibt es die neue Ausgabe des „Hirtebue“ druckfrisch.

Im Jahr 1972 wurde die Narrenzunft Schönwald – Zunft der Hirtenbuben - gegründet. Bereits drei Jahre nach der Gründung ging das erste Narrenblättle in Druck und berichtet seither von großen und kleinen Missgeschicken der Schönwälder Bürger.

 

Die amüsanten Anekdoten des Schwarzwalddorfes werden jedes Jahr aufs Neue zumeist in Versform und in „Schewälder Mundart“ zu Papier gebracht.

Im Laufe der Zeit habe sich vieles geändert, nicht nur das Deckblatt, sondern auch dessen Erstellung, schildert Barbara Zipfel, seit 2018 verantwortliche Redaktionsleiterin. Nicole Willmann ist verantwortlich für Anzeigen und Inserate, Blasius Willmann baut das Ganze zusammen.

Mittlerweile laufe vieles digital und online. Nach wie vor aber gehen die Macher der närrischen Zeitung das Erstellen mit viel Begeisterung an, auch wenn damit Arbeit und Zeitaufwand verbunden seien. Bereits lange vor der fünften Jahreszeit hängt ein Briefkasten am einstigen „Ganter-Beck“ in der Ortsmitte und sammelt die teils handgeschriebenen Beiträge.

Notfalls wird nachgehakt

„Mittlerweile gehen die Beiträge hauptsächlich per Mail ein. Teilweise sind diese schon so interessant geschrieben, dass kaum Änderungen nötig sind“, freut sich Barbara Zipfel. Oftmals bekomme man aber auch nur einzelne Sätze geliefert. Diese dann in ein stimmiges Format zu bringen, erfordere viel Zeit und Kreativität. „Wenn ich absolut nicht weiterkomme, weil die eingereichten Worte für mich keinen Sinn ergeben, greife ich zum Telefon und rufe den Einsender an. Im Gespräch lässt sich klären, wie sich der geschilderte Fall zugetragen hat. Es soll ja richtig wiedergegeben werden“, beschreibt sie ihre Recherchearbeiten.

Zettel landen in der Box

Einzelne Anekdoten bekomme man auch im Laufe des Jahres erzählt. Diese notieren sich das Team in Stichworten. „Die Zettel landen dann in der Narrenblättle-Box und werden sukzessive abgearbeitet“, zeigt sie unterjährige Fortschritte auf. Auch Bilder würden eingeschickt. „Ich finde es immer wieder interessant, welche Geschichten dabei entstehen. Dafür brauche ich aber Zeit, um den Gedanken freien Lauf zu lassen“, freut sich die Macherin. Die Schwierigkeit in diesem Jahr liege vor allem in der Kürze der Zeit – schon in zwei Wochen sei ja alles vorbei. „In der Regel gehe ich das Ganze entspannt an, doch kurz vor Redaktionsschluss kommt richtig Stress auf. Beiträge gehen noch ein, die umgeschrieben werden müssen oder kommen so auf den letzten Drücker, dass sogar Nachtschichten gefahren werden müssen“, räumt sie im Gespräch mit der Redaktion ein.

Ein ganzes Lese-Team

Gerade das Korrekturlesen erfordere nochmal die ganze Aufmerksamkeit, denn das Narrenblättle solle möglichst fehlerfrei in den Druck gehen. Hier sei dann ein mehrköpfiges Team im Einsatz und schlage sich lesend die Nächte um die Ohren.

„Bei aller Anstrengung ist man dann glücklich und froh, wenn die gedruckte Ausgabe erscheint und verkauft werden kann“, erklärte Barbara Zipfel, der es immens wichtig ist, weiterhin die närrischen Traditionen zu pflegen, „auch wenn dies viel Einsatz und Überzeugung für die Sache erfordert“. Sie sei guten Mutes, „dass wir unsere Schewälder Fasnet leben und feiern können. Narri, Narro“, freut sich Barbara Zipfel bereits auf die hohen Tage.

Verkauf

Jetzt erhältlich
Diesen Samstag, 7. Februar, startet der Verkauf des Narrenblättle von Haus zu Haus und, wie gewohnt, am Verkaufsstand.