Barbara Steinlein gestaltet seit rund zehn Jahren die Jahreslosung für die Kirchengemeinde Schömberg. Dieses Mal fiel ihr das leicht.
Wenn Barbara Steinlein malt, dann will sie mit ihrer Kunst Menschen erreichen: So erzählte es die Schömbergerin einst im Gespräch mit unserer Redaktion.
Kunst begleitet die 60-Jährige schon ihr ganzes Leben lang. Als Gymnasiastin wählte sie den Kunstleistungskurs, später absolvierte sie berufsbegleitend ein Grafikdesignstudium. Bei einem Künstler in Bad Wildbad habe sie dann so richtig das Malen gelernt.
Steinleins Werke sind vielseitig, Motive und Stil variieren stark. Doch eines ist seit gut zehn Jahren gleich geblieben: Dass sie für die evangelische Kirchengemeinde Schömberg jedes Jahr die aktuelle Losung gestaltet.
Dieses Jahr fiel es ihr leicht, ein Motiv zu finden
Ausgewählt wird dieser Bibelvers, der Christen durchs Jahr begleitet, von der Ökumenischen Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen (ÖAB). Die Jahreslosung 2026 steht in Offenbarung 21, 5. Dort heißt es: „Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!“ Auch diesen Vers hat Barbara Steinlein wieder künstlerisch umgesetzt.
Dieses Jahr sei es ihr relativ leicht gefallen, ein Motiv zu gestalten, berichtet sie. Bis sie dort hingelangte, war es aber wie immer ein Prozess. „Ich denke da nicht direkt nach. So würde ich das nicht nennen“, erklärt sie. Stattdessen klebe sie gleich im Januar die Jahreslosung des folgenden Jahres auf die Tastatur ihres Laptops. „Dann lese ich noch die entsprechende Bibelstelle im Kontext. Das geht dann mit mir um.“
Losung hat sie bei Arbeit immer im Blick
Darüber hinaus besucht Steinlein gern Kunstausstellungen, Messen und liest Zeitung. So lässt sie sich inspirieren. „Für mich ist es wichtig, die Aktualität der Bibel auch in der heutigen Zeit vor Augen zu führen“, erläutert die dreifache Mutter.
Da sie die Jahreslosung täglich bei der Arbeit vor Augen hat, „kommt es dann manchmal unvermittelt, bei irgendeinem Input zu einer Inspiration und ich stelle mir das Bild vor“.
In diesem Jahr dominiert darauf die Farbe Blau: Zu sehen ist die Erde, und ein Mann von hinten, der auf sie zuläuft – Jesus oder Gott, wie Steinlein erläutert. „Die Erde liegt vor ihm.“ Er sieht beschwert aus und wirkt bedrückt.
Laut Steinlein ist Zeit für Besinnung
Was sich die Künstlerin dabei gedacht hat? „Wir leben in einer sich rasant verändernden Welt mit krassen Widersprüchen und starker Polarisierung. Reiche werden reicher und Arme ärmer. Es gibt alternative Wahrheiten, und manchmal denke ich, wir bewegen uns jenseits von Gut und Böse“, meint Barbara Steinlein. „Normen werden verdreht, Lügen sind legitim und geduldet, Unrecht wird zu Recht.“
Nun ist es aus ihrer Sicht Zeit für Besinnung: „Wonach richten wir uns aus? Was ist übergeordnet und sollte die Grundlage unseres Denkens sein?“
Solche Fragen stellt sie und findet in der Jahreslosung die Antwort. „Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu.“
Regeln aus Bibel „halten Gesellschaft zusammen“
Steinlein ist Christin und in der Kirche engagiert. Und diese Jahreslosung, die spricht sie an, das klingt aus ihren Worten heraus. Im Bibeltext sei die Rede von einer neuen Erde ohne Tod und Trauer, und ohne Schmerz. Und alle Menschen, die an Gott glauben und entsprechend leben, werden einmal das ewige Leben haben werden, daran glaubt die Christin fest.
Deshalb zieht sie aus dem, was sie in der Offenbarung liest, auch den Schluss, dass es eben nicht egal ist, wie wir uns heute hier auf unserer Erde verhalten.
Aus ihrer Sicht lohnt es sich, sich an Regeln aus der Bibel zu halten. „Diese halten auch unsere Gesellschaft letztlich zusammen“, erklärt die 60-Jährige: „Gebote wie Nächstenliebe, Gerechtigkeit, Bewahrung der Schöpfung, Frieden und Solidarität.“
Da kann das Weltgeschehen noch so turbulent sein: Die Botschaft der Jahreslosung schenkt Barbara Steinlein Zuversicht. Als Postkarte kann diese Zuversicht auch vielen anderen in den Briefkasten flattern.
Die von Barbara Steinlein gestaltet Losung ist als Postkarte im Gemeindebüro der Kirchengemeinde Schömberg zu haben. Richtwert pro Karte ist ein Euro: Das Geld kommt als Spende dem Gemeindehaus zugute.