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Schömberg Zehn Asylbewerber beziehen Pfarrhaus

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Schömberg- Langenbrand. Jetzt sind zehn Asylbewerber aus Eritrea ins evangelische Pfarrhaus in Langenbrand (Kirchenbezirk Neuenbürg) eingezogen. "Wir freuen uns sehr auf die Flüchtlinge und überlegen, was wir als Kirchengemeinde anbieten können", sagt der Landessynodale und Vorsitzende des Lan­genbrander Kirchengemeinderats, Martin Wurster. Bei einem kleinen Empfang hieß die Kirchengemeinde die Flüchtlinge willkommen, heißt es in einer Pressemitteilung der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.

Die Pfarrstelle in Langenbrand ist derzeit nicht besetzt. Im Pfarrplan ist keine Wiederbesetzung vorgesehen.

Die Pfarrwohnung im Obergeschoss ist nicht belegt. Der Kirchengemeinde steht in dem staatlichen Pfarrhaus die Nutzung zu. Sie hat die Wohnung zunächst für drei Jahre an die Gemeinde Schömberg vermietet, damit die Flüchtlinge dort einziehen können.

"Wer jeden Tag um Leib und Leben fürchten muss, wer am Abend nicht weiß, wie er am nächsten Tag sich und seine Familie ernähren kann, wer vom Leben ausgeschlossen ist, der sucht nach Auswegen. Das haben auch unsere Vorfahren in Baden-Württemberg getan", betont der zuständige Reutlinger Prälat Christian Rose. "Wir sollten nie vergessen, wie gut es uns geht und wie viel andere Nationen für unser Land getan haben, damit es uns so gut geht."

Flüchtlinge aufzunehmen, sei für Kirche und Diakonie das Gebot der Stunde und der Auftrag, den Jesus seiner weltweiten Kirche gegeben habe, so Rose.

Insgesamt stellen die Evangelische Landeskirche und ihre Diakonie derzeit Plätze für mehr als 800 Flüchtlinge zur Verfügung, davon etwa 160 für unbetreute, minderjährige Flüchtlinge. Darüber hinaus wird oft in Kooperation mit anderen Organisationen oder mit den Kommunen vor Ort einer weitaus größeren Zahl von Flüchtlingen geholfen.

Im Kirchenbezirk Neuenbürg gebe es in sechs Kirchengemeinden aktive Helferkreise, erklärt der Asylpfarrer des Kirchenbezirks, David Gerlach. Darüber hinaus beteilige sich der Kirchenbezirk an der Schaffung zweier Stellen, die ihren Schwerpunkt in der Betreuung Ehrenamtlicher in der kirchlichen Flüchtlingsarbeit haben sollen.

"Wir sehen unseren Platz an der Seite der Kommunen und all der Menschen, die sich für Flüchtlinge einsetzen", betont Prälat Rose. Er verweist darauf, dass sich viele Kirchengemeinden der Prälatur Reutlingen für Flüchtlinge engagieren, zusammen mit anderen in Asylcafés als Ansprechpartner zur Verfügung stehen, Flüchtlinge bei Behördengängen begleiten, gespendete Fahrräder und Kleidung vermitteln oder auch Wohnraum zur Verfügung stellen.

"Es ist jetzt die Zivil- und Christencourage aller gefordert, sich für einen menschenwürdigen Umgang mit Flüchtlingen einzusetzen. Es dürfen keine weiteren Flüchtlings- und Asylbewerberheime brennen", sagte Rose.

 
 

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Ralf Klormann

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