Verbandsgeschäftsführer Stephan Reuß Foto: Schwarzwälder Bote

Kommunales: Kämmerer, IT-Spezialist und Verbandsbaumeister im Stellenplan / Wohin mit Geschäftsstelle?

Der Gemeindeverwaltungsverband Oberes Schlichemtal stellt sich neu auf. Der Stellenplan sieht einen Kämmerer, IT-Spezialisten und einen Verbandsbaumeister vor.

Schömberg. Welche Aufgaben hat ein Gemeindeverwaltungsverband? In der Gemeindeordnung ist dies klar definiert. Geschäftsführer Stephan Reuß verwies in der Verbandsversammlung am Mittwoch in der Schömberger Stauseehalle darauf, dass es dabei nicht nur um die Betreuung der Finanzen, sondern auch um die Unterhaltung der Gewässer sowie die technische Verwaltung gehe.

Für die Besetzung der Stelle im Bereich der Kämmerei sei es nicht gelungen, einen passenden Bewerber zu finden. Zwei hätten mittlerweile abgesagt, der Markt der Absolventen sei "abgegrast". Jetzt wolle man erneut ausschreiben, und zwar nicht nur für den gehobenen Dienst, sondern auch für Personen, denen eine Weiterbildungs- und Aufstiegs-Chance geboten werden könne.

Die organisatorische Neuaufstellung der Kämmerei dränge, weil mehrere Jahresabschlüsse nachgeholt werden müssten. Um seinen Aufgaben nachkommen zu können, müsse der Verband zudem ein eigenes Bauamt etablieren, sagte er. Denn einzig die Stadt Schömberg habe die erforderliche Größe, um ein eigenes Bauamt zu führen. Bisher sei für die einzelnen Vorhaben stets eine externe Expertise eingekauft worden. Ein eigenes Bauamt sei ein Zugewinn für den Verband – und das nicht nur aus finanziellen Gründen, und nicht nur abhängig von der Schulträgerschaft. Die Schaffung der Stelle gelte es in nächster Zeit vorzubereiten, von der Versammlung zu beschließen, und spätestens im Haushalt 2022 zu etablieren. Aus der Natur der Sache ergebe sich auch die Notwendigkeit, eine IT-Fachkraft einzustellen. Dabei gelte es, die Schule mit zu betreuen, was derzeit unentgeltlich durch die Lehrer erfolge. Und es gehe auch um das Dokumentenmanagement sowie die Rathaus-Informationssysteme.

Ziel sei es, die Leistungen und den IT-Support "aus einer Hand" anzubieten – und nicht von unterschiedlichen Externen. Vornehmlich die Schulen sollten davon profitieren, aber auch die Verbandsgemeinden.

Anton Müller, Bürgermeister in Dormettingen, erklärte, dass er die Bestrebungen der Verwaltung unterstütze. Dass die Gemeinden unterschiedliche Externe beauftragten, sei ein Problem: Hard- und Software in den Verwaltungen hätten sich in unterschiedliche Richtung entwickelt, dabei sei das Ziel ein gemeinsames System.

Das unterstützte auch der Dautmerger Schultes Hans-Joachim Lippus: Es gelte, eine gemeinsame Hard- und Software einzuführen. Die IT-Stelle werde für den Verband "nicht ganz billig, aber wir kommen nicht drumherum". Nicht zuletzt, weil in Zukunft jede Verwaltungsleistung auch digital angeboten werden müsse. Der Schömberger Stadtrat Daniel Saffrin betonte, dass ein IT-Koordinator für die Verbandsgemeinden wichtig sei. "Er muss zu allererst den Bestand erfassen, zusammentragen, was vorhanden ist, und dann Empfehlungen machen."

Unklar ist aber immer noch, wo der Gemeindeverwaltungsverband künftig untergebracht werden soll. Der Verbandsvorsitzende, Schömbergs Bürgermeister Karl-Josef Sprenger, verwies darauf, dass es möglich wäre, ein Gebäude in unmittelbarer Nähe zum Schömberger Rathaus zu kaufen. Anton Müller forderte in dem Zusammenhang, die Kosten klar darzustellen, um zu wissen, "ob wir es finanzieren können".

Sprenger konnte zwar noch keine Kosten benennen, sagte aber, es gehe letztlich um Effizienz und darum, in Zukunft Synergien nutzen zu können: "Über die Jahre amortisiert sich der Aufwand." Hans-Joachim Lippus forderte Informationen zu möglichen Alternativen, um beraten und beschließen zu können. Sprenger versprach, sie in der nächsten Versammlung auf den Tisch zu legen, bevor ein Beschluss zu fassen sei. Sämtliche Punkte wurden von der Versammlung einstimmig beschlossen.

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