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Schömberg Vernissage von Virus überschattet

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Der Künstler Malcolm Brook bereitet die Vernissage im Haus Bühler vor.Fotos: Kraushaar Foto: Schwarzwälder Bote

Vernissage mit Mundschutz, ohne offizielle Ansprache und mit einer Mini-Besucherzahl von zwei Personen je Stockwerk – die Corona Pandemie sorgte zum Start der Ausstellung "Undinge und Dinge" im Haus Bühler in Schömberg für ein Gefühl, das etwas Bedrückendes an sich hatte. Man sieht und hört nichts und dennoch scheint es, als sei das Virus allgegenwärtig.

Schömberg. "Nicht mehr als zwei Personen gleichzeitig pro Stockwerk, Abstand halten und die Hygiene-Vorschriften beachten". Dieter Wiedemann kümmert sich in Sachen Gesundheitsvorsorge um die Einhaltung der vorgegebenen Maßnahmen. Wenige Minuten vor der Eröffnung der Ausstellung im Haus Bühler in Schömberg überprüft der Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins Schömberg nochmals die Markierungen und bringt Desinfektions-Spender in Position. Aufgrund der Vorgeschichte – die Ausstellung sollte bereits im April über die Bühne gehen – konnte Wiedemann ein etwas mulmiges Gefühl nicht ganz abstreifen.

Die Corona-Pandemie hinterlässt ihre Spuren, auch an diesem Muttertag in Schömberg, wo sich nur ganz wenige in die Ausstellungsräume im Haus Bühler trauten. Dabei sind die mehr als 30 ausgestellten Exponate mehr als einen Blick wert. Eine außergewöhnliche Präsentation, die sich in ihrer Gesamtheit deutlich von der gemalten oder fotografierten Kunst distanziert. Was die Ideen, die dahinter stehen, ihre handwerkliche Ausführung, deren räumliche Dimensionen und den Themenbereich betrifft, halten die Kunstwerke einige Überraschungen parat. Fast alle können über einfache mechanische Handgriffe mit ein paar Drehungen an einer Kurbel zum Leben erweckt werden. Ob Bewegung oder Töne, Malcolm Brook zeigt sich in allen seinen Exponaten enorm kreativ. Bei einem Rundgang mit dem Künstler durch die Räumlichkeiten trifft man schon nach wenigen Schritten auf eine Schwarzwälder Kirschtorte. "Knirschtorte" verbessert der gebürtige Engländer, denn wer an der Kurbel dreht, der bekommt zu sehen, wie sich die "Kirschtorte" öffnet und eine ganze Reihe scharfer Zähne zeigt. Ob Kirschtorte, das Grün der Wälder, oder der Bollenhut – der Schwarzwald, inzwischen schon mehr als 30 Jahre lang die neue Heimat von Brook, ist ihm lieb geworden und hat tiefe Eindrücke hinterlassen, die sich dem Betrachter in den unterschiedlichsten Varianten zeigen. Etwas weiter geht ein Kunstwerk auf den Schömberger Foto-Herbst ein, ein anderes Exponat zeigt zwei Schafe auf einer Weide die sich, wenn man an der Kurbel dreht, gegenseitig anblicken.

Obligatorische Kurbel

Auch das Thema Umwelt und Klimawandel hat der handwerklich begabte Rentner auf seiner Agenda. Wunderschön zu sehen an einer fast 20 Pinguinen umfassenden Demonstration, die wie an einer Schnur aufgereiht, beim Drehen aus der Reihe tanzen. Zirkusfeeling vermittelt eine Seil-Akrobatik, die sich über die obligatorische Kurbel in Bewegung versetzen lässt, einen Schritt weiter erweckt ein vielbeiniges Pferd – erstmals in Bewegung gebracht – den Eindruck eines Balletts. "Crazyhorse" nennt Brook dieses Kunstwerk.

Diese sind fast alle, wenn auch in Englisch – mit Beschriftungen versehen. "In England arbeite ich viel mehr mit Texten zu meinen Objekten", erklärt der Künstler. In Schömberg haben die Besucher noch bis Ende Mai Gelegenheit, die Exponate in Ruhe zu den gewohnten Öffnungszeiten in Augenschein zu nehmen. "Wir stehen in Überlegungen, die Ausstellung über den geplanten Termin hinaus zu verlängern", will Wiedemann der besonderen Situation Rechnung tragen. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass sich die Besucher mit der empfohlenen Disziplin in den Räumlichkeiten bewegen und gegenseitige Rücksichtnahme an den Tag legen.

Peter und Ludgera Petermann haben es gleich mal vorgemacht. Die beiden Macher vom Schömberger Kaffee-Gässle Verein können aktuell keinen kulturellen Beitrag zum Leben in der Glücksgemeinde leisten. Ihr Veranstaltungsort Se(h)e Bühne ist auf Eis gelegt. Sie hoffen, wie der Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins, auf eine baldige Rückkehr zur Normalität.

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