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Schömberg Turm soll Gäste in den Ort bringen

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Die Gemeinderäte Michael Wernecke (von links), Siegfried Wankmüller, Ulrike Mayrhofer und Steffen Linder übergaben am Freitag den Ordner mit den Unterschriften für einen Turmbau in Schömberg. Fotos: Krokauer Foto: Schwarzwälder Bote

Nach den Gegnern des Turmprojekts in Schömberg haben am Freitag auch die Befürworter ihre Unterschriften für ein Bürgerbegehren im Schömberger Rathaus übergeben.

Schömberg. Die Gemeinderäte Ulrike Mayrhofer, Steffen Linder (beide CDU), Siegfried Wankmüller (SPD) und Michael Wernecke (Unabhängige Wählervereinigung) überreichten der stellvertretenden Hauptamtsleiterin Katrin Strauch den Ordner mit den 687 Unterschriften. Sie sind neben Ilse Nonnenmann, Jürgen Seibold, Udo Bertsch, Jürgen Krauth-Kopp, Christoph Eck, Stefanie Dickgiesser, Leiterin der Touristik und Kur, sowie Bürgermeister Matthias Leyn Vertrauenspersonen für das Bürgerbegehren. Nötig wären 440 Unterschriften gewesen.

­       Die Gegner des Turmbaus hatten bereits in der vergangenen Woche 1440 Unterschriften für ihr Bürgerbegehren übergeben. Die Verwaltung prüft jetzt beide Listen.

Auf dem Ordner mit den Unterschriften der Turmbefürworter war ihr Slogan "Pro Turm – Gegen Dagegen" aufgeklebt. Das ist auch das Motto einer Aktion des Schömberger Vereins "Tourismus, Handel und Gewerbe".

In einem Flyer machen die Befürworter des Projekts deutlich, weshalb für sie der Turm unbedingt notwendig sei. So bekomme Schömberg mit Deutschlands größtem barrierefreien Holzturm mit seiner Höhe von 50 Metern eine besondere Attraktion. Die Besucher hätten eine Aussicht über den Schwarzwald bis zur Schwäbischen Alb, über das Rheintal bis zum Pfälzer Wald sowie über den Kraichgau bis zum Schwäbisch-Fränkischen Wald und bis Stuttgart.

Besonders wichtig ist den Befürwortern die Barrierefreiheit. Sie ermögliche gehbehinderten Patienten ein grandioses Naturerlebnis. Das sei gerade für Patienten der Kliniken sowie Bewohnern der Pflegeheime besonders wichtig. Es gehe um die drei Bausteine Natur, Gesundheit und Erlebnis, machte Mayrhofer bei der Übergabe der Unterschriften deutlich.

Mit dem Angebot würden die Standorte der vier Rehabilitationszentren und Kliniken gesichert, heißt es in dem Flyer der Befürworter. Der Turm soll weitere Besucher in den Ort bringen und damit die Betriebe in Tourismus, Handel und Gewerbe in Schömberg sichern. Außerdem sehen die Befürworter in dem Projekt eine "Impulsinvestition". Sie soll private Investoren dazu ermutigen, in Schömberg weitere Projekte zu verwirklichen. Es habe in den vergangenen 15 Jahren keine auswärtigen Investoren mehr in Schömberg gegeben, so Gemeinderätin Mayrhofer am Freitag. Die geplante Fly-Line (auf einem Edelstahlrohr geführte Kurvenseilbahn) jedenfalls soll privat betrieben werden, hatte Bürgermeister Matthias Leyn schon vor einiger Zeit gesagt. Eine Schömberger Fly-Line wäre erst die dritte in Deutschland, sagte Mayrhofer bei der Übergabe der Unterschriftenliste. Die Befürworter eines Turms erhoffen sich auch eine Belebung des Kurhauses sowie des Kurparks.

Junge Familien anziehen

Das Argument der Turmgegner, wonach der Baumwipfelpfad in Bad Wildbad mit privatem Kapital verwirklicht worden sei, lassen die Befürworter nicht gelten. Auch in der Kurstadt im Enztal sei die öffentliche Hand in Vorleistung gegangen. Gemeinderat Linder erinnerte am Freitag daran, dass die Stadt Bad Wildbad mit Steuergeldern die Sommerbergbahn general­saniert habe. Schon zuvor sei die Stadtbahn bis zum Kurparkeingang mit öffentlichen Mitteln gebaut worden. Erst dann hätten private Investoren weitere Projekte verwirklicht.

Mit dem neuen Angebot sollen auch junge Familien dazu animiert werden, nach Schömberg zu ziehen, heißt es in dem Flyer der Turmbefürworter. Letztendlich wollen sie die Steuereinnahmen der Gemeinde langfristig sichern. Trotz der geplanten Investition von mehr als 2,7 Millionen Euro für den Turm würden andere Projekte wie die Sanierung der Unterreichenbacher Straße sowie der Ludwig-Uhland-Schule nicht vernachlässigt, heißt es in dem Flyer. Außerdem würden das schnelle Internet ausgebaut und in der Brunnenstraße ein neuer Kindergarten gebaut. Schließlich sei der Bau einer wettkampftauglichen Sporthalle vorgesehen: "Niemand muss wegen des Turms verzichten! Keiner kommt zu kurz."

Jetzt hoffen die Turmbefürworter, mit ihren Argumenten auch die Bevölkerung zu überzeugen. So habe man beim Sammeln der Unterschriften gute Gespräche geführt, so Wernecke am Freitag: "Die Bürger haben unsere Idee verstanden." Mayrhofer verwies auf die "Rieseneinigkeit" im Ratsgremium. Sie sei "einmalig". Alle 18 Gemeinderäte hätten mit Bürgermeister Matthias Leyn an einem Strang gezogen.

Mayrhofer ergänzte, dass die Idee ursprünglich vom Oberlengenhardter Bauingenieur Hansjörg Braun stamme. Dieser bestätigte auf Nachfrage, dass er die Grundidee zu einem 30 Meter hohen Turm in Oberlengenhardt gehabt habe.

Wankmüller übte bei der Übergabe der Unterschriften jedoch auch Selbstkritik: "Man hätte die Bevölkerung besser mitnehmen sollen." Dagegen wandte Mayrhofer aber ein, dass die Beschlüsse in öffentlichen Gemeinderatssitzungen getroffen worden seien. Jeder Bürger könne in solchen Sitzungen diejenigen Themen ansprechen, die ihn bewegen würden. Gleichzeitig machte sie deutlich, dass der Standort des Turmes noch nicht endgültig festgelegt sei. Es müsse auf jeden Fall gewährleistet sein, dass die Oberlengenhardter auch in Zukunft in ihrem Ort gut leben könnten.

Die Befürworter eines Turmbaus in Schömberg übergaben am Freitag 687 Unterschriften im Rathaus.

 
 

Ihre Redaktion vor Ort Calw

Ralf Klormann

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