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Schömberg Bakterienproblem: Trinkwasser wird chloriert

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Von der Verunreinigung des Trinkwassers betroffen sind die Ortsteile Schömberg und Lan­genbrand. Foto: © Thomas Söllner – stock.adobe.com

Schömberg - In Schömberg ist wieder deutlich geworden, wie wichtig die ständige Kontrolle des Trinkwassers ist. Dort ist der Grenzwert für Kolibakterien überschritten worden.

Von der Verunreinigung des Trinkwassers betroffen sind die Ortsteile Schömberg und Lan­genbrand. Sie beziehen ihr Wasser aus Quellen, die im Wald der jeweiligen Ortsteile liegen, sagte Bauamtsleiter Martin Dittler auf Anfrage des Schwarzwälder Boten. Nicht betroffen sind die übrigen Ortsteile der Gemeinde. Sie beziehen ihr Trinkwasser vom Zweckverband Schwarzwaldwasserversorgung mit Sitz in Bad Liebenzell. Deren Quellen liegen im Kleinenzhof.

Grenzwerte überschritten

Ursache für die Verunreinigung ist "keine Fremdeinwirkung", war von Dittler zu erfahren. Das bedeutet, dass das Wasser zum Beispiel nicht durch "kriminelle Handlungen" verunreinigt wurde. Stattdessen ist der Starkregen der vergangenen Tage für das Überschreiten der Grenzwerte verantwortlich.

Nach Dittlers Worten hat die UV-Anlage eine verstärkte Trübung des Trinkwassers gemeldet. Schömbergs Wassermeister Siegfried Bodamer wurde deshalb am Mittwochmorgen gegen 4 Uhr per Handy alarmiert. Eine Trübung allein bedeutet aber noch nicht, dass eine Verunreinigung durch Mikroorganismen vorliegt. Es wurde gleich mit der Chlorierung des Trinkwassers begonnen. Dabei werden einem Liter Trinkwasser drei Milligramm Chlor zugeführt.

Duschen oder Baden ist kein Problem

Noch am Mittwoch ließ die Gemeinde eine Probe des Trinkwassers nehmen und an das Chemische Institut Pforzheim schicken. Am Donnerstag bestand Gewissheit: Die Grenzwerte für Kolibakterien waren überschritten. Am gleichen Tag ordnete das Gesundheitsamt des Landratsamtes Calw an, dass das Trinkwasser in Schömberg und Langenbrand mindestens zehn Minuten lang abgekocht werden muss. Duschen oder Baden ist aber kein Problem.

Alle sensiblen Bereiche wie Kliniken, Kindergärten, Metzgereien und Bäckereien informierte die Gemeinde direkt, so Dittler. Auch den Verein "Tourismus, Handel und Gewerbe Schömberg" (THG) sprach die Verwaltung direkt an. Dieser gab die Information an die jeweiligen Hotels weiter. Zudem wurde die Meldung im Internet verbreitet.

Probe vom Donnerstag ohne Befund

Am Donnerstag ließ die Gemeinde eine weitere Probe nehmen. Deren Ergebnis lag am Freitag vor. "Ohne Befund", wie Dittler zufrieden feststellte. Das heißt, dass die Verunreinigung des Trinkwassers wieder unter dem Grenzwert liegt. "Wir hoffen, dass es so bleibt", so der Bauamtsleiter.

Das bedeutet aber noch keine Entwarnung. Erst nach drei Proben ohne Befund gibt das Gesundheitsamt das Trinkwasser wieder frei, macht Dittler deutlich. Deshalb wurde am Freitag eine weitere Probe genommen. Deren Ergebnis wird am Samstag mitgeteilt. Das Ergebnis der Samstagsprobe liegt am Montag vor. Der Bauamtsleiter hofft, dass das Gesundheitsamt am Dienstag wieder Entwarnung gibt. Bis dahin wird das Trinkwasser weiter chloriert.

Zufrieden mit Krisenmanagement

Dittler arbeitet seit zehn Jahren im Schömberger Bauamt. Einen derartigen Fall habe es in dieser Zeit noch nicht gegeben, sagt er. Er zeigte sich sehr zufrieden mit dem Krisenmanagement. Es habe alles so geklappt wie vorgesehen. Auch das Landratsamt habe sich erfreut darüber gezeigt, wie schnell alles geklappt habe.

Coliforme Keime

Zu den coliformen Keimen gehören laut eines Berichts der Berliner Tageszeitung "Der Tagesspiegel" unter anderem Salmonellen oder Escherichia-coli-Bakterien. Diese Mikroorganismen leben im Darm von Menschen und Tieren. Wie sie ins Wasser gelangen, ist schwer feststellbar; möglich ist, dass die Bakterien beispielsweise über Hunde- oder Kuhausscheidungen bei starkem Regen in Gewässer gespült werden.

Gefährlich sind coliforme Bakterien nicht unbedingt, viele solcher Mikroben sind im Darm des Menschen sogar lebenswichtig und helfen bei der Verdauung. Manche Erreger können jedoch Durchfall verursachen, um die Bakterien wieder loszuwerden, andere – wie der Ehec-Keim – geben giftige Substanzen ab, die Zellen der Darmwand angreifen und zerstören. Gelangen die Keime in Blutbahn, Gehirn oder Teile der Lunge, kann es zu Entzündungen kommen. Besonders gefährdet sind ältere oder immunschwache Menschen.

 
 

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