Die Freundschaft mit Bhutan, dem Land des Donnerdrachens, hat Till Weigl in die Wege geleitet. Ende März verlässt der Marketingmanager die Glücksgemeinde Schömberg. Archivfoto: Zieglwalner Foto: Schwarzwälder-Bote

Marketingmanager verlängert Zweijahresvertrag mit Schömberg nicht / Gemeinderäte bedauern Entscheidung

Von Martina Zieglwalner Schömberg. Schon wieder gibt es einen Wechsel an der Spitze der Touristik und Kur Schömberg: Till Weigl verlängert seinen Zweijahresvertrag nicht. Ende März verlässt der Marketingmanager die Glücksgemeinde.Nach reiflicher und langer Überlegung sei er zu diesem Entschluss gekommen, teilte Weigl in dem Ausschuss für Technik und Umwelt sowie dem Verwaltungs- und Wirtschaftsausschuss in nicht öffentlicher Sitzung mit. "Die Entscheidung hierzu fiel mir nicht leicht, jedoch sehe ich meine Zukunft nicht in Schömberg und möchte mich woanders persönlich und beruflich weiter entwickeln", heißt es in seiner Erklärung. Die zwei Jahre seien für ihn sehr kostbar gewesen. "Ich bitte sie, diesen Schritt nicht als Entscheidung gegen Schömberg, sondern als Entscheidung für mich zu verstehen und zu respektieren."

"Dies müssen wir so akzeptieren", stellt Gerold Kraft, Vorsitzender der Unabhängigen Wählervereinigung, fest. Es sei schade, da er sich eingearbeitet habe. Die Fraktion bedauere seinen Entschluss, den Vertrag nicht zu verlängern, zumal die Zusammenarbeit gut gewesen sei. "Jetzt müssen wir schauen, wie es weitergeht", betont Kraft.

Auch für den stellvertretenden Hauptamtsleiter Dominic Bäuerle, der von der Entscheidung überrascht war, ist klar, dass das Thema Tourismus den Gemeinderat regelmäßig beschäftigen wird und abzuklären ist, wie es weitergeht.

Sicher ist für den CDU-Fraktionsvorsitzenden Joachim Zillinger, dass die Stelle wieder besetzt wird, mit Blick auf die Destinationenbildung im Nordschwarzwald eventuell mit neuen Schwerpunkten. Die Positionierung von Kurhaus und Kurpark als Mehrgenerationenangebot sieht er da als mögliche Themen. Jeder Wechsel sei natürlich mit Schmerz verbunden. Weigl habe viel Aufbauarbeit geleistet, das Glückskonzept umgesetzt und mit Leben gefüllt. "Aber er ist noch jung, da ist es verständlich, dass er seine eigenen Schwerpunkte nun nach vorne bringen will."

Jetzt gelte es, erst einmal abzuwarten, wie sich das Thema Destination entwickelt, bewertet der SPD-Fraktionsvorsitzende Helmut Sperth die Situation. Die Fraktion habe damit gerechnet, dass sich Weigl eines Tages neuen Herausforderungen stellt. Er sei ein Touristiker, der eher projektbezogen arbeite und sich dann Neues sucht. "Aber wir bedauern es, dass er es jetzt schon macht", erklärt Sperth. "Jetzt wird sich zeigen, wie stabil das Thema Glück ist." Wenn das Konzept tragfähig sei, dann müsse es zu verkraften sein, dass es einen personellen Wechsel gibt.

Sehr traurig ist auch Chri­stoph Eck, Vorsitzender des Vereins Tourismus, Handel und Gewerbe (THG), über den Weggang Weigls. "Er könnte viel mehr machen als er konnte", bewertet er die Situation für den Touristiker. Für Schömberg sei es natürlich schmerzlich, wenn alle zwei Jahre ein neuer Kurdirektor antrete.

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