Der Schlichemwanderweg von Tieringen nach Epfendorf ist 2014 eröffnet worden. Fotos: Archiv Foto: Schwarzwälder Bote

Kommunales: Bürgermeister Sprenger: Geringe Fördersumme und hoher Verwaltungsaufwand

Der Schömberger Gemeinderat hat sich gegen eine Beteiligung an der Leader-Kulisse Oberer Neckar ausgesprochen, der vor allem die Landkreise Freudenstadt und Rottweil angehören sollen. In der Vergangenheit gab es im Oberen Schlichemtal einige Leader-Projekte.

Schömberg. Am 14. April hatte sich das Gremium bereits mit dem Thema befasst und damals noch seine "grundsätzliche Bereitschaft zur Mitwirkung" erklärt. Inzwischen, so erläuterte Bürgermeister Karl-Josef Sprenger, habe man sich in zwei Video-Konferenzen und bei einer Besprechung im Landratsamt Balingen erneut mit dem europäischen Leader-Programm befasst.

Dabei sei deutlich geworden, dass die Bereitschaft der an die beiden Landkreise angrenzenden Städte und Gemeinden hinsichtlich einer Mitwirkung "überwiegend sehr zurückhaltend" sei.

Dafür, führt Sprenger aus, gebe es mehrere Gründe. Zum einen sei die Förderung gemessen an der Gesamteinwohnerzahl mit rund vier Millionen Euro "alles andere als komfortabel". Auch sei bekannt, dass die Antragstellung und Abrechnung in der vorletzten Förderperiode extrem bürokratisch abgelaufen sei. Eine Hilfestellung seitens des Landratsamts sei nötig gewesen. Eine Unterstützung für die neue Periode durch das Landratsamt Rottweil sei bisher noch nicht signalisiert worden.

Außerdem, rechnet Sprenger vor, werde sich bei der Programmaufnahme "eine finanzielle Belastung von rund 26 000 Euro ergeben". Und schließlich: Bei 25 Interessensbekundungen würden letztlich zwölf bis 15 Förderkulissen ausgewählt.

Aufgrund dieser Aspekte und der in der Stadt Schömberg anstehenden Aufgaben hatte die Stadtverwaltung dem Gemeinderat empfohlen, die Aufnahme ins Leader-Programm nicht weiter zu verfolgen.

Sprenger: "Um entlang der anfallenden Ausgaben angemessen vom Programm zu profitieren, müsste ein erheblicher, heute noch nicht in Gänze absehbarer Aufwand betrieben werden." Zur Erinnerung: Das Obere Schlichemtal hat in den vergangenen Jahren vom Leader-Förderprogramm mit mehreren Projekten profitiert, wodurch die Infrastruktur deutlich aufgewertet wurden. Zu nennen sind das "SchieferErlebnis" in Dormettingen, der Schlichemwanderweg, der "Erlebnistreff Oberhohenberg" in Schörzingen, die "erlebbare Schlichem" in Dautmergen, der Dorfplatz in Ratshausen und die "barrierefreie Dorfmitte" in Weilen unter den Rinnen.

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