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Schömberg Rehkitze vor Mähdrescher gerettet

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Das Rehkitz wird vor dem Mähdreschereinsatz aus einer Wiese getragen. (Symbolbild) Foto: dpa

Schömberg - Wenn Gras zu mähen ist, werden mitunter Rehkitze getötet. Um solche Dramen im Eulenbachtal in Schömberg zu verhindern, kooperiert Landwirt Jakob Bauer mit dem dortigen Jagdpächter Roland Jörlitschka. Der Pächter durchsuchte vor dem Mähen mit Helfern die Wiesen nach den Tieren und drängte sie in den Wald. Dadurch konnten drei Kitze und eine Geiß vor dem sicheren Tod gerettet werden.

Anfang dieses Monats gab es einige Tage nacheinander schönes Wetter. Landwirt Jakob Bauer musste deshalb kurzfristig reagieren und seine fünf Wiesen im Eulenbachtal mit einer Fläche von knapp sechs Hektar abmähen lassen. Er informierte den dortigen Jagdpächter Roland Jörlitschka. Schon zuvor hatte Bauer zum Wald hin kleine Streifen in den Wiesen abmähen lassen.

Dadurch merken die Tiere, dass etwas bevorsteht. Außerdem haben es die Helfer dann leichter, in das brusthohe Gras zu gehen, um die Rehkitze und Geiße in Richtung Wald zu treiben, um sie vor dem Mähwerk des Traktors zu retten.

Außerdem ist Jakob Bauers Tochter Nicole mit einem Pferd durch die Wiesen geritten. Reiter könnten mit ihrem Pferd relativ nahe an die Kitze herankommen und sie dadurch leicht erkennen, weil die kleinen Rehe Pferde nicht als natürliche Feinde betrachten und deshalb nicht flüchten, erläutert der Landwirt. Seine Tochter habe gesehen, dass Kitze in den Wiesen seien.

Bauer besitzt zwei eigene Pferde. Außerdem versorgt er 20 Pferde von anderen Besitzern. Nach seinen Worten mögen Pferde brusthohes Gras, weil es etwas holziger und sein Eiweißgehalt geringer ist als bei Gras, das früher gemäht wird. Allerdings darf man auch nicht zu lange warten. Deshalb war nun der ideale Zeitpunkt.

Einweghandschuhe notwendig

Vor dem Abmähen der Wiesen organisierte Jagdpächter Roland Jörlitschka einige Helfer, um nach Kitzen und Geißen zu suchen. Mit seinem Sohn Daniel, der wie er Jäger ist, Wildtierschützerin und Jägerin Gisela Scheuermann sowie Siegfried Hoppe suchten sie, mit Einweghandschuhen und Warnwesten bekleidet, nach den Rehen. Hoppe hat in Bauers Pferdepension zwei Pferde untergebracht, die dort ihr Gnadenbrot essen. Die Handschuhe sind notwendig, damit an den Kitzen keine menschliche Witterung haften bleibt und die Geiß unter Umständen das Junge nicht mehr annimmt.

Die Helfer wurden fündig. Drei Kitze und eine Geiß drängten sie in Richtung Wald, um sie vor dem sicheren Tod zu bewahren. "Die Wiesen sind unsere Kinderstube", erläutert Jörlitschka. Wenn der Traktor mit seinen 240 PS, zwei Mähwerken und einer Arbeitsbreite von neun Metern bei einer Geschwindigkeit von 15 Kilometern pro Stunde durch die Wiesen fährt, hätten die Tiere keine Chance. "Die Kitze bleiben lange liegen", gibt Jörlitschka zu bedenken. Denn im hohen Gras sind die Kitze vor natürlichen Feinden wie etwa große Greifvögel sicher. "Auch der Fuchs geht nicht ins hohe Gras", macht der Jagdpächter deutlich.

Nach dem Abmähen der Wiesen sind die kleinen Rehe nicht schutzlos. Nach Jörlitschkas Worten legen die Jäger in den Wäldern Wiesen, sogenannte Äsungsstreifen an, wo die Rehe ihre Jungen dann ablegen können. So hätten sie etwas zum Fressen und würden keine Bäume anknabbern.

"Als Wildtierschützerin liegt mir die Kitzrettung sehr am Herzen", sagt Gisela Scheuermann.

Freilich ist das Ganze sehr aufwendig. Deshalb kommen bei der Kitzsuche mitunter auch Multikopter mit einer Wärmebildkamera zum Einsatz. Thomas Kälber, Vorsitzender der BRH-Rettungshundestaffel Nördlicher Schwarzwald, hat ein solches Gerät, das schon bei der Suche nach Kitzen zum Einsatz kam. Das funktioniere aber nur am frühen Morgen oder frühen Abend, wenn die Wiesen noch kühler seien, gibt Kälber zu bedenken. Die Tiere könnten gefunden werden, weil ihre Körpertemperatur höher sei als diejenige ihrer Umgebung. Im Eulenbachtal kam diese Methode nicht infrage, weil die Wiesen am Nachmittag abgemäht wurden.

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