In Bieselsberg wird die Gemeinde Schömberg selbst für den Glasfaserausbau und damit schnelles Internet sorgen. Foto: © Jörg Lantelme – stock.adobe.com Foto: Schwarzwälder Bote

Glasfaser: In Bieselsberg wird Gemeinde Schömberg selbst für Anschlüsse sorgen

Schömberg. Ganz Bieselsberg bekommt schnelles Internet – denn die Gemeinde Schömberg sorgt selbst für die nötigen Glasfaseranschlüsse. Ortsvorsteher Michael Nothacker hatte sich zuvor gegen den notdürftigen Ausbau durch die Telekom gewehrt. Ganz schön ins Zeug gelegt hat sich der Schömberger Gemeinderat und Bieselsberger Ortsvorsteher Michael Nothacker für seinen Teilort. Jetzt erntet er die Lorbeeren: Der nur notdürftige Ausbau durch die Telekom konnte abgewendet werden – der Ort wird stattdessen von der Kommune vollständig mit Glasfaseranschlüssen versorgt.

Dem vorangegangen war eine Erhebung, die der Ortschaftsrat Bieselsberg vorlegte. In "vielen Stunden" habe Nothacker von Freiberuflern und im Homeoffice arbeitenden Angestellten aus dem Ort die nötigen Nachweise eingetrieben, die eine Dringlichkeit des Ausbaus für den weitgehend unterversorgten Teilort bezeugten.

Projekt kostet insgesamt rund 1,3 Millionen Euro

Damit konnte die Telekom, die im Zuge des Ausbaus nur gewisse Teile des Orts mit Glasfaser ausbauen wollte, von ihrer rechtlichen Verpflichtung entbunden werden. Jetzt stemmt die Kommune das Projekt: Der Vollausbau kostet insgesamt 1,3 Millionen Euro. 732 000 Euro gibt es dafür an Fördermitteln. Es wird mit einer faktischen Anschlussquote von 80 Prozent gerechnet.

Die Anekdote von Nothacker, die er dem Gremium zum Thema vorträgt, spricht Bände.

Selbstständig in der Vermessungstechnik tätig, ist es ihm in Bieselsberg oftmals nicht möglich, Dateien mit Plänen aufgrund der langsamen Internetverbindung zu öffnen. "Die muss ich dann ans Hauptbüro nach Altensteig schicken", erklärt er, "und das im Jahr 2019 in Deutschland."

Kräftiger Applaus für den Einsatz vom Gremium

Für seinen Einsatz für die qualifizierte Erhebung gibt es kräftigen Applaus vom Gremium. "Es soll nicht der Eindruck entstehen, Bieselsberg räumt hier nur ab", sagt er in Bezug auf die Investition, "wir tun auch etwas dafür."

Nach dem besonders schwach angeschlossenen Bieselsberg soll im Anschluss dann auch Oberlengenhardt versorgt werden. Genaue Zahlen liegen hier noch nicht vor, aber bei einem Fördermittelantrag konnte ein Großteil der Gemarkungsfläche des Teilorts bereits berücksichtigt werden.