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Schömberg Meldungen über häusliche Gewalt nehmen zu

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Die Meldungen und Hilferufe wegen häuslicher Gewalt nehmen zu - auch bei Gewalt gegen Kindern. (Symbolfoto) Foto: dpa

Schömberg - Die Schlagzeilen gehen gerade über die Ticker im Land: Die Zahl der Hilferufe wegen Gewalt in Familien steigt nach Angaben von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey stark an. Seit etwa einer Woche beobachte man, dass die Zahl der Anrufe und Meldungen zu häuslicher Gewalt zunehme.

Das teilte die SPD-Politikerin Anfang dieser Woche in Berlin mit. Anlass genug, auch für Astrid Kreutz und Uta Baader-Schläfke von der Schömberger Celenus-Klinik auf den "Internationalen Tag der gewaltfreien Erziehung" hinzuweisen, der hierzulande seit 2004 vom deutschen Kinderschutzbund ausgerufen wird. Denn Gewaltprävention gerade in Familien spielt für die Schömberger Familien-Psychologen und -Pädagogen bei ihrer Arbeit von je her eine sehr große Rolle. "In unsere psychosomatische Rehabilitationsklinik kommen – neben anderen Patienten – auch regelmäßig Eltern mit ihren Kindern im Alter von zwei bis zwölf Jahren. Sie alle haben verschiedene Erkrankungen wie beispielsweise Depression, Angst, Traumatisierungen und Schlafstörungen", erläutert Astrid Kreutz, im Haus für die Leitung des sogenannten "wir2"-Bindungstraining zuständig.

Positive Verhaltensmuster übertragen sich auf die Teilnehmer

Das wendet sich speziell an alleinerziehende Mütter und Väter mit ihren Kindern, "da diese Menschen oftmals eine noch sehr viel höhere Belastung im Alltag tragen als Paare". Und das noch mal mehr in Zeiten wie diesen, wo durch die Corona-Krise flächendeckend die öffentliche Kinderbetreuung durch Kindergärten, Kitas und Schulen weggefallen sei.

"Der Umgang mit dem Kind ist gerade für Alleinerziehende unter solchen Bedingungen noch einmal mehr deutlich erschwert." Weshalb eine vorgelebte, gewaltfreie Erziehung mit Achtsamkeit von großer Bedeutung sei – wie sie im Schömberger "wir2"-Bindungstraining bei einem stationären Aufenthalt mit den Alleinerziehenden umfassend "trainiert" werde. Eine solche Rehabilitation dauert in der Regel fünf bis sechs Wochen, während derer "die Kinder uns anvertraut sind mit all ihren Stärken, Schwächen, Freuden, eigenen Problemen, Konflikten." Entsprechend vielschichtig sei die Dynamik in einer solchen Gruppe, in denen das "wir2"-Bindungstraining mit jeweils mehreren Kindern und ihren alleinerziehenden Eltern absolviert würde. "Und in denen die Kinder unterschiedlichen Alters, Herkunft und sozialem Umfeld mit einander interagieren."

Eine Herausforderung für die Erzieher der Schömberger Celenus-Klinik sei es dabei, "Harmonie, Zusammenhalt und Ruhe in die Gruppe zu bringen, damit der Alltag und das Lernen gelingen kann". Selbstverständlich seien dafür alle Erzieher speziell ausgebildet, mit allen geltenden Regeln und Gesetzen vertraut. Und schon "der Nicht-Pädagoge weiß heute, dass eine optimale Erziehung immer auch absolut gewaltfrei" zu sein hat. Durch das gemeinsame Erleben in der Gruppe und eben das gewaltfreie Vorleben speziell bei der Bewältigung von Krisensituationen, übertrügen sich solche "positiven Verhaltensmuster" auf die Teilnehmer – Eltern wie Kinder.

Was vielleicht überrascht: Erst seit dem Jahr 2000 gibt es auch in Deutschland ein Gesetz zur Ächtung von Gewalt in der Erziehung. "Kinder haben daher heute ein Recht auf gewaltfreie Erziehung", so die Pädagogin Uta Baader-Schläfke. "Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind deshalb im Umgang mit den eigenen Kindern immer unzulässig." Dieses Recht auf gewaltfreie Erziehung finde sich zudem indirekt auch im Grundgesetz wieder, das von Eltern die "obliegende Pflicht" einfordere, "den Nachwuchs zu pflegen und zu erziehen". Für Pädagogen wie sie selbst sei es es im beruflichen Alltag "selbstverständlich, dieses Recht bei aller Herausforderung zu achten", erklärt Baader-Schläfke. "Um sich jederzeit auch bewusst zu sein, was es heißt, achtsam, respektvoll, nicht demütigend zu handeln und dabei auch achtsam mit sich selbst umzugehen."

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