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Schömberg Leid der Opfer wird wieder lebendig

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Die Pfarrer Stefan Kröger und Shibu Vincent Pushpam sowie Immo Opfermann erinnern an die NS-Opfer. Foto: Wagner Foto: Schwarzwälder Bote

Bei Nebel, Kälte und Nässe hat sich eine Gruppe von Menschen am Volkstrauertag auf dem KZ-Friedhof Schömberg versammelt, um der Opfer des Nationalsozialismus zu gedenken.

Schömberg. Eingeleitet wurde die Gedenkfeier musikalisch durch den Kirchenchor Dautmergen und dann durch die Worte des evangelischen Pfarrers Stefan Kröger.

Im Anschluss ließ Immo Opfermann vom Arbeitskreis "Wüste" mit einer ergreifenden Rede das Leid der Opfer des Holocausts wieder lebendig werden. Er erzählte von Lucienne Schoschana Rabinovici, einer damals Elfjährigen, die nicht nur das Ghetto, sondern auch die Inhaftierung im Konzentrationslager und den Todesmarsch in den letzten Kriegstagen überlebt hat. Sie stammte aus Wilna, der Stadt, aus der die meisten Opfer kommen, die in Schömberg auf dem Friedhof beerdigt liegen.

Dort ist ein eigenes Mahnmal mit der Inschrift "Nichts und niemand ist je vergessen" zu finden, das aufzeigt, wie wichtig die Erinnerung auch noch in der heutigen Zeit ist.

Berührend sind die Berichte aus dem Leben von Schoschana, deren Kindheit davon geprägt war, dass sie sich zusammen mit mehreren hundert Menschen unter der Erde verstecken musste, eingeengt wie in einem Massengrab. Die Furcht vor den Nationalsozialisten und ihren grausamen Strafen war so groß, dass ein Vater seinem schreienden Baby ein Kissen auf den Mund legte – und es dabei versehentlich erstickte. Im Anschluss an die Rede von Opfermann und weiteren Stücke des Kirchenchors las der katholische Pfarrer Shibu Vincent Pushpam aus der Bibel und betonte in seiner Ansprache, wie wichtig Hoffnung auch in schwierigen Zeiten, in der die Klimakatastrophe, Hungersnöte, Flucht und Verfolgung Andersgläubiger für viele Menschen zum Alltag gehören, ist.

Hoffnung auch in schwierigen Zeiten

Vor allem auch an Orten wie diesem sei sie wichtig, dafür, dass es nicht bei dem bleibe, was einmal gewesen sei, sondern man es schaffen könne, etwas zu ändern und die Gegenwart und Zukunft aktiv mitzugestalten: mit der Erinnerung an die Verstorbenen.

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