Insgesamt 88 Jugendliche aus Schömberg (oben), Dotternhausen, Erzingen und Zimmern unter der Burg (unten, links), Dautmergen, Dormettingen und Schörzingen (unten, Mitte) sowie aus Ratshausen, Weilen unter den Rinnen, und Hausen am Tann (unten, rechts) sind am Wochenende in Schömberg gefirmt worden. Fotos: Schatz Foto: Schwarzwälder Bote

Religion: Mehrere Gottesdienste in Schömberg mit dem emeritierten Weihbischof Kreidler / 88 Jugendliche werden gefirmt

Die im November abgesagte Firmung in der Seelsorgeeinheit Oberes Schlichemtal ist am Wochenende nachgeholt worden. 88 Jugendliche aus Schömberg, Schörzingen, Zimmern u. d. B. Ratshausen, Weilen u. d. R., Hausen a.T., Dormettingen, Dotternhausen und Dautmergen sind in der Stadtkirche Schömberg von Weihbischof Johannes Kreidler gefirmt worden.

Schömberg. Die Jungen und Mädchen mussten sich Corona-bedingt alleine im "Homeoffice" auf die Firmung vorbereiten. Dazu hatten sie vom ehemaligen Stadtpfarrer Johannes Holdt Informationsmaterial erhalten. Diakon Stephan Drobny gestaltete die Vorbereitung über eine Firm-App.

Wegen der Coronaverordnung fanden über zwei Tage vier Firmgottesdienste statt, wobei die Firmanden ihr Firmsakrament vom emeritierten Weihbischof Johannes Kreidler, von Diakon Drobny und Diakon Olli Pfaff erhielten. Die Gottesdienste wurden musikalisch von der Gruppe Tibi Deo, bestehend aus Sylvia und Thomas Grathwohl aus Rottweil, feierlich umrahmt.

Zu Beginn drückte Weihbischof Kreidler seine Freude aus, dass alle gemeinsam trotz der Coronaeinschränkungen feiern konnten. Diese Coronazeit schränke immer noch alle ein, sei es in der Schule mit Wechselunterrricht, digital oder Präsenzunterricht mit Maske. Freunde könne man nur sporadisch sehen, und oft müsse man allein sein, so Kreidler. Dies nage an der Lebensqualität und am eigenen Selbstbewusstsein. Jesus habe das Reich Gottes mit einem Senfkorn verglichen. Das Kleinste aller Samenkörner bilde sich zu einem Baum. Das Reich Gottes sei überall erlebbar. Doch überall, wo sich unter den Menschen etwas bewege, sei Leben, so wie es Gott von den Menschen haben wolle. "Macht euch trotz aller Einschränkungen innerlich nicht fertig", sagte Kreidler: "Bleibt selbst nicht stehen, nehmt die ganze Welt mit und verliert euch gegenseitig nicht aus dem Blickwinkel, sondern wendet euch gegenseitig zu", predigte er. "Die Firmung sagt, du bist wertvoll, und ich will den Weg weitergehen, den ich an der Taufe begonnen habe – in der Spur Jesu."

Vielerorts, so Kreidler, ließen sich nur noch etwa die Hälfte der Jugendlichen firmen. "Wir dürfen froh darüber sein, dass es in unseren Gemeinden anders ist. Wir danken daher allen Jugendlichen für die gute Mitarbeit in dieser schwierigen Zeit", führte Kreidler weiter aus.

Das Wort "Firmung" kommt vom lateinischen "firmare" und heißt übersetzt Stärkung, Festigung. Die Firmung ist neben der Taufe und der Erstkommunion das dritte Sakrament in der Reihe, mit der die jungen Menschen in die katholische Glaubensgemeinschaft hineingeführt werden.

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