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Schömberg Inzwischen hat sie bereits fünf Priester erlebt

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Cornelia Lapeta ist Pfarramtssekretärin in St. Joseph in Schömberg.Foto: Krokauer Foto: Schwarzwälder Bote

Ohne eine Pfarramtssekretärin würde angesichts des Verwaltungsaufwandes in einer Kirchengemeinde nichts gehen. Cornelia Lapeta arbeitet bei der katholischen Kirchengemeinde St. Joseph in Schömberg seit mehr als 20 Jahren in dieser Funktion.

Schömberg. 1999 hat der damalige Pfarrer Hans Hagenmaier Lapeta als Pfarramtssekretärin eingestellt. Vorher gab es diese Funktion in der Kirchengemeinde St. Joseph nicht. Die Büroarbeit erledigte der Pfarrer zuvor selbst.

Lapeta ist in Schömberg aufgewachsen. Sie feierte 1976 in St. Joseph ihre Erstkommunion. Ihr Jahrgang war der erste, den Pfarrer Hagenmaier in Schömberg betreute. Ein Jahr zuvor war er aus Gündringen nach Schömberg gekommen. Lapeta engagierte sich seither stets in ihrer Gemeinde. Sie sang im Kinderchor mit und war als Sternsinger unterwegs. Seit 1984 ist Lapeta auch im Kirchenchor. Im Musikverein Schömberg ist sie seit 1980 und spielt Querflöte.

Auf der Ehrentribüne beste Sicht auf den Papst

Als Jugendliche war Lapeta bei den Sommerzeltlagern in Oberndorf am Neckar mit dabei, ab einem Alter von 16 Jahren auch als Betreuerin. In den 1990er-Jahren war sie eine Periode als Kirchengemeinderätin aktiv und engagierte sich ab 1997 im Frauenkreis.

Ein Highlight war in Lapetas Leben, als sie im Jahre 2011 beim Besuch von Papst Benedikt XVI. in Freiburg dabei war. Auf der Ehrentribüne, wo auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann war, hatte sie beste Sicht auf den Papst.

Doch eine Karriere in der katholischen Kirche war nicht automatisch vorgezeichnet. Nach dem Abitur am Gymnasium in Neuenbürg im Jahre 1986 absolvierte sie eine Ausbildung zur Bankkauffrau. Berufsbegleitend studierte sie Bankwesen mit dem Schwerpunkt Außenhandel. Später wechselte Lapeta von der Landeshauptstadt in die Pforzheimer Filiale der betreffenden Bank und absolvierte eine Ausbildung zur Gold- und Devisenhändlerin. Mit der Geburt ihres Sohnes Joseph ging Lapeta in den Erziehungsurlaub. Während dieser Zeit fragte Pfarrer Hagenmaier, ob sie ihn nicht nebenher unterstützen könnte. Ihr Arbeitgeber hatte nichts einzuwenden. Nach dem Erziehungsurlaub stand Lapeta vor der Frage, ob sie zurück zur Bank gehen sollte. "Ich habe mich bewusst für die Kirche entschieden", sagt sie.

Das Amt der Pfarramtssekretärin ist kein Ausbildungsberuf. Voraussetzung ist eine kaufmännische oder verwaltungstechnische Ausbildung. Lapeta absolvierte die entsprechenden Grund- und Aufbaukurse am Institut für Fort- und Weiterbildung der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

Ihr Büro in Schömberg hat Lapeta selbst eingerichtet. Manche Vorgänge mussten auf EDV umgestellt werden, was Pfarrer Hagenmaier zuvor noch per Hand erledigte.

Im Jahre 2011 und damit vor genau zehn Jahren ergab sich für Lapeta eine weitere Option. Sie griff zu und wurde Verwaltungsangestellte in der Geschäftsstelle des katholischen Dekanats in Calw. Seitdem arbeitet Lapeta wieder in Vollzeit. Zwei Drittel ihrer Arbeitszeit verbringt sie im Dekanat und ein Drittel im Pfarramt in Schömberg.

Inzwischen wurde Lapeta zur Sprecherin der Pfarramtssekretärinnen im Dekanat Calw gewählt. In dem 1990 gegründeten Berufsverband der Pfarramtsekretärinnen der Diözese Rottenburg-Stuttgart ist Lapeta seit 1999 Mitglied. Seit 2015 ist sie im Beirat und seit 2019 Vorsitzende. In der Diözese arbeiten 1025 Personen in dieser Position – darunter drei Männer.

"Der Beruf ist sehr vielfältig", sagt die 53-Jährige. Sie freut sich, wenn eine Familie ins Pfarramt kommt, um die Taufe eines Kindes zu organisieren oder wenn ein Brautpaar die Hochzeit anmeldet: "Jeder Vorgang hat ein persönliches Gesicht." Es gebe keine Blaupause. Ob Ehen, Taufen, Erstkommunion, Firmung, Kirchenein- oder austritt und Beerdigungen alles wird in das Kirchenbuch eingetragen. Es wird in einem löschmittelfesten Tresor aufbewahrt. All diese Vorgänge werden mit einem Siegel versehen, wobei jede Kirchengemeinde ihr eigenes hat. Seit 2018 hat die katholische Kirchengemeinde Schömberg ein neues Siegel erhalten. Entworfen hat es der Grafiker Martin Riedt. Das Führen des Kirchenbuches ist sozusagen amtlicher Teil der Aufgaben einer Pfarramtssekretärin. Daneben muss eine Pfarramtssekretärin auch die Abläufe in einer Gemeinde organisieren, wie zum Beispiel Ehrenamtliche zu bestimmten Aufgaben einteilen und Gottesdienstpläne erstellen.

Christen müssen zusammenhalten

Ein tiefer Einschnitt in Lapetas Leben war der Tod von Pfarrer Hagenmaier im Jahre 2007. Auch mit seiner Schwester, Pfarrhaushälterin Rita Hagenmaier, war sie freundschaftlich verbunden. Sie starb im Jahre 2017. Besonders Pfarrer Hagenmaiers Jugendarbeit hat sie begeistert. In seiner Zeit hatte die Kirchengemeinde in der Spitze bis zu 35 Messdiener. Sehr am Herzen lag ihm die Ökumene, erinnert sich Lapeta und zwar zu einer Zeit, als dies alles andere als selbstverständlich war. "Christen müssen zusammenhalten", habe er immer gesagt, so Lapeta rückblickend.

Seit Hagenmaiers Tod hat Schömberg keinen eigenen Pfarrer mehr. Die rund 1700 Katholiken in Schömberg mit den Teilorten Bieselsberg, Lan­genbrand, Oberlengenhardt und Schwarzenberg sowie in Oberreichenbach mit Igelsloch, Oberkollbach und Siehdichfür müssen sich einen Pfarrer beziehungsweise Pfarrvikar mit den Kirchengemeinden Calmbach/Höfen, Bad Wildbad und Enzklösterle teilen. All diese Kirchengemeinden sind zur Seelsorgeeinheit Obere Enz zusammengefasst. Mit Andreas Frosztega, John Kennedy Mensah, Paulinus Nwaigwe und Paul Kalarickal arbeitet Lapeta inzwischen mit dem fünften Priester zusammen.

Paul Kalarickal ist seit dem vergangenen Jahr für die Seelsorgeeinheit zuständig. Wegen Corona hatte er den schlechtesten Start, den man sich vorstellen kann, bedauert Lapeta. Ständig habe improvisiert werden müssen. "Ich wünsche ihm, dass er nach Corona durchstarten kann", sagt sie abschließend.

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