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Schömberg "Investition in Immobilie zahlt sich aus"

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Energieberater Hermann Dannecker zeigt auf ein großes Plakat in seinem Büro, das die "Warming Stripes" für Baden-Württemberg zwischen den Jahren 1880 und 2018 zeigt. Ganz deutlich an den roten Streifen zu sehen: In den vergangenen Jahren wurde die Durchschnittstemperatur immer wärmer. Für Dannecker ein Argument dafür, angesichts des Klimawandels auch verstärkt auf einen "sommerlichen Wärmeschutz" bei der Gebäuderenovierung zu achten.Foto: Visel Foto: Schwarzwälder Bote

Die Corona-Krise hat in den vergangenen Monaten die Themen Energiewende und Klimawandel überlagert, die aber weiter aktuell bleiben. "Dabei spielt die Einsparung von fossilen Energien zur Heizung der Gebäude eine immer wichtigere Rolle", sagt der Schömberger Architekt und Energieberater Hermann Dannecker.

Schömberg. Seit 1. Januar gilt die CO2-Abgabe. Die Autofahrer spüren den damit verbundenen Preisanstieg bereits an der Tankstelle. Aber nicht nur der Sprit wird wegen der Abgabe teuer, auch das Heizöl und das Erdgas. "Und das ist nur der Anfang", betont Dannecker, der auch Vorsitzender des Deutschen Energieberater-Netzwerks (DEN) ist. So seien für eine Tonne CO2 25 Euro fällig; auf den Liter Heizöl umgerechnet bedeute dies rund zehn Cent, bei Erdgas etwa acht Cent und beim Liter Benzin ebenfalls etwa acht Cent.

Die CO2-Abgabe werde bis 2025 aber weiter steigen. Für eine Tonne CO2 würden dann 55 Euro fällig; was umgerechnet auf den Liter Heizöl 25 Cent bedeute. Und auch dann ist laut Dannecker das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. Denn zwischen 2025 und 2026 gebe es einen Korridor mit einem Abgabenpreis zwischen 55 und 65 Euro. Und danach greife der "freie Markt". Was dann komme, sei noch ungewiss. Der reelle Preis für eine Tonne CO2 liege bei 120 Euro; das wäre pro Liter Heizöl nochmals ein Aufschlag von rund 40 Cent.

Dannecker: "Das alles ist teilweise schon politisch beschlossen und zeigt klar auf, dass die Energiekosten künftig stark steigen werden." Dazu komme, dass sich Deutschland bis 2030 dazu verpflichtet habe, gegenüber 1990 40 Prozent des CO2-Ausstoßes einzusparen. Die EU habe gar eine Einsparung von 55 Prozent beschlossen. Erreiche Deutschland das Sparziel nicht, müssten aus dem Ausland teure Energiezertifikate eingekauft werden.

Daher sei absehbar, dass die Verordnungen weiter verschärft würden, auch was den Einbau neuer Heizungen angehe. So sei beispielsweise ab 2026 eine neue Ölheizung nur noch mit einem regenerativen Anteil über Wärmepumpe, Fotovoltaikanlage oder Kollektoren möglich.

Daher stelle sich zwangsläufig die Frage: Was kann der private Verbraucher tun? Die Antwort ist für Dannecker klar: "Den Energiebedarf fürs Heizen durch die Dämmung des Gebäudes reduzieren und etwa mittels einer Pelletsheizung oder einer Wärmepumpe auf regenerative Energien setzen. In Verbindung mit einer Fotovoltaikanlage und eines Stromspeichers ist der Hausherr dann weitgehend energie-autark."

Als gelungenes Beispiel einer solchen Sanierung nennt Dannecker das Gebäude von Lukas Pfenning in der Hochbergstraße in Schörzingen. Das in den 1960er-Jahren erbaute Haus sei auf den Effizienzhaus-Standard 55 mit der Dämmung der Kellerdecke, des Dachs, dem Einbau einer Lüftungsanlage und anderem mehr gebracht worden. Angesichts des Klimawandels mit immer wärmeren Temperaturen setzt Dannecker auch auf einen sommerlichen Wärmeschutz. Dieser könne durch Holzweichfaserplatten erreicht werden, die über die Dachsparren kommen. Damit erreiche man im Dachgeschoss eine Temperaturminderung von etwa vier bis fünf Grad, was ein angenehmes Raumklima zur Folge habe.

Bei einer Rundumsanierung könne eine Energieeinsparung von 70 bis 80 Prozent erzielt werden, weiß Dannecker. Das alles sei natürlich nicht umsonst zu erhalten. Der Energieberater rechnet bei einem Einfamilienhaus dafür mit Kosten zwischen 150 000 bis 200 000 Euro. Allerdings gebe es vom Staat hohe Zuschüsse, in Baden-Württemberg bis zu 42,5 Prozent bei einer Höchstfördersumme von 120 000 Euro pro Wohneinheit. Lasse sich der Eigentümer von einem anerkannten Energieberater einen Sanierungsfahrplan erstellen, gebe es fünf Prozent mehr an Fördergeldern.

Für Dannecker ist klar: "Solche Investitionen ins Wohneigentum rechnen sich und amortisieren sich bei den gegenwärtigen Konditionen in zehn bis zwölf Jahren. Neben der Energieeinsparung und dem damit verbundenen Umweltschutz sei ebenfalls zu bedenken, dass es aktuell keine Zinsen für Bankguthaben gebe; die Preise für Immobilien jedoch hätten sich stetig erhöht. "Mit einer Sanierung und dem Einbau einer modernen Heizung investiere ich in den Werterhalt meines Hauses und erziele damit auch eine Wertsteigerung der Immobilie. Und dabei ist der künftige Preisanstieg bei fossilen Energien noch gar nicht mit eingerechnet."

Hausherren, die mit einer Gebäudesanierung liebäugeln, rät Dannecker, längerfristig zu planen, weil Energieberater und Handwerker gut ausgelastet seien. Zudem benötige die Bewilligung der Fördergelder etwas Zeit.

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