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Schömberg Geringe Zahl von Erstklässlern sorgt im Gemeinderat für Diskussion

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Die Ludwig-Uhland-Schule in Schömberg soll digital vorangebracht werden.Foto: Krokauer Foto: Schwarzwälder Bote

Schömberg. Dank des Engagements von Eltern und Lehrern ist in der Ludwig-Uhland-Schule in Schömberg während der Corona-Krise der Regelbetrieb aufrechterhalten worden. Bürgermeister Matthias Leyn dankte in der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend für dieses Engagement. Rektor Hans-Jürgen Weber sagte in seinem Bericht , dass es an der Schule bislang keinen Corona-Fall gebe: "Die Eltern nehmen die Situation sehr ernst."

Große Sorgen machen sich die Gemeinderäte darüber, dass im nächsten Jahr lediglich 58 Kinder eingeschult werden. Dabei waren vom Einwohnermeldeamt rund 90 bis 100 Erstklässler gemeldet worden.

Nach Webers Worten werden im Schuljahr 2020/2021 unter Pandemiebedingungen 18 Klassen und zwei Vorbereitungsklassen unterrichtet. Davon sind zwölf Grund- und sechs Werkrealschulklassen. In Klassenstufe 2 sind 74 Schüler. In Stufe 3 sind es 66 und in 4 weitere 63. Bei einem Klassenteiler von 28 Schülern sei bei einer solchen Entwicklung eine dritte Klasse in Gefahr. In Stufe 5 der Werkrealschule würden 22, in Klasse 6 weitere 23, in Klasse 7 ebenfalls 23, in Klasse 8 sogar 28 und in Klasse 9 schließlich 25 Schüler unterrichtet. Besonders wichtig sei, dass es eine Klasse 10 mit 23 Schülern gebe, so Weber. Es sei deshalb derzeit möglich, in Schömberg einen mittleren Bildungsabschluss zu erreichen. Der Großteil der Zehntklässler komme aus Calmbach, da die dortige Werkrealschule keine zehnte Klasse bilden könne. Deshalb seien gute Busverbindungen sehr wichtig.

Momentan sind 43 Schüler für die Ganztagesgrundschule angemeldet. Weber geht davon aus, dass die Anmeldungen für die Ganztagesschule konstant bleiben. Die Abnahme der Ganztagesschüler in den vergangenen Jahren und die jetzt relativ geringe Zahl erklärte Weber damit, dass viele Eltern ihre Kinder zur Mittagszeit zu Hause haben wollten. Ihnen reiche eine Betreuung bis 14 Uhr. Er habe keine anderen Gründe für diesen Rückgang gehört, sagte Weber auf eine entsprechende Nachfrage von Susanne Ring, Vorsitzende der Fraktion Mensch, Umwelt, Zukunft (MUZ).

Der Fraktionschef der Unabhängigen Wählervereinigung (UWV), Gerold Kraft, fragte, warum es so wenige Erstklässler gebe. Er fragte Weber, ob die Schule ein "Imageproblem" habe. Ein solches Imageproblem bestritt der Rektor. Nach seinen Worten gebe es wenige Zurückstellungen. So würden Kinder auch in einem Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum (SBBZ) angemeldet. "Im nächsten Jahr sind die Zahlen nicht mehr so problematisch", sagte Weber.

Kraft wollte auch wissen, wie es mit der digitalen Bildung der Lehrer aussehe. Weber antwortete, dass ein Team von Pädagogen den Medienentwicklungsplan bearbeite. Er soll zum Schuljahresende 2020/2021 vollständig ausgearbeitet sein. Kraft fragte zudem, wie es in der Schule mit WLAN aussieht. Bauamtsleiter Martin Dittler antwortete, dass in ein bis zwei Jahren jedes Klassenzimmer mit WLAN ausgestattet sein soll.

Nicht zufrieden mit dem Bericht von Weber zeigte sich CDU-Gemeinderat Joachim Zillinger. Auch er sprach die geringe Zahl von Erstklässlern im nächsten Jahr an und mahnte eine enge interkommunale Zusammenarbeit an. Bei der Digitalisierung habe er den Eindruck, dass die Ludwig-Uhland-Schule relativ spät dran sei. Er zeigte sich besorgt darüber, mit "welcher Langsamkeit" die Digitalisierung angegangen werde. Wie Kraft hatte er auch die Pädagogen im Blick: "Wie fit sind unsere Lehrer?" Auch Gemeinderat Jörg Krax (MUZ) wünscht sich wieder mehr Erstklässler: "Die Schule muss dreizügig bleiben."

Die Kritik an der geringen Zahl der Erstklässler konnte Weber nicht verstehen. An den Anmeldungen könne er nichts ändern. In Sachen Digitalisierung wiederholte er seine Ausführungen, wonach der Medienentwicklungsplan im Sommer 2021 ausgearbeitet sei: "Wir sind nicht hinten dran." Er könne aber mit dem zuständigen Kollegen darüber sprechen, dass dem Gemeinderat der Stand der Digitalisierung vorgestellt werde. Er erinnerte daran, dass einige Lehrer während der Corona-Krise sogar Videokonferenzen abgehalten hätten. Weber fragte Zillinger, wie viele Haushalte die Möglichkeit für eine Videokonferenz überhaupt hätten. Das konnte Zillinger nicht beantworten. Der Christdemokrat war der Auffassung, dass an vielen Rädern gedreht werden müsse. Der Rektor müsse den Gemeinderäten sagen, welche Räder das seien.

Kommune kauft Geräte

Weber antwortete, dass alle gefragt seien. Er lobte das Engagement von Eltern, die anderen Kindern sogar alte Laptops mitgegeben hätten. Solche Möglichkeiten etwa gebe es in Pforzheim nicht, wo er vor seinem Wechsel nach Schömberg gearbeitet habe.

Wie sich der Bedarf in Sachen Schulsozialarbeit entwickle, müsse erst noch abgewartet werden, sagte Weber auf eine entsprechende Nachfrage von Gemeinderat Tino Bayer (UWV). Ein Angebot gebe es erst seit Kurzem. Darüber hinaus werde man an der Ludwig-Uhland-Schule über die Einführung eines von Bayer angeregten Schulfaches mit der Bezeichnung "Glück" nachdenken.

Eine gute Nachricht durfte Weber aber von der Gemeinderatssitzung mitnehmen. Das Gremium beschloss, für die Schule 34 iPads inklusive Ausstattung und Zubehör sowie zwei LED-TV für rund 33 600 Euro anzuschaffen. Dafür bekommt die Kommune sogar einen Zuschuss in Höhe von rund 34 800 Euro.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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