Der Schömberger Musikverein spielte am Sonntag zum Frühschoppen beim Turmwochenende. Quelle: Unbekannt

Im Juni wurde der Aussichtsturm in Schömberg feierlich eingeweiht. Seitdem haben rund 18 000 Besucher den Ausblick von der 50 Meter hohen Plattform genossen. Am Wochenende gab es eine besondere Aktion für alle Schömberger, denn sowohl am Samstag als auch am Sonntag war für sie der Eintritt frei. 

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Schömberg - "Die Leute sind dankbar für diese Möglichkeit", meinte Bürgermeister Matthias Leyn, der an beiden Tagen vielen Menschen persönlich die Frei-Tickets übergab – nach der Kontrolle der Personalausweise. Und viele nahmen dieses Angebot an. Am Sonntagmittag rechnete Leyn mit insgesamt etwa 1000 Besuchern am Wochenende.

Auch ein kleines Rahmenprogramm wurde geboten. An beiden Tagen wurden die Gäste am Fuß des Turmes vom Musikverein und dem CDU-Ortsverband bewirtet. Am Sonntagvormittag spielte der Musikverein sogar noch zum Frühschoppen. "Es ist toll, dass es diese Möglichkeit für Vereine gibt", so der Vorsitzende des Musikvereins, Jürgen Misztl. Man könne einfach eine der zwei permanent aufgestellten Holzhütten benutzen. Für die Vereine sei die Bewirtung eine Möglichkeit des Zuverdiensts. Gerade die im vergangenen Jahr ausgefallenen Veranstaltungen könne man so finanziell etwas abfedern.

"Wir hätten gern etwas mehr Programm geboten"

"Wir hätten gern etwas mehr Programm geboten", erklärte Bürgermeister Leyn. Allerdings habe man in der Planung noch nicht gewusst, wie die Pandemie-Situation Anfang September sei. Deshalb habe man alles lieber etwas kleiner angesetzt. Allerdings sei so auch schnell die Idee entstanden, dass Impfmobil des Landkreises am Turm zu platzieren. Dieses war am Samstagmittag zwei Stunden vor Ort.

Und das Impfmobil zog ebenfalls viele Menschen an. 65 Menschen ließen sich dort eines der Vakzine verabreichen. Es sei der vierte Stopp des Impfmobils in Schömberg. Und es sei schön, dass das Angebot immer wieder so gut angenommen werde.

Aber die Menschen seien auch vom Turm begeistert, so Leyn. Er habe in den zurückliegenden Monaten schon viel positives Feedback bekommen. Besonders Hoteliers, Einzelhändler und Gastronomen erzählten von einem positiven Effekt durch den Turm für ihr Geschäft. Es habe sich auf jeden Fall gelohnt. Und auch die Gegner des Projekts zeigten sich mittlerweile wohlwollender. Der freie Eintritt für die Schömberger sei auch so gedacht, dass sie "ihren Turm" einmal aus der Nähe betrachten konnten. Einzig am Samstag machte das Wetter mit ein paar Schauern einen Strich durch die Rechnung.

Doch die Besucher störte das wenig. "Ich finde es toll", meinte ein Mann aus Schömberg, der mit seiner Frau zum ersten Mal den Turm besuchte. Es sei ein interessanter Blickwinkel auf den eigenen Ort. Vier junge Männer nutzen die Bewirtung, um am Samstag Mittagspause zu machen, stiegen dann aber trotzdem noch auf den Turm. "Besser wie gedacht", meinte der eine. Anfangs sei er dem Turm eigentlich skeptisch gegenüber gestanden. Er hatte ihn für unnötig gehalten. Das mit dem freien Eintritt sei aber eine gute Idee.

Angebot für Kurgästewird abgerundet

Aber auch auswärtige Gäste waren am Wochenende auf dem Turm. "Man sieht so weit und es ist so viel Wald", meinte eine Frau die sich aktuell in Kur in Schömberg befindet. Bei Spaziergängen im Wald könne man sich toll erholen. Und der Aussichtsturm runde das Angebot für Kurgäste schön ab.

Ganz fertig ist das Projekt "Himmelsglück" aber nicht nicht. Es fehlen noch die Seilrutschbahnen Fly-Line und Flying Fox. Der Baugbeginn ist für Ende Oktober geplant. Im Frühjahr sollen beide dann eröffnet werden, ebenso wie die Augenblickunde um den Turm.

Zudem fehlen die Panoramatafeln, welche auf der obersten Plattform die Orientierung beim Blick in die Ferne erleichtern sollen. "Der Fotograf wartet auf eine wirklich gute Sicht", erklärte Touristik und Kur-Leiterin Marina Moser. In den Fernrohren werden diese Informationen aber schon eingeblendet.