Foto: Dillmann

Zahlreiche Zuschauer verfolgen Spektakel auf Schömberger Marktplatz. Husaren sorgen für Ordnung.

Schömberg - Einmalig in der Region: Stolze 232 Fransennarren und 148 Fuchswadel jauchzten und juckten in insgesamt 95 Viererreihen beim Bolanes am Sonntag auf dem Schömberger Marktplatz.

Zuvor zogen die Schömberger Hästräger beim großen Umzug durchs Städtle. Von der Baustelle auf dem Marktplatz ließ sich dort niemand stören. Die Schömberger Fasnetshymne intonierten vier Musikkapellen: diejenigen aus Zimmern unter der Burg und aus Ratshausen sowie die Stadtkapelle zusammen mit der Jugendkapelle. Ihr Weg führte die Narren vom Plettenberg bis zum Marktplatz, wo sie die zahlreichen Zuschauer mehr als zwei Stunden lang an ihrem Brauch erfreuten.

Das bunte Treiben ist aber nicht nur etwas für das Auge. Narrenrat Marc Schwarz erzählte auch allerhand Wissenswertes über das Schömberger Fasnetsbrauchtum. Die Tradition reiche mindestens zurück bis ins Jahr 1796. Aus dieser Zeit stamme das älteste erhaltene Dokument über die örtliche Fasnet. Es werde vermutet, dass viele Informationen über die Geschichte der Fasnet durch den Stadtbrand 1750 verloren gegangen seien.

Schwarz informierte auch über die Eigenheiten und die Geschichte der einzelnen Narrenkleider, die einmalig sind in der Region. Prunkstücke seien die Einzelfiguren Husar, Harzer, Halbschwarzer, Blätzle und Warz’.

Die Husaren sorgen etwa für die Ordnung während des Umzugs, und der Halbschwarze versüßt den Beginn des Frühlings mit Süßigkeiten. Nicht wegzudenken aus dem Fasnetstreiben sind auch die "Zwanzger". Sie vollenden in diesem Jahr ihr 20. Lebensjahr und organisieren wesentliche Termine der Schömberger Fasnet – so unter anderem das "Facklafiar" (Fackelfeuer). Am "Fasnetssonndig" zogen sie durch Schömberg und riefen: "Narrablättle – ’s neischt vom Städtle!". Sie verkauften das Fasnetsblatt mit allerhand Klatsch und Tratsch aus dem Städtle.

Nachdem das Schellengeschirr wieder und wieder im Gleichtakt ertönt war, genossen die Narren ihren Feierabend in der Stauseehalle. Dort gab es ein fröhliches Beisammensein aller Schömberger Fasnetsliebhaber.