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Schömberg Fairtrade-Stadt: "Anfang ist gemacht"

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Anette Schwenk vom Missionskreis freut sich, dass Apotheker Stefan Spindler fair gehandelten Kaffee nun auch in der Stadtapotheke Schömberg anbietet. Zudem ist er in "Broldes Garten" in Schörzingen erhältlich. Foto: Visel Foto: Schwarzwälder Bote

Schömberg ist auf dem Weg zur "Fairtrade-Stadt". Initiiert vom Missionskreis der katholischen Kirchengemeinde, hat Bürgermeister Karl-Josef Sprenger Gewerbetreibende, Vereine, Schulen und Pfarrer zu einem Gespräch ins Rathaus eingeladen.

Schömberg. Bei dem Treffen soll, wenn möglich, eine Steuerungsgruppe gebildet werden, die das Projekt vorantreibt. Die Gruppe soll laut Sprenger einen möglichst breiten gesellschaftlichen Rahmen abdecken. So sind als Mitglieder der Steuerungsgruppe neben Vertretern der Kommune und Kirchen auch Schulen, Kindergärten, Vereine und vor allem auch ortsansässige Einzelhändler gefragt.

Wie berichtet, hatten Roland Schwenk und Manfred Heinzler in der öffentlichen Sitzung des Gemeinderats am 26. Juni das Projekt "Fairtrade-Stadt" vorgestellt. Das Gremium hatte daraufhin beschlossen, dass sich auch Schömberg auf den Weg zur "Fairtrade-Stadt" machen soll.

Wie Sprenger in dem Einladungsschreiben betont, sei die Migrationswelle, die sich nach wie vor aus Afrika in Richtung Europa bewege, nicht zuletzt ein Zeichen für die extrem unterschiedlichen Lebensverhältnisse auf den beiden Kontinenten. Die wirtschaftlichen Perspektiven in Afrika seien unverändert schlecht. Hungersnöte und Missernten ließen nicht wenige Menschen zur Überzeugung gelangen, ihre Heimat verlassen zu müssen. Eine der Maßnahmen, die diesem Trend entgegenwirken könnten, so Sprenger, sei die Initiative "Fairtrade- Towns", der sich Schömberg anschließen wolle.

Der Missionskreis der katholischen Kirchengemeinde St. Peter und Paul setzt sich schon seit vielen Jahren für Hilfsprojekte in Tansania ein, um den dortigen Kleinbauern ein besseres Leben zu ermöglichen. Daher wird schon seit geraumer Zeit über den Verein Würzburger Partnerkaffee der fair gehandelte Kaffee einer Kleinbauern-Kooperative im Süden Tansanias vertrieben. Zuletzt haben Mitglieder des Missionskreises 2017 die Kaffeeplantagen besucht und sich von der Qualität des dort angebauten Kaffees überzeugt. Der Kaffee war bislang nur über die katholische Kirchengemeinde (öffentliche Bücherei und Pfarrhaus) erhältlich.

Anette Schwenk vom Missionskreis verkaufte den Kaffee zudem in ihrem Ladengeschäft. Nunmehr freut sie sich, dass auch Steffi und Gerd Brolde in ihrer Gärtnerei "Broldes Garten" in Schörzingen sowie Stefan Spindler von der Schömberger Stadtapotheke den Kaffee in ihr Sortiment aufgenommen haben. "Damit ist ein Anfang gemacht", betont Schwenk und hofft, dass sich noch weitere Geschäfte der Idee anschließen. Denn auch im Rahmen einer "Fairtrade"-Stadt müssten fair gehandelte Produkte in den örtlichen Geschäften angeboten werden. Schwenk: "Ein Aufruf des Missionskreises vor rund eineinhalb Jahren an Firmen und Vereine, ebenfalls fair gehandelten Kaffee zu verkaufen, ist damals aber auf wenig Resonanz gestoßen. Und das, obwohl wir für den Kaffee einen Lieferservice anbieten würden."

Nun setze man darauf, dass viele Schömberger Einrichtungen sich dem Projekt "Fairtrade-Stadt" anschließen wollen und zahlreiche Interessierte zu dem Treffen ins Rathaus kommen.

Schwenk verweist auf die positiven Effekte durch die fair gehandelten Waren. Beispiel Tansania: Der Kooperative in Mbinga gehören 24 Kleinbauern an. Mit den aus dem fairen Kaffeepreis gewonnen Rücklagen könnten die Kleinbauern daran arbeiten, ihre Anbaubedingungen zu verbessern und ihren Kindern eine Schulausbildung zu ermöglichen. Mehr noch: Zusätzlich zum Fair-Trade-Preis würde ein Solidarbeitrag von 38 Cent pro Pfund Kaffee für Hilfsprojekte verwendet. Seit 2000 sei so ein Solidarbeitrag von mehr als 574 000 Euro zusammengekommen.

Das Beste daran sei, dass in der Kaffee-Region ein kleines Krankenversicherungssystem aufgebaut worden sei, an dem sich auch die Kleinbauern beteiligten. Alle Mitglieder der Kooperative hätten inzwischen eine Krankenversicherung abschließen können. Die Versicherten erhielten eine Krankenversicherungskarte und könnten sich im Krankenhaus behandeln lassen.

Zudem unterstützt der Schömberger Missionskreis eine mobile Klinik in dem afrikanischen Land. Diese macht Station in abgelegenen Gebieten. So sei es auch den dort lebenden Menschen möglich, einen Arzt, einen Augenarzt oder einen Gynäkologen aufzusuchen.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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