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Schömberg Eulenbachtal soll offener werden

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Das Eulenbachtal ist inzwischen ziemlich zugewachsen. Mit einer Beweidung, zum Beispiel mit Pferden und Rindern, soll es wieder offener werden. Foto: Krokauer Foto: Schwarzwälder Bote

Der Strukturwandel in der Landwirtschaft hinterlässt seine Spuren. Das Eulenbachtal ist deshalb in den vergangenen Jahren immer mehr zugewachsen. In Zukunft soll es wieder mehr seinen ursprünglichen Charakter als durchgängiges Wiesental bekommen.

Schömberg. Der Gemeinderat von Schömberg beschloss deshalb in seiner Sitzung am Dienstagabend, der Verbuschung des Tales mit einem entsprechenden Mindestflurkonzept entgegenzuwirken. Das Gremium beauftragte einstimmig die Verwaltung, gemeinsam mit der Nachbargemeinde Unterreichenbach, die Umsetzung des Mindestflurkonzeptes zu prüfen und die erforderlichen Haushaltsmittel im Jahr 2020 anzumelden. Bei der Umsetzung dieses Konzeptes wird das Schaffen einer touristischen Attraktion in Form eines Flying-Fox berücksichtigt beziehungsweise das Konzept aus touristischer Sicht ergänzt.

Größere Artenvielfalt

In der Ratssitzung stellte Landschaftsarchitekt Fritz Kusterer vom Ingenieurbüro werkgruppe gruen das Konzept vor. Für die Bearbeitung des Projektes ist Lilli Melter zuständig. Sie ist Studentin im Fach "Nachhaltiges Regionalmanagement". In seinem Vortrag ging Kusterer auf den Wandel des Tales ein. Er beklagte, dass es immer mehr zuwachse und Tiere sowie Pflanzen ihren Lebensraum verlören: "Der Wald kommt immer stärker an den Bach."

Mit dem Konzept soll das Tal wieder offener werden. Kusterer regte an, die Flächen durch Landwirte bewirtschaften zu lassen. Dadurch entstehe eine Win-Win-Situation. Die Bewirtschafter bekämen für ihre Tiere eine Weidemöglichkeit. Umgekehrt profitiere die Bevölkerung davon, dass die Landschaft vielfältiger werde. Sie bekomme wieder ihren Charakter als Wiesental. Der Naturhaushalt werde verbessert und die Artenvielfalt nehme zu. Das Tal werde als Naherholungsgebiet gestärkt. Die Förderung des Tourismus ist nach Kusterers Worten aber nur ein Nebeneffekt. Finanziert werden könne das Programm mit Fördergelder von Leader (EU-Programm). Außerdem gebe es die Möglichkeit, Punkte auf einem Ökokonto für Eingriffe in die Natur an anderer Stelle zu sammeln.

Feste und mobile Zäune

Um das Konzept zu verwirklichen, plädierte Kusterer dafür, ein System aus festen und mobilen Zäunen zu realisieren, um das Weidekonzept umzusetzen. Die festen Zäune sollten rund 30, die mobilen Zäune die restlichen 70 Prozent ausmachen. Kusterer rechnet mit Gesamtkosten in Höhe rund 117 000 Euro.

Um Planungssicherheit zu haben, wollten potenzielle Bewirtschafter der Flächen ein solches Konzept sehen, so Kusterer. In diesem Zusammenhang stellte Kusterer fest, dass sein Büro in dieser Frage eng mit dem zuständigen Revierförster Dominik Dast und dem Landratsamt zusammenarbeite. Zum Zeitplan sagte er, dass das Konzept im Oktober fertig sein soll und im November die Anträge auf den Weg gebracht werden müssten. Kusterer hofft auf eine Förderung in Höhe von rund 50 Prozent der Kosten. Das Konzept werde abschnittsweise umgesetzt.

Gemeinderätin Elfriede Mösle-Reisch (SPD) regte an, bei der Gemeinde einen festen Ansprechpartner für das Konzept zu bestellen. Auf eine entsprechende Nachfrage von SPD-Fraktionschefin Susanne Ring stellte Kusterer fest, dass die Kommune bei dem Projekt die Federführung habe. Ihr gehören nach seinen Worten rund 90 Prozent der betroffenen Waldflächen. Die restlichen zehn Prozent befänden sich in privater Hand. Dabei müsse mit der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg zusammengearbeitet werden.

CDU-Fraktionschef Joachim Zillinger zeigte sich davon überzeugt, dass es in der Region auf jeden Fall zwei mögliche Interessenten gebe, die an einer solcher Bewirtschaftung ein Interesse hätten: "Wir stochern nicht im Schwarzen herum." Für Andreas Ehnis (CDU) gibt es zu diesem Konzept keine Alternative. Außerdem könnten in diesem Bereich Ökopunkte gesammelt werden. Das Projekt sei ein Ausgleich für die Maßnahmen im interkommunalen Gewerbegebiet. Da komme mit der Zeit ein siebenstelliger Betrag zusammen, glaubt er.

Gemeinderat Martin Hackenberg (CDU) merkte kritisch an, dass hier Geld für die Umwelt ausgegeben werde. Auf der anderen Seite werde im Namen der Umwelt Wald gerodet und ebenfalls Geld ausgegeben, sagte er in Anspielung auf den Flächenverbrauch beim Bau von Windkraftanlagen. Er sprach von "Ökofaschismus".

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