Die Geschenke sollen den Abschied leichter machen (von links): Stephan Kiener, Oliver Pfaff, Johannes Holdt, Angelika Faulhaber-Leopold und Manfred Wachter. Fotos: Hauser Foto: Schwarzwälder Bote

Religion: Die katholische Kirchengemeinde Schömberg verabschiedet Pfarrer Johannes Holdt beim Oster-Festgottesdienst

Aus den Augen, aber nicht aus dem Sinn – mit dem Wunsch, sich an seiner neuen Wirkungsstätte am Wallfahrtsort Weggental wiederzusehen, nahm die katholische Kirchengemeinde Schömberg am Ostersonntag im Festgottesdienst in der Stadtkirche nach 24 Jahren Abschied von ihrem Pfarrer Johannes Holdt.

Schömberg. "Lieber Johannes" – sehr persönlich gerieten die Reden nach dem Gottesdienst. So zunächst von Diakon Oliver Pfaff, der unter anderem daran erinnerte, dass ihn der scheidende Pfarrer davon überzeugte, diesen Berufsweg einzuschlagen. Das sei ein Beispiel von der Fähigkeit Holdts, mit Worten Ziele zu erreichen.

Pfaff hob hervor, dass die Gemeinde von Holdt wert geschätzt worden sei, dass man bei ihm auf offene Ohren gestoßen sei und er sich habe begeistern lassen. Er habe die Gemeindemitglieder Vieles machen lassen, weil er ihnen vertraut habe. Dadurch sei Vieles erreicht worden, "was die Kirche zu unserer Stadtkirche gemacht hat", so Pfaff. "Vergelt‘s Gott."

Alles Gute für seine "schöne neue Bestimmung" wünschte der Vorsitzende des Kirchenchors, Stephan Kiener, dem scheidenden Pfarrer. Gerne hätte der Chor eine Orchestermesse zum Besten gegeben, was aber leider nicht möglich gewesen sei.

Als mutigen, tatkräftigen und selbstbewussten Priester mit klaren Positionen habe die Kirchengemeinde Pfarrer Holdt kennen und schätzen gelernt, sagte deren Vorsitzender Manfred Wachter. Er habe ein "unverwechselbares Profil" gezeigt, hinterlasse Spuren. Es sei spürbar geworden, dass das Priestertum Holdts Berufung sei; eine besondere Feierlichkeit hätten jeden seiner Gottesdienste und Predigten ausgezeichnet. Wachter überreichte Holdt eine Dankesurkunde und wünschte ihm Gottes Segen an dessen neuer Wirkungsstätte.

"Überwältigt" zeigte sich Holdt von den Reden und dem langen Applaus der Gemeindemitglieder. Er war erfreut, dass er noch mit Gläubigen den Ostergottesdienst feiern konnte. Dies mache deutlich, dass diese nicht ohne Ostern, nicht ohne den Auferstandenen leben wollten.

Dieser habe den Tod durchlitten und besiegt, ihn entmachtet, wodurch er auch die Angst vor Versagen, Misserfolg und Krankheit, die Furcht vor dem Tod nehme, hielt Holdt in seiner letzten Predigt fest. Er sprach von einer Freiheit, "die es sonst nirgends gibt", von einer Gnade, "die von oben kommt". "Welche Weite wird uns da eröffnet? Wo ist sie sonst zu finden?", fragte Holdt, um gleich zu antworten: "Nirgends!" Er gab den Gläubigen mit auf den Weg, die Angst abzulegen, sich von der Hoffnung beflügeln zu lassen und als neue Menschen zu leben.

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