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Schömberg Eigene "Bio-Farm" ist großer Traum

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Deutsch-japanische Frauenpower in "Broldes Garten": Steffi Brolde, "WWOOFer" Hiroko Ishige sowie Hatsune Dreher-Shimoda (hinten). Fotos: Visel Foto: Schwarzwälder Bote

Sie liebt die Natur, das Landleben und vor allem "deutsches Weizenbier": Hiroko Ishige aus Japan arbeitet derzeit als "WWOOFer" in "Broldes Garten" in Schörzingen. Ihr großer Traum ist es, in ihrem Heimatland eine eigene Bio-Farm zu eröffnen.

Schömberg-Schörzingen. Die 29-Jährige stammt aus der Großstadt Chiba in der Nähe von Tokio. Ihre Familie betreibt einen landwirtschaftlichen Betrieb, der "aber industriell ausgerichtet ist", berichtet sie.

Noch aber hat Hiroko Ishige mit Landwirtschaft in Japan nichts zu tun. Sie arbeitet bei einer Immobilienfirma – "ein Bürojob", sagt sie lachend. Ihr größter Wunsch ist es, später einmal eine eigene Bio-Farm in Japan zu eröffnen. Aus diesem Grund ist sie auch auf die Freiwilligen-Organisation WWOOF (World Wide Opportunities on Organic Farms) gestoßen – eine weltweite Bewegung, die das Bewusstsein für die ökologische Landwirtschaft unterstützt, indem sie Menschen, mit Interesse an der Biolandwirschaft – den sogenannen "WWOOFern" – ermöglicht, praktische Erfahrungen in diesem Bereich zu sammeln.

Insgesamt ein Jahr lang wird sich die Japanerin in Deutschland aufhalten und dabei als freiwillige Helferin mehrere Höfe kennenlernen. Zwei Wochen lang ist sie zu Gast bei Steffi und Gerd Brolde in Schörzingen. Sie lebt bei ihnen und lernt so den deutschen Alltag und die hiesige Kultur kennen. Ihre nächste Station wird Nürnberg sein, was danach kommt, "weiß ich noch nicht", bekennt Hiroko Ishige, die schon einige Brocken Deutsch beherrscht. "Ansonsten unterhalten wir uns auf Englisch", lacht Steffi Brolde. Probleme mit der Verständigung gibt es bei den Broldes allerdings keine. Glücklicher Zufall: Bei ihnen arbeitet auch die Japanerin Hatsune Dreher-Shimoda, die seit Jahren in Deutschland lebt und in Hausen am Tann verheiratet ist.

Das Arbeiten und Leben in Schörzingen gefällt Hiroko Ishige sehr gut: "Ich bin gerne im Gemüsegarten von Gerd, weil viele unterschiedliche Sorten angebaut werden." Begeistert ist sie auch davon, dass "hier alles so grün, und der Wald gleich nebenan ist". Sie liebt den Sommer in Deutschland, der nicht so heiß sei wie der in Japan. Etwas Sorgen bereitet ihr allerdings der bevorstehende Winter: "Ich mag die Kälte nicht."

In "Broldes Garten" ist die Japanerin voll in die tägliche Arbeit integriert: Sie jätet Unkraut, gießt die Pflanzen, erntet und bereitet die Bio-Waren für den Verkauf im Ladengeschäft in der Schörzinger Bachstraße vor.

Hiroko Ishige ist der zweite "WWOOFer" bei den Broldes, zunächst habe ein Mädchen aus Deutschland mitgearbeitet, sagt Steffi Brolde. Ihr Betrieb nimmt das erste Jahr an dem Projekt teil. Im vergangenen Jahr haben sich die Broldes bei der Organisation angemeldet, dann ist der Hof daraufhin überprüft worden, ob die Anforderungen, die die Initiative stellt, eingehalten werden. Die Organisation vermittelt die Freiwilligen jedoch nicht, diese und die Höfe stellen den Kontakt selbst her.

"Wir sind sehr angetan von diesem Projekt", bekennt Steffi Brolde, "denn vom WWOOFen profitieren immer beide Seiten." Abends werde mit Hiroko Ishige gemeinsam gekocht, man lerne eine andere Kultur kennen: "Wir sind wie eine große Familie."

Betrieb seit 20 Jahren

"Broldes Garten" in Schörzingen gibt es seit 20 Jahren. Begonnen haben Gerd und Steffi Brolde mit einem Blumenladen. Schon immer aber haben sie auch Gemüse und Salat für den Eigenverbrauch angebaut. Die Produkte wurden zunächst auch an einem "Marktstand" vor dem Haus verkauft. 2009 wurde das Ladengeschäft eröffnet, das inzwischen über ein umfangreiches Bio-Sortiment verfügt – angefangen von Obst, Gemüse und Käse bis hin zu ökologischen Putzmitteln und Kosmetik. Mit dem "Naturland"-Siegel ist "Broldes Garten" seit 2012 Bio-zertifiziert.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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