Der Aprilscherz eines Lehrers sorgt an der Schömberger Realschule für mächtig Zoff. Foto: Archiv

Lehrer hinterlässt auf Schul-Homepage Nachricht der besonderen Art. RP denkt über Konsequenzen nach.

Schömberg - "Gerade in dieser Situation ist das völliger Unsinn", sagt der Leiter des Staatlichen Schulamts Albstadt, Gernot Schultheiß, über den "Aprilscherz" eines Lehrers an der Schömberger Realschule. Das Schulamt habe den Tatbestand aufgenommen und werde mit dem Regierungspräsidium Tübingen klären, ob es für den Lehrer Konsequenzen gebe.

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Dieser hatte in einem geschützten Bereich der Schul-Homepage, auf der die Lehrkräfte Aufgaben für die Schüler hinterlegen, die diese zu Hause erledigen sollen, eine Nachricht der besonderen Art hinterlassen: Aufgrund der derzeitigen Situation habe man beschlossen, alle am Schulleben Beteiligten, also auch die Schüler, mit Schutzmasken auszustatten. Um den individuellen Mundschutz anfertigen zu können, sollten Angaben zu den Schülern wie deren Kopfumfang, ein Foto vom Mund-Nasen-Bereich, eine grobe Schätzung des Speichelflusses und die bevorzugte Farbe der Schutzmaske an die Klassenlehrer zurückgeschickt werden.

Schulamtsleiter Schultheiß rechnet dem Lehrer "aber hoch an", dass dieser sich nach Intervention der Schulleitung bereits bei allen Kollegen, Eltern und Schülern entschuldigt habe: "Sollte ich Ihre Gefühle verletzt, oder Sie durch das Schreiben unnötigerweise besorgt haben, so möchte ich mich für die bereiteten Unannehmlichkeiten in aller Form entschuldigen", schreibt er. Mit seinem Aprilscherz habe er lediglich "in diesen schwierigen Zeiten erheitern wollen", weil er der Meinung sei, "dass man in einer solch prekären Phase den Humor nicht verlieren darf."

Der Scherz kam bei Eltern aber nicht gut an: "Dieser Lehrer hat seinen Beruf verfehlt", hieß es, und: "Das ist eine Unverschämtheit."