Da herrschte noch viel Freude beim Bundestagsabgeordneten Hans-Joachim Fuchtel, bei Schömbergs Kommandant Rainer Zillinger, der Schömberger Bürgermeisterin Bettina Mettler, Kreisbrandmeister Hans-Georg Heide (von links) sowie bei weiteren Feuerwehrleuten, als das Schömberger Feuerwehrfahrzeug nach Griechenland gefahren wurde. Foto: Kraushaar

Hans-Joachim Fuchtel (CDU) wird laut Bericht Opfer der griechischen Korruption. Ein Fahrzeug stammt aus Schömberg.

Schömberg - Skandal um deutsche Feuerwehrautos? Hans-Joachim Fuchtel macht offenbar Bekanntschaft mit der griechischen Korruption. Der CDU-Bundestagsabgeordnete zeigt sich von den Vorwürfen überrascht.

Gegen den griechischen Verband der freiwilligen Feuerwehrleute (Esepa) jedenfalls wird wegen Betrügereien ermittelt. Das berichtet "Spiegel Online". Dabei hatte Fuchtel (Wahlkreis Calw/Freudenstadt) auf die Zusammenarbeit mit Esepa gezählt. So hatte im Oktober vorigen Jahres der Sonderbeauftragte von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in der Hafenstadt Thessaloniki vier Feuerwehrautos samt Ausrüstung an Esepa übergeben. Doch ist jetzt nicht einmal mehr auf griechische Feuerwehrleute Verlass?

Esepa jedenfalls warb mit der Absicht, Feuerwehrstationen aufzubauen, sich an Hilfsaktionen zu beteiligen und Ausrüstung instand zu halten, schreibt "Spiegel Online". Dabei hatte Esepa nach griechischem Recht dafür gar keine Erlaubnis, heißt es in dem Bericht. Darüber hinaus gehe es um Vorwürfe, wonach Esepa lokalen Beamten Schmiergelder angeboten haben soll, um die Zusammenarbeit zu sichern.

Ein Ermittler, der mit dem Fall zu tun hat, berichtete "Spiegel Online", dass die Organisation durch Betrügereien seit 2000 einen Schaden von 2,5 Millionen Euro verursacht haben soll. Nach Angaben der Polizei ließen mehrere Bürgermeister, Stadträte und Einzelpersonen Esepa Spenden zukommen als Gegenleistung für die versprochene Feuerwehrarbeit und die Katastrophenhilfe, heißt es weiter.

Fuchtel selbst zeigte sich auf Anfrage unserer Zeitung überrascht von den Vorwürfen.­ Der Deutsche Feuerwehrverband habe sich vor Ort von dem hohen Ausbildungsstand von Esepa überzeugt. "Es ist noch längst nichts bewiesen", sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete. Er wird von der deutschen Botschaft über den weiteren Fortgang der Ermittlungen informiert.

Entmutigen lässt sich Fuchtel, der unter anderem auch die Deutsch-Griechische Versammlung (DGV) leitet, aber nicht. "Es gibt so viele Projekte in Griechenland", sagte er. Dabei würden zahlreiche positive Erfahrungen gemacht.

Auch Rainer Zillinger, Kommandant der Feuerwehr in Schömberg (Kreis Calw), berichtet, dass man den besten Eindruck von Esepa gehabt habe. Von der Schömberger Feuerwehr stammt eines der Fahrzeuge. Sollte an den Vorwürfen etwas dran sein, werde er darauf drängen, dass die Fahrzeuge eine andere Verwendung finden, so Zillinger. Hier ist er sich mit Fuchtel einig. Die Fahrzeuge müssten dann im Katastrophenschutz eingesetzt werden, so der Abgeordnete.

"Alle weiteren Projekte sind vorerst auf Eis gelegt", stellte Zillinger darüber hinaus klar. "Die Fakten müssen auf den Tisch", forderte der Kommandant nachdrücklich. Zillinger betonte, dass die Feuerwehr in dieser Angelegenheit mit der Gemeinde Schömberg sowie dem Calwer Landratsamt in Kontakt steht.