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Schömberg Arbeitskreis Asyl sucht weiter Paten für Flüchtlinge

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Im vergangenen Sommer war das Asyl-Café auf der Terrasse des Kurhauses. Wegen der Corona-Krise gibt es momentan überhaupt kein Asyl-Café. Foto: Bayer Foto: Schwarzwälder Bote

Schömberg. Flüchtlinge leiden besonders unter der Corona-Krise. Schließlich müssen sie sich in einer fremden Umgebung zurechtfinden. Besonders wichtig sind in dieser Situation Paten, die im Alltag zur Seite stehen. Momentan kümmern sich beim Arbeitskreis Asyl Schömberg unter dem Dach des Vereins "Menschen helfen Menschen" acht bis zehn Ehrenamtliche um die Asylbewerber. Einer von ihnen ist Tino Bayer. Er kümmert sich neben Georg Hummler, dem Flüchtlingsbeauftragten des katholischen Dekanats Calw, auch um die Öffentlichkeitsarbeit des Arbeitskreises Asyl.

Bayer hofft, dass weiter ehrenamtliche Paten gefunden werden können. Wer an einer solchen Tätigkeit interessiert ist, soll sich bei ihm unter der Telefonnummer 07084/16 91 melden. Unter dieser Nummer dürfen auch potenzielle Vermieter anrufen. Die Wohnungssuche ist nach Bayers Worten ein großes Problem, weil viele Vermieter Vorbehalte gegenüber Flüchtlingen hätten. Dabei berichteten Vermieter von durchweg positiven Erfahrungen mit Flüchtlingen, berichtet Bayer. Auch nach der erfolgreichen Wohnungsvermittlung würden sich die Paten weiter um die Flüchtlinge kümmern, versichert er: "Das funktioniert gut." Von den von ihm betreuten fünf bis sieben Flüchtlingen hätten die meisten bislang keine eigene Wohnung jedoch eine Arbeit gefunden.

Wegen des hohen Beschäftigungsgrades spricht Bayer von einer gelungenen Integration, auch wenn es derzeit wegen Corona schwierig sei, Arbeit zu finden.

An die große Politik appelliert er, integrierte Flüchtlinge mit einer Arbeit nicht abzuschieben. Schließlich würden Arbeitgeber in diese Menschen einiges investieren. Wegen der Corona-Krise sei momentan jedoch kein Deutschunterricht möglich, bedauert er.

Froh ist Bayer darüber, dass von den acht bis zehn Ehrenamtlichen trotz Corona keiner abgesprungen sei. Sie hielten engen Kontakt zu den Flüchtlingen.

Erleichtert ist Bayer darüber, dass es im ehemaligen Hotel Mönchs Lamm, der größten Flüchtlingsunterkunft im Ort, bislang zu keinem Corona-Ausbruch kam, wie er bei einem Pressegespräch vor Ort deutlich machte. Das bestätigte auf Nachfrage Alina Mundi, Leiterin des Schömberger Ordnungsamtes. Das ehemalige Hotel kaufte der Landkreis Calw. Die Gemeinde Schömberg hat es später angemietet. Nach Mundis Worten sind momentan im Mönchs Lamm 45 Flüchtlinge untergebracht. Weitere fünf Personen im Mönchs Lamm sind Obdachlose. Insgesamt befinden sich in der Glücksgemeinde derzeit 60 Flüchtlinge.

Lob vom Bürgermeister

Im Hinblick auf die Corona-Krise lobt Bayer das Verhalten der Flüchtlinge. Sie hielten die Abstände ein, trügen Masken und lüfteten die Räume. Sie nähmen die Corona-Krise ernst, so Bayer. Die Flüchtlinge hätten engen Kontakt in ihre Heimatländer, wo die Menschen dem Virus im Hinblick auf die medizinische Versorgung schutzlos ausgeliefert seien. Aber in einer solchen Gemeinschaftsunterkunft könne ein Corona-Ausbruch trotz aller Vorsicht nie ausgeschlossen werden, räumt er ein. Zufrieden bemerkt Bayer, dass es im Mönchs Lamm keine Fehlalarme mehr gibt. Sie hatten die Feuerwehr Schömberg auf Trab gehalten. Der Kommandant der Schömberger Feuerwehr, Rainer Zillinger, teilte auf Nachfrage mit, dass seit einiger Zeit im Mönchs Lamm unabhängig voneinander zwei Rauchmelder betätigt werden müssten, damit die Feuerwehr alarmiert werde. Seitdem gebe es keine Fehlalarme mehr.

Wegen der Corona-Krise könne derzeit jedoch kein Asyl-Café abgehalten werden, bedauert Bayer. Im Sommer seien solche Treffen wenigstens auf der Terrasse des Kurhauses möglich gewesen. Auch an ein Fußballspiel sei derzeit nicht zu denken, bedauert Bayer. Dabei hätten sich Flüchtlinge toll beim TSV Schömberg integriert.

Schömbergs Bürgermeister Matthias Leyn lobt die Arbeit des Arbeitskreises Asyl. Die Ehrenamtlichen lösten kleine Probleme, damit sie erst gar nicht zu großen würden.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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