Alle sind stolz auf das neue Jahrbuch: Alfred Kiefer, Hans Neuweiler, Hans Schabert, Frank Wiehe und Martin Frieß (vordere Reihe von links) sowie die Autoren und Mitarbeiter von "Einst & heute – Historisches Jahrbuch für den Landkreis Calw". Foto: Bechtle

"Einst & Heute – Historisches Jahrbuch für den Landkreis Calw" feiert viel beachtete Premiere.13 Beiträge aus der Region.

Schömberg - Groß war die Besucherzahl im Kurhaus Schömberg bei der Vorstellung der Ausgabe 2013 von "Einst & Heute – Historisches Jahrbuch für den Landkreis Calw." Das 176 Seiten umfassende Jahrbuch führt zwei regelmäßige Jahres-Publikationen in einem Band weiter – nämlich "Einst & Heute" vom Kreisgeschichtsverein (KGV) und das Jahrbuch des Landkreises Calw.

Als, auch aus Kostengründen, das Jahrbuch des Landkreises nicht mehr erscheinen sollte, ergriff der KGV die Chance, die beiden Jahresausgaben neu in einem Werk zu editieren und mit dem Sponsoring der Sparkasse Pforzheim Calw sowie einem Zuschuss des Landkreises Calw ein neues Jahrbuch unter dem oben genannten Titel selbst zu erstellen. Die Gesamtredaktion lag in den Händen von Kreisarchivar Martin Frieß, während die beiden Calmbacher Alfred Kiefer (zweiter Vorsitzender des KGV) und Michael Barth (Beisitzer im KGV) das Layout erarbeiteten. Im Redaktionsbeirat wirkten außerdem Klaus Pichler und Horst Roller mit

KGV-Vorsitzender Hans Schabert freute sich nicht nur über den guten Besuch, sondern auch über die Anwesenheit des Landratsstellvertreter Frank Wiehe, Hans Neuweiler (Vorstandsmitglied der Sparkasse Pforzheim Calw) sowie einer beachtlichen Anzahl von Autoren des Jahrbuches 2013. Sein Dank galt allen, die zum Gelingen des ersten gemeinsamen Jahrbuchs beigetragen hatten. Mit einer Auflage von 1500 Exemplaren wird das neue Jahrbuch zum Preis von neun Euro angeboten.

Martin Frieß wies in seiner Ansprache drauf hin, dass man mit der Redaktion und Herausgabe des Buches "intensive Erfahrungen in neuer Konstellation" gemacht habe. Anschließend gab er einen Überblick über die 13 Beiträge im neuen Jahrbuch.

Das Jahrbuch, so Frank Wiehe in seinem Grußwort, gehöre zum "Image unserer Region", zeige es doch ein authentisches Selbstverständnis der Autoren und der Herausgeber mit dem Landkreis, ein selbstbewusstes Profil der Region. Er würdigte die Arbeit der Autoren und lobte das Engagement aller Beteiligten.

Dass diese neue Publikation großen Anklang findet, so Hans Neuweiler, beweise der gute Besuch der Buchvorstellung. Große Recherchen seien oft für kleine Ergebnisse erforderlich gewesen, deshalb sei das Buch eine wahre Schatzkammer für heimatgeschichtlich Interessierte.

Im neuen Jahrbuch sind die folgenden Beiträge enthalten: Fritz Kalmbach beleuchtet die Sachsendeportation im Jahre 804 und Sachsenweiler (Zunweiler/Altenstieg) als wahrscheinlich älteste Rodungskolonisation durch Sachsen. Über die Geschichte der Burgen in Bad Liebenzell schreibt Christoph Morrissey im Artikel "Klosterbuckel und Altschlossebene.". Der württembergische Landhofmeister und Erbkämmerer "Balthasar v. Gültlingen" steht im Mittelpunkt der Abhandlung von Dietmar Waidelich. Wer sich für "Frühe Wasserwerke im Nordschwarzwald" interessiert, findet viele Informationen im gleichnamigen Bericht von Uwe Meyerdirks. Der gewaltsame Tod von Friederike Steiner (Altensteig) und ihres Mörders Karl Maier (Nagold) ist Thema von "Ein Mord, zwei Opfer" von Thomas Bäder. Mit den "Ungerechtigkeiten" der alten Holzgerechtigkeiten im Calwer Wald beschäftigt sich ein Essay von Hans Schabert, während Fritz und Michael Barth eine Dokumentation zum Thema "Großes FDJ-Ferienlager in Calmbach 1952" vorstellen.

Helmut Vester folgt den "Spuren von Frederick Cook", der als ausgewanderter Johann Friedrich Kuch, 1833 in Wildbad geboren und in Birkenfeld aufgewachsen, in der neuen Welt überaus erfolgreich war. In eine ganz andere Richtung geht Martin Frieß, der einen Rückblick auf die Kreisreform 1973 in "40 Jahre Landkreis Calw" gibt. Überlieferung, Rekonstruktion und Einordnung im Bericht "Das Kloster Hirsau und seine mittelalterlichen Glasmalereien" wird von Uwe Gast vorgestellt, während Ulrike Kalbaum in "Der betende Mönch im Klostermuseum Hirsau" ihre Überlegungen zu Memoria und Propaganda am Beispiel romanischer Fassadenreliefs präsentiert. Mit "Inventuren und Teilungen" überprüft Karl J. Mayer die Bedeutung und Aussagekraft dieser Quellengattung für die Geschichtsforschung. Schließlich widmet sich Peter Weidenbach der "Eibe", die er als vergessene heimische Baumart hervorhebt und dabei das Bad Liebenzeller Eibenwäldle vorstellt.

Wer nun glaubt, das neue Jahrbuch sei nur für Historiker geschrieben, wird beim Lesen der verschiedenen Artikel selbst rasch feststellen, dass die frisch und überwiegend unterhaltsam geschriebenen Texte höchst interessante Aspekte aus und über den Landkreis enthalten.

Das neue Jahrbuch hat die ISBN 978-3-86595-524-1 und ist sowohl beim Kreisgeschichtsverein als auch im Buchhandel erhältlich. Weitere Informationen gibt es unter www.kgv-calw.mianba.de

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