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Schömberg 1237 Unterschriften für Notarztstandort

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Johannes Eckard Sträßner vom Reha-Zentrum Schömberg (Zweiter von links) übergab eine Liste mit 1237 Unterschriften an Walter Beuerle (Vierter von links), Präsident des Roten Kreuzes im Landkreis Calw. Die Unterzeichner fordern einen regulären Notarztstandort im Großraum Schömberg. Begleitet wurde Sträßner von Bürgermeister Matthias Leyn (links) und den Gemeinderäten Martin Hackenberg (Dritter von links), Gerold Kraft (Vierter von rechts), Ulrike Mayrhofer und Joachim Zillinger (rechts). Auf dem Bild ist auch Sebastian Kaufmann vom Landratsamt Calw zu sehen. Foto: Krokauer

Schömberg - Der Schömberger Gemeinderat will sich mit der derzeitigen Situation der Notarztversorgung im Großraum Schömberg nicht zufriedengeben. Das Gremium und viele Bürger fordern einen eigenen Notarztstandort. 1237 Personen trugen sich in Unterschriftenlisten ein.

Eine Abordnung, angeführt von Bürgermeister Matthias Leyn, brachte die Listen am Mittwochabend ins Landratsamt Calw. Mit dabei waren CDU-Fraktionschef Joachim Zillinger, seine Fraktionskollegen Ulrike Mayrhofer und Martin Hackenberg, und der Fraktionsvorsitzende der Unabhängigen Wählervereinigung, Gerold Kraft. Johannes Eckard Sträßner, Ärztlicher Direktor und Chefarzt für Orthopädie am Reha-Zentrum Schömberg – Klinik Schwarzwald, begleitete die Kommunalpolitiker. Er übergab die Unterschriftenliste an Walter Beuerle, Präsident des Kreisverbandes Calw des Deutschen Roten Kreuzes. Beuerle ist momentan Vorsitzender des Bereichsausschusses des Rettungsdienstbereiches Calw. Dieses Gremium ist zuständig für die Notarztversorgung im Landkreis Calw. In dem Schreiben an Beuerle heißt es ausdrücklich, dass hinter dieser Forderung alle Mitglieder des Schömberger Gemeinderates stehen.

Vonseiten des Landratsamtes Calw war bei der Übergabe Sebastian Kaufmann dabei. Er ist im Landratsamt Calw Leiter der Abteilung Ordnung und Verkehr. Bei dem Gespräch mit der Schömberger Delegation vertrat er den stellvertretenden Landrat Frank Wiehe. Das Landratsamt ist in dem Bereichsausschuss zwar vertreten, hat aber keine Stimme und darf nur beraten. Außerdem achtet die Behörde darauf, dass alles nach Recht und Gesetz entschieden wird.

Im Gespräch mit Schömbergs Vertretern machte Beuerle deutlich, dass die Notdienste es mit einer steigenden Zahl an Fällen zu tun hätten. Wegen der fehlenden Hausärzte werde schneller der Rettungsdienst angerufen.

Derzeit keine dauerhafte Lösung

Bürgermeister Matthias Leyn sagte, dass die Bevölkerung mit der derzeitigen Situation unzufrieden sei. Man schätze sich zwar glücklich, dass auch der Arzt Peter Löffelhardt die notärztliche Versorgung mit übernehme. Diese Lösung sei aber an eine bestimmte Person gebunden und könne deshalb nicht dauerhaft sein. Rathauschef Leyn machte deutlich, dass der aus Wildbad kommende Notarzt immer später in Schömberg sei als Löffelhardt. Deshalb fordere die Bevölkerung, im Großraum Schömberg einen regulären Notarztstandort einzurichten.

Der Mediziner Johannes Eckard Sträßner vom Reha-Zentrum Schömberg machte deutlich, dass er selbst bis 2010 als Notarzt unterwegs gewesen sei. Der Notarztwagen brauche von Wildbad nach Schömberg mindestens 21 Minuten – bei einer angenommenen Geschwindigkeit von 120 Kilometern pro Stunde. Die vom Gesetzgeber vorgegebenen 15 Minuten seien nicht realisierbar.

Sträßner gab zu bedenken, dass in seiner Klinik auch frisch operierte Patienten behandelt werden sollen. Das sei aber nicht möglich, wenn die Struktur nicht stimme. Hinzu komme die schlechte Situation im öffentlichen Personennahverkehr.

Das Argument mit der Gefahr für frisch operierte Patienten wollte Beuerle jedoch so nicht stehen lassen. Eine Klinik sei ein Spezialobjekt. "Sie müssen organisatorisch Vorsorge treffen und das hausintern regeln", so Beuerle. Es gehe hier um Notfälle auf Straßen und in Häusern und nicht in Kliniken, sagte der Präsident des Roten Kreuzes im Kreis Calw.

Sträßner entgegnete, dass sich das Krankenhaus aber in einem Wohngebiet befinde und sein Haus eine Rehaklinik sei. Beuerle fragte, ob das Reha-Zentrum Schömberg nicht vielmehr selbst einen Notarzt stellen könnte. Sträßner war nicht abgeneigt, genau darüber Gespräche mit dem Bereichsausschuss zu führen.

Gutachten soll Klarheit bringen

Mehr Klarheit erhoffen sich sowohl die Schömberger Delegation als auch Beuerle von einem Gutachten, dass der Bereichsausschuss in Auftrag gab. Es soll nach der Sommerpause vorliegen. Es treffe sich gut, dass auch im Enzkreis eine entsprechende Expertise in Auftrag gegeben worden sei, so Beuerle. Er redete einer umfassenden Vernetzung das Wort. So gebe es Bestrebungen, einzelne Leitstellen so miteinander zu verbinden, dass immer der nächstgelegene freie Rettungswagen zu einem Einsatzort geschickt werde. "In zwei Jahren soll es so weit sein", so Beuerle.

Trotzdem wollte Kraft wissen, ob die Gutachter in ihren Stellungnahmen völlig frei seien. "Es gibt keine Denkverbote", versicherte Beuerle. So werde bereits heute Dobel überwiegend über Neuenbürg versorgt.

Nicht überzeugen konnte Beuerle Gemeinderat Martin Hackenberg. Ihm reicht es nicht, nur gesetzliche Mindeststandards einzuhalten: "Es geht doch um Ethik und Moral." In einer Online-Petition werden jedenfalls weiter Unterschriften für einen eigenen Notarztstandort auf der Enz-Nagold-Platte gesammelt.

 
 

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