Widerwärtiger Verdacht beim Malteser Hilfsdienst in Villingen: Der Fahrer eines Behindertenfahrdienstes soll ein Kind missbraucht haben. Pikant ist die Angelegenheit auch deshalb, weil es sich bei dem Verdächtigen um einen Vereinstrainer handelt.
Wie ein dunkler Schleier liegt der schlimme Verdacht über dem Ansehen des Malteser Hilfsdienstes in Villingen: Hat ein Fahrer eines Behindertenfahrdienstes ein oder gar mehrere Kinder missbraucht? Dieser Frage gehen aktuell die Ermittlungsbehörden nach. Bei dem schlimmen Vorfall sei zudem ein Beifahrer dabei gewesen.
Polizeisprecher Daniel Brill bestätigt Informationen unserer Redaktion, wonach ein Mann im Verdacht steht, sich an mindestens einem Kind mit Behinderungen vergangen zu haben. Mit Details hält man sich angesichts der laufenden Ermittlungen allerdings noch zurück. Brill erklärt hierzu lediglich: „Bei der Polizei wurde in diesem Zusammenhang Anzeige erstattet und folgend ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.“
In enger Absprache mit der zuständigen Staatsanwaltschaft in Rottweil werden die Ermittlungen laut Brill bei der Kriminalpolizei in Rottweil geführt, wobei die polizeilichen Ermittlungen noch nicht abgeschlossen seien. Und: Weitere Auskünfte könnten erst nach erfolgter Aktenvorlage und Prüfung des Verfahrens erteilt werden. Bislang steht den Behörden zufolge also vorerst der Verdacht im Raum – ob es tatsächlich zu strafbaren Handlungen gekommen ist, muss zunächst untersucht werden.
Malteser sind „zutiefst erschrocken“
Doch allein der schlimme Verdacht sorgt dafür, dass auch bei den Maltesern der Schock tief sitzt. Malteser-Bezirksgeschäftsführerin Sabine Kuri: „Dieser Vorfall hat uns alle tief betroffen gemacht. Wir sind immer noch zutiefst erschrocken. Unser Mitgefühl und Unterstützung gilt den Betroffenen und ihren Familien.“
Bei der christlichen Hilfsorganisation arbeite man mit den Ermittlungsbehörden zusammen, um das Geschehene aufzuklären. Noch vor Ende der Ermittlungen hat man jedoch bereits Konsequenzen gezogen, wie die Bezirksgeschäftsführerin deutlich macht: „Wir haben dem beschuldigten Fahrer bereits kurz nach Bekanntwerden der Vorwürfe gekündigt. Auch der Beifahrer ist nicht mehr für uns tätig.“
Interne Abläufe werden geprüft
Ebenso wird die zukünftige Arbeit des Hilfsdienstes hinterfragt, um nach den ersten Anschuldigungen mögliche Schlussfolgerungen zu ziehen. „Wir prüfen derzeit unsere internen Abläufe, um sicherzustellen, dass wir in Zukunft unsere Fahrgäste noch besser schützen“, so Kuri.
Dabei sorgt die Hilfsorganisation eigenen Angaben zufolge schon jetzt dafür, dass die Mitarbeiter in diesen sensiblen Bereichen durchleuchtet werden. „Die Malteser haben zur Vermeidung solcher Fälle bereits vor vielen Jahren ein Schutzkonzept zur Prävention und Intervention von sexualisierter Gewalt initiiert. Dieses durchlaufen sämtliche Mitarbeitenden“, erklärt Kuri. Zudem stehe ein Präventionsbeauftragter jederzeit als Ansprechpartner zur Verfügung.
Ausübungsverbot beim Verein
Eine weitere Facette sorgt zudem dafür, warum der mögliche Vorfall zusätzlich Brisanz erhält. Denn bei dem Beschuldigten handelt es sich um einen Vereinstrainer, der viele Jahre in der Doppelstadt aktiv war und auch Kurse für Kinder gegeben hat. Da die Vereinsarbeit nach derzeitigem Stand vom Missbrauchs-Verdachtsfall nicht betroffen ist, verzichtet unsere Redaktion darauf, den Verein zu nennen.
Dieser hat mittlerweile ebenfalls Konsequenzen aus den Ermittlungen gezogen hat, wie der Vorstand auf Anfrage unserer Redaktion erklärt: „Wir haben der Person bis zur Urteilsverkündung ein Verbot der Ausübung seiner Tätigkeit bei uns ausgesprochen.“
Keine Verdachtsmomente im Verein
Wie auch die Malteser arbeite man mit der Polizei zusammen. Der Vorsitzende stellt jedoch klar, dass es im Rahmen der Trainertätigkeiten in dem Verein nach bisherigem Erkenntnisstand zu keinen Zwischenfällen gekommen ist. „Uns sind keinerlei Vorfälle, oder merkwürdige Situationen im Rahmen der ehrenamtlichen Arbeit der Person bei uns bekannt“, heißt es in diesem Zusammenhang. Man warte deshalb ab, wie die Ermittlungen verlaufen.