Eine angebliche Polizistin meldete sich bei der Rentnerin übers Telefon. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Eine ältere Dame wurde von Telefonbetrügern um einen fünfstelligen Betrag gebracht. Die Übergabe fand öffentlich am helllichten Nachmittag auf der Rottweiler Königstraße statt.

Am Donnerstagnachmittag haben Telefonbetrüger eine 70-jährige Frau mit einem Schockanruf um eine hohe Bargeldsumme gebracht.

 

Gegen 15.30 Uhr meldete sich eine Unbekannte telefonisch bei einer Frau aus einer Gemeinde im Nachbarkreis und gab sich als Polizeibeamtin des Kriminalkommissariats Konstanz aus. Die Anruferin erklärte, die Nichte der älteren Dame habe einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht und befinde sich deshalb in Untersuchungshaft. Nur durch Zahlung einer hohen Kaution könne eine Inhaftierung abgewendet werden.

In dem Glauben, ihrer Nichte helfen zu müssen, fuhr die Frau auf Anweisung mit dem Auto nach Rottweil und übergab im Zeitraum zwischen 18 Uhr und 18.30 Uhr auf dem Parkplatz des Cafés Herz in der Königstraße eine Plastiktüte mit einem fünfstelligen Bargeldbetrag an einen unbekannten Mann, der an das Seitenfenster des Wagens herantrat.

Zynischerweise war es ziemlich genau an dieser Stelle kurz zuvor tatsächlich zu einem dramatischen Unfall gekommen. Als der Telefonanruf abgesetzt wurde, war nicht klar, ob das Unfallopfer überleben würde.

Fünfstelliger Betrag wurde übergeben

Der Abholer wird wie folgt beschrieben: etwa 30 Jahre alt, circa 1,60 bis 1,70 Meter groß, schlanke Statur, dunkler Teint und mit einem Kinn- und Oberlippenbart. Er soll eine dunkle Jacke und ein dunkles T-Shirt getragen haben.

Personen, die am Donnerstag im Bereich des Café Herz in der Königstraße verdächtige Wahrnehmungen gemacht haben oder Hinweise auf die Identität des Abholers geben können, werden gebeten, sich mit der Kriminalpolizeidirektion Rottweil unter Telefon 0741/47 70 in Verbindung zu setzen.

Polizei warnt eindringlich

Die Polizei warnt nochmals eindringlich vor angeblichen „Polizisten“, die ihre Opfer über das Telefon ausfragen oder sogar zur Herausgabe von Geld und Wertsachen verleiten. Die „echte Polizei“ verlange niemals eine Kaution, oder nehme Geld oder sonstige Wertsachen in Empfang.

Bei den sogenannten „Schockanrufen“ rät die Polizei dringend, aufzulegen und über die bekannte Nummer mit seinen Angehörigen direkt Kontakt aufzunehmen. Sollten diese nicht sofort erreicht werden, sollte man sich nicht unter Druck setzen lassen und sich gegebenenfalls zunächst bei Bekannten oder bei der Polizei Rat holen.