Wieder ist es in der Renfrizhauser Palmenstraße zu einem großen Gebäudebrand gekommen. Besonders erschütternd: Dasselbe Gebäude stand bereits vor zwei Jahren in Flammen.
Rund 70 Einsatzkräfte rückten in der Nacht auf Donnerstag in die Renfrizhauser Palmenstraße aus. Der Dachstuhl eines Wohnhauses stand in Flammen. Das Haus hatte bereits im Juli 2023 gebrannt und sich nun im Wiederaufbau befunden.
Dieses Bild macht die Tragik noch deutlicher: Der Baum vom Richtfest war noch am Baugerüst befestigt, der Baufreigabeschein an der Straßenlaterne – für die Wiederherstellung nach dem Brandschaden im Erd- und Dachgeschoss und die Sanierung des Untergeschosses – zeugte vom Wiederaufbau. Glück im Unglück war, dass das dreigeschossige Haus nicht mehr bewohnt war.
Alarmierung gegen 4 Uhr
Die Alarmierung der Einsatzkräfte erfolgte ersten Informationen nach gegen 4 Uhr morgens. Anwohner hatten die Flammen im Bereich des Dachstuhls entdeckt. Beim Eintreffen der Feuerwehr stand ein Teil des Daches bereits in Brand.
Im Einsatz waren zunächst unter anderem die Abteilungen Renfrizhausen, Kernstadt, Mühlheim und Fischingen. Die Einsatzleitung übernahm Carsten Hipp, der erste stellvertretende Gesamtkommandant der Stadt Sulz.
Zusätzliche Atemschutzgeräteträger wurden aus Sigmarswangen angefordert. Zudem war die Drehleiter im Einsatz. Das DRK rückte ebenfalls an. Aus Oberndorf und Horb fuhren wasserführende Großtankfahrzeuge an.
Rauch quillt aus dem Gebäude
Selbst als von außen keine Flammen mehr zu sehen waren, quoll weiterhin Rauch aus dem Obergeschoss. Die Atemschutzgeräteträger waren weiter im Einsatz. Das Dach sollte von außen geöffnet werden, um auch die verbliebenen Glutnester in der Dämmung zu löschen.
Für die Feuerwehr sei von Vorteil, dass noch keine Ziegel auf dem Dach waren. Sonst hätte sich das Feuer im Obergeschoss noch stärker ausbreiten können, meinte der Sulzer Gesamtkommandant Florian Karl vor Ort.
Bürgermeister drückt Bedauern aus
In den Morgenstunden war auch der Sulzer Bürgermeister Jens Keucher vor Ort, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Bereits in der Nacht war er telefonisch von Karl benachrichtigt worden, dass das Gebäude unbewohnt sei und keine Personen zu Schaden gekommen seien.
Diese Nachricht habe er erleichtert zur Kenntnis genommen. Andernfalls hätte sich die Stadt Sulz um die Unterbringung der Betroffenen gekümmert, teilte er mit.
Keucher lobte das funktionierende Zusammenspiel zwischen den Feuerwehren der Kommunen und mit dem DRK. Erst vergangenen Samstag war eine gemeinsame Übung in Hopfau absolviert worden.
Der zweite Brand nun sei ein unfassbarer Schicksalsschlag für die betroffene Familie, die den Mut zum Wiederaufbau gefunden habe, bedauerte Keucher. Er äußerte sein Mitgefühl für die Eigentümer.
Seiner Aufmerksamkeit war nicht entgangen, dass auch der neue Rüstwagen aus Sulz erstmals im realen Einsatz war. Er war erst Mitte September offiziell in Dienst gestellt worden.
Löschwasserversorgung ausreichend
Ein großes Diskussionsthema im Nachgang des ersten Brandes vor zwei Jahren war die Löschwasserversorgung gewesen.
Laut Florian Karl war das örtliche Leitungsnetz ausreichend für die Löschwasserversorgung. Dennoch hatte man vorsorglich eine Leitung vom Mühlbach an den Einsatzort verlegt. Sie führte mehrere hundert Meter die Ortsdurchfahrt entlang, an der Bushaltestelle am Ortseingang Richtung Bergfelden vorbei und die Bühlstraße hinauf bis in die Palmenstraße.
Die Feuerwehr brachte den Brand unter Kontrolle, dennoch entstanden am Dachstuhl und an Teilen des obersten Geschosses starke Beschädigungen. Der entstandene Sachschaden wird von der Polizei derzeit auf 100 000 bis 150 000 Euro geschätzt.
Warum es erneut zu einem Brand im Gebäude in der Palmenstraße kam, ist noch völlig unklar. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.