Böse Überraschung in Deißlingen: Ein Pilz frisst sich durch die Zehntscheuer, das Gebäude ist gesperrt.
Eine Hiobsbotschaft gab es für die beliebte Lauffener „Zehntscheuer“. In dem Gebäude, das vor allem für Lagerräume der Vereine dient und für die allseits beliebten Kulturveranstaltungen der Gruppe „KuKuS“, wurde ein schwerwiegender Bauschaden festgestellt.
Gemeiner Hausschwamm
Das Problem: Bei Aufräumarbeiten wurde entdeckt, dass der erst vor sieben bis acht Jahren verlegte Dielenboden im hinteren Bereich komplett durchfault und eingesackt war. Ein hinzugezogener Gutachter identifizierte den Befall eindeutig als „Gemeinen Hausschwamm“ (echter Hausschwamm), einen holzzerstörenden Pilz.
Als Ursache wurde eine Kombination aus zwei Faktoren ermittelt: Zum einen eine dauerhafte Durchfeuchtung durch Kapillarwirkung aus dem Erdreich und den anliegenden Natursteinwänden. Und zum anderen die fehlende Belüftung. Der neue Boden wurde zu dicht an die Wände verlegt, was eine Luftzirkulation verhinderte und ein ideales Milieu für den Pilz schuf.
Gebäude ist gesperrt
Laut Gutachter sei der Pilz (Myzel) an den freigelegten Stellen derzeit trocken und inaktiv, da keine Fruchtkörper mehr sichtbar sind. Eine akute Verbreitungsgefahr, zum Beispiel durch Sporen an Schuhen, bestehe bei Trockenheit nicht. Das Gebäude wird aber bis zur vollständigen Sanierung für die Nutzung gesperrt. Geplante Veranstaltungen, zum Beispiel der „KuKuS“ im Dezember, müssen wohl verlegt werden.
Problem auch für die Narrenzunft
Auch mit der Lauffener Narrenzunft werde zeitnah ein Gespräch stattfinden, da das geplante Ringtreffen des Narrenring Schwarzwald-Baar-Heuberg immer näher rückt. Wie bereits berichtet soll das Treffen im Ortskern von Lauffen stattfinden mit einem „Narrendorf“. Dafür war bislang auch die „Zehntscheuer“ fest mit eingeplant.
Im Übrigen können die Vereine ihr gelagertes Material nach Absprache abholen. Es wird wohl eine vollumfängliche Sanierung des betroffenen „Quartiers“ notwendig sein betonten der Bürgermeister und Ortsbaumeister. Der gesamte Boden und potenziell auch der Putz müssen entfernt werden, um das Ausmaß des Befalls zu ermitteln. Künftige Konstruktionen müssen eine dauerhafte Hinterlüftung der Wände sicherstellen.