Ein Feuerwehrmann aus Brigachtal wird verdächtigt, für mehrere Brandstiftungen in der Gemeinde verantwortlich zu sein. Foto: Eich/Archiv

Schock-Nachricht für Brigachtal: Ein Feuerwehrmann steht im Verdacht, mehrere schwere Brandstiftungen begannen zu haben. Er soll für eine über mehrere Jahre andauernde Serie verantwortlich sein.

Brigachtal - Ausgerechnet eine Einsatzkraft der Feuerwehr Brigachtal soll mehrere Brände in der Gemeinde gelegt haben. Davon geht die Polizei nach umfangreichen Ermittlungen aus. Der Mann kam kurzzeitig in Haft.

 

Immer wieder hatte es in den vergangenen Jahren in Brigachtal gebrannt, von Zusammenhängen zwischen den Bränden ist man in der Öffentlichkeit allerdings nicht ausgegangen. Doch nun stellt sich heraus: Einige der Brände sind wohl von ein- und derselben Person gelegt worden. Und dabei handelt es sich wohl ausgerechnet um jemanden, der an Einsatzstellen gerufen wird, um Feuer zu löschen.

Erster Fall im Juni 2018?

Der Mann könnte Informationen unserer Redaktion zufolge in drei Fällen als Feuerteufel in Betracht kommen. Der mutmaßlich erste Fall: ein brennender Anhänger voll Heu im Juni 2018. Diesen hatte ein bis dato Unbekannter nachts angezündet und damit einen langwierigen Einsatz ausgelöst.

Zwei Stunden lang war die Feuerwehr damit beschäftigt, den Brand in der Bahnhofstraße im Ortsteil Klengen zu löschen. Damals war auch eine Brücke über den Schienen in Mitleidenschaft gezogen worden. Und: Die Polizei ging schnell davon aus, dass der Anhänger angezündet worden war.

Mutmaßlicher Brandstifter postet die Einsätze

Im September 2019 hielt ein Feuer erneut die Einsatzkräfte in Atem. Eine Scheune in der Mühlengasse stand in Flammen, der Dachstuhl brannte vollständig aus. Glücklicherweise wurden umliegende Gebäude nicht beschädigt. Schon in einer ersten Meldung hatte die Polizei hier eine vorsätzliche Brandlegung nicht ausgeschlossen.

Kurios: Der mutmaßliche Brandstifter hatte von diesen Bränden auf seiner Facebook-Seite Bilder und Videos von Nachrichtenseiten geteilt. Kommentarlos und auch ohne Reaktion von seinen Freunden. Ob die Ermittler ihn hier bereits auf dem Schirm hatten, ist unklar.

Auch Wohnhaus in der Hauptstraße betroffen

Anders sieht das im Falle eines schlimmen Wohnhausbrandes im Mai dieses Jahres. Um 2.40 Uhr war hier in der Hauptstraße – und damit erneut in Klengen – ein Feuer ausgebrochen. Augenscheinlich von einem neben dem Gebäude stehenden Carport griffen die Flammen auf das Mehrfamilienhaus über. Glück im Unglück für die Bewohner: Sie konnten sich rechtzeitig und unverletzt aus dem Haus retten.

Es entstand jedoch erheblicher Sachschaden, den die Polizei damals auf 400.000 Euro bezifferte. Zur Brandursache hielt man sich öffentlich bedeckt, im Hintergrund liefen die Ermittlungen jedoch auch Hochtouren. In der Nachbarschaft war Informationen unserer Redaktion zufolge gezielt nach Verdächtigen gefragt worden. Und: Offenbar hatte die Polizei auch den mutmaßlichen Brandstifter vernommen.

Feuerteufel unter besonderer Beobachtung

Spätestens zu diesem Zeitpunkt stand der nun Festgenommene unter besonderer Beobachtung. Ermittler hatten angewiesen, bei Bränden in Brigachtal gezielt die Wohnadresse des möglichen Feuerteufels anzufahren. Wie die Polizei dem Feuerwehrmann auf die Spur gekommen ist? Möglicherweise aufgrund der Tatsache, dass die Brandorte alle fußläufig in wenigen Minuten von der Wohnadresse des Tatverdächtigen erreichbar sind.

Ebenfalls offen ist zum jetzigen Zeitpunkt, ob der Feuerwehrmann auch für einen Brand eines Heuunterstands im September 2021 in der Bahnhofstraße verantwortlich ist. Damals war am frühen Morgen gegen 5 Uhr eine offene Lagerhalle mit Heu und landwirtschaftlichen Geräten in Flammen aufgegangen, der Sachschaden wurde auf weit über 100.000 Euro beziffert. Ebenfalls nur wenige Meter vom Wohnort des Mannes entfernt.

Haftbefehl außer Vollzug gesetzt

Zuvor hatte der SWR am Freitag berichtet, dass ein möglicher Brandstifter "aus dem Umland von Villingen-Schwenningen" festgenommen worden war. Die Staatsanwaltschaft Konstanz bestätigt am Montagmorgen Informationen unserer Redaktion, wonach dieser aus Brigachtal stammt.

"Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Konstanz hat das Amtsgericht Villingen-Schwenningen Haftbefehl gegen den Tatverdächtigen erlassen, jedoch sodann außer Vollzug gesetzt", erklärt Andreas Mathy, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Konstanz. Der Mann ist demnach wieder auf freien Fuß. Warum das zuständige Amtsgericht den Haftbefehl außer Vollzug gesetzt hat, ist bislang nicht klar.