Die Kindertagesstätte Kikripp in Villingen muss vorerst geschlossen werden. Foto: Marc Eich

Schock für die Eltern in VS: Die insolvente Kita KiKripp muss temporär ihren Betrieb einstellen. Wie die Kinder nun betreut werden, ist unklar.

Die Bombe schlug am Mittwochabend ein: Eine Pressemitteilung der Kanzlei Schultze & Braun, die mit dem Fachanwalt für Insolvenz- und Sanierungsrecht Dirk Pehl den vorläufigen Insolvenzverwalter stellt, informierte über die vorläufige Schließung der Villinger Kindertagesstätte Kikripp.

 

Grund dafür ist nach eigenen Angaben, dass der vorläufige Insolvenzverwalter und ein Dienstleister keine Einigung über die Konditionen einer Weiterbeschäftigung des Dienstleisters erzielen konnten. Die Leistungen, die maßgeblich für den Kita-Betrieb und die Betreuung der Kinder sind, werden daher laut Mitteilung kurzfristig eingestellt. Informationen unserer Redaktion zufolge handelt es sich um die Verpflegung und Reinigung.

Enger Austausch mit der Stadt

Dirk Pehl habe daher keine andere Wahl, als den Kita-Betrieb ab dem 26. Mai zu schließen, bis ein Ersatz-Dienstleister gefunden ist. Man arbeite „mit Hochdruck an einer Lösung, die die schnellstmögliche Wiederaufnahme der Betreuung der Kinder ermöglicht“, heißt es in der Mitteilung. Diesbezüglich stehe der vorläufige Insolvenzverwalter mit der Stadt VS in engem Austausch. Mitarbeiter und Eltern seien über die aktuelle Entwicklung und die nächsten Schritte informiert worden.

„Uns ist bewusst, dass die Situation und der kurzfristige Ausfall der Betreuung ihrer Kinder für die Eltern eine große Belastung darstellt. Gleiches gilt für die Mitarbeitenden mit Blick auf ihre Tätigkeit, die sie mit großem Engagement erbringen. Aufgrund der fehlenden Einigung über die Finanzierung der externen Dienstleistung ist die temporäre Schließung alternativlos – zum Schutz der Kinder, aber auch der Mitarbeitenden. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, einen Ersatzdienstleister zu finden, damit wir den Zeitraum der Schließung so kurz wie möglich halten. Die Löhne und Gehälter der Mitarbeitenden sind nach wie vor bis Ende Juni über das sogenannte Insolvenzgeld gesichert“, wird der vorläufige Insolvenzverwalter Dirk Pehl in der Mitteilung zitiert.

Antrag vor rund einem Monat

Die Einrichtung hatte vor rund einem Monat den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Das Insolvenzgericht Villingen-Schwenningen ordnete daraufhin Sicherungsmaßnahmen an und entzog der Geschäftsführung die Kontrolle über die Kita.

Der vorläufige Insolvenzverwalter erklärte kurz darauf, dass man sich zunächst einen Überblick über die Situation verschaffen müsse. Angestrebtes Ziel sei die Sanierung der Einrichtung, die sich mit der Stadt VS in einem Rechtsstreit über millionenschwere Rückzahlungen und gekürzte Zuschüsse befindet. In der Kikripp arbeiten nach eigenen Angaben 23 Angestellte, insgesamt werden demnach rund 70 Kinder betreut.