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Schock bei Kirche in Lahr Mann droht Mord und Sprengung an

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Am Montag wurde die Polizei eingeschaltet. (Symbolfoto) Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Schock bei der katholischen Kirche in Lahr: Ein Mann hat gedroht, die Kirche Peter und Paul zu sprengen und den Mesner umzubringen. Er war zuvor mehrfach negativ aufgefallen. Bei der Polizei wurde Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

Lahr - Ein unscheinbares Schild an der Eingangstür von Peter und Paul weist darauf hin, dass das Gotteshaus mit dem markanten Doppelturm derzeit geschlossen ist. Wegen Vandalismus, ist zu lesen. Dahinter steckt aber mehr als ein Dumme-Jungen-Streich, wie Dekan Johannes Mette am Mittwoch berichtete. Viel mehr.

Angefangen habe alles Anfang vergangener Woche. "Unserem Mesner fiel ein Mann auf, der sich jeden Tag in der Kirche aufhielt", sagt Mette. Im Grunde nichts Ungewöhnliches, viele Gläubige suchen hin und wieder Gotteshäuser auf, um im Stillen ein Gebet zu sprechen. Doch immer, wenn dieser eine Besucher die Kirche in der Lotzbeckstraße verließ, sei "danach etwas nicht in Ordnung gewesen". Mette berichtet von herausgerissenen Weihwassergefäßen und Desinfektionsspendern sowie zurückgelassenem Müll und Unrat. Der ekelerregende Gipfel des Vandalismus’: Mehrfach habe der Mesner Fäkalien entfernen müssen – wohlgemerkt: aus der Kirche.

Mann ist vermutlich verwirrt

Was den Mann zu seinem Handeln trieb, ist unklar. "Obwohl er mehrfach angesprochen wurde, hat er sich nie dazu geäußert", berichtet der Dekan. "Wir können nur vermuten, dass er sich in einem verwirrten Zustand befindet."

Am Sonntag eskalierte die Situation: Als der Mesner den Störer nach dem Gottesdienst erblickte, erteilte er ihm Hausverbot. "Daraufhin drohte ihm der Mann mit dem Tod und damit, die Kirche zu sprengen", so Mette. "Das ist eine sehr ernste Sache und bedrohliche Situation." Noch am selben Tag hätten die Verantwortlichen nach einem "ruhigen Gespräch" beschlossen, die Kirche zu schließen. Für mindestens eine Woche, vielleicht auch länger, sagt der Dekan.

Mehrere Zeugen haben den Mann gesehen, seine Identität ist aber unbekannt. Am Montag wurde die Polizei eingeschaltet. Die bestätigte am Mittwoch eine Anzeige wegen Bedrohung. "Uns wurde zu Wachsamkeit geraten und, wenn möglich, den Mann zu fotografieren", sagt Mette.

Gottesdienste werden trotzdem gefeiert

Nach einer coronabedingten Pause über Weihnachten und Silvester werden in der Seelsorgeeinheit "An der Schutter" seit Anfang des Jahres wieder Gottesdienste gefeiert – trotz der Vorfälle der vergangenen Woche weiterhin auch in Peter und Paul. "Wir haben da Leute, die nach dem Rechten schauen, und denken, das verantworten zu können", sagt der Pfarrer. Auch weil die bisherigen Beobachtungen gezeigt hätten, "dass der Mann immer kam, wenn er davon ausging, alleine in der Kirche zu sein und deshalb nicht gesehen zu werden.

Laut Mette soll mit der Kirchenschließung dem Übeltäter "sein Wirkungsfeld genommen werden". Bei früheren Fällen von Vandalismus (siehe Info) habe das gereicht, um die Verursacher loszuwerden. "Wir hoffen, dass es dieses Mal genauso ist", erklärt der Dekan und wirbt um Verständnis bei den Gläubigen, denen der Zugang zu Peter und Paul bis auf Weiteres verwehrt bleibt.

Die Kirche Peter und Paul wurde laut Dekan Johannes Mette in den vergangenen Jahren regelmäßig von Vandalen heimgesucht: "Da haben wir immer wieder Probleme. Es hat sich hier leider zu einem echten Brennpunkt entwickelt." Einen Grund für die häufigen Vorkommnisse sieht der Leiter der Seelsorgeeinheit "An der Schutter" in der zentralen, innenstadtnahen Lage des Gotteshauses: "Da gehen auch abends viele Menschen vorbei."

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