Ruhestand, Comeback und jede Menge närrische Alltagspannen prägten das 35. Schnurren der Sulgener Narrengruppe HOF-AG.
Das 35. Schnurren der Sulgener Narrengruppe HOF-AG in sechs Schnurrlokalen hielt einige Überraschungen parat. Während Martin Kläger und Frank Gebele nach 28 Jahren in den Schnurrer-Ruhestand gingen, kehrte mit Sumi Storz alias „s’Mariele“ nach vierjähriger Pause eine gestandene Schnurrantin zurück.
Gemeinsam mit ihrer Partnerin Jasmin Pfaff als Eierfrau hatte sie das erwartungsvolle Publikum schnell auf ihrer Seite. Quasi nach dem Motto „Es bleibt ja in der Familie“ hatte sich Storz ihre Mutter Marianne Neudeck als Schnurr-Objekt ausgesucht. Diese hatte sich ihr bezahltes Parkhausticket in Schramberg zwischen die Lippen geklemmt. Es klebte jedoch so fest, dass sie es an der Schranke nicht mehr einführen konnte. Hinter ihr bildete sich eine lange Schlange, bis der Parkwächter schließlich eingriff und die Schranke manuell öffnete.
Nachfeier zum 30. Geburtstag
„Heit war’s Schnurren wieder schee. Es grüßet bis zum nächsten Mal au s’Mariele und ihre Eierfrau“, versprach das Duo zum Abschied.
Edelweißler Manuel Ehrmann geriet erneut in die Fänge der Schnurranten der Heuwies Plus GmbH (Ulrike Pfaff, Martin Moosmann, Harry Hurtz). Beinahe hätte er – wie schon im vergangenen Jahr – die Haustüre ausbauen müssen, um in die Wohnung zu kommen. Bei seiner Nachfeier zum 30. Geburtstag in der Halle überließ er seiner Annika, die früher nach Hause ging, den Hausschlüssel.
Als er nachts um 5 Uhr klingelte und klopfte, hörte sie ihn im Tiefschlaf nicht. So musste Manuel schließlich seine Mutter um Hilfe bitten. Das Schnurrer-Trio hatte einen praktischen Rat parat: „Bau die Schlösser aus und montier a Fingerprint – den hosch immer dabei.“
Auch Thomas Ganter vom Lienberg stand nachts ohne Schlüssel vor verschlossener Tür. In seiner Verzweiflung nutzte er die Hundeklappe als Einstieg. Bis er jedoch seinen Bauch hindurchgequetscht hatte, trieb es ihm einige Schweißperlen auf die Stirn. Dieses Missgeschick war den Jungxellen (Jürgen Pfaff, Andreas Bantle, Thorsten Hölz, Jörg Irion) zu Ohren gekommen.
In eigenen Reihen fündig
„Mir hen Informanten überall, vom Gartenzaun bis in da Stall. Willsch du künftig no mol durchs Hundeklappa-System, musch regelmäßig ins Fitnessstudio go“, lästerten sie.
Auch die Lachhosen (Sina Spitz, Marcel Hauser, Ina und Oliver Hartel) wurden in den eigenen Reihen fündig. Als Dirigentin des Männerchors leidet Mirjam Hauser unter chronischem Termindruck. Sie sagte ein Konzert in Peterzell zu, war am selben Tag jedoch zuvor noch auf einer Hochzeit in Rottweil eingeladen. Zeitlich eigentlich gut zu bewältigen – wäre da nicht das Navi gewesen.
„Wenn ma blind s’Ziel eingibt, kommsch nach Peterzell bei Königsfeld. Gucksch genau, landesch in Peterzell bei Alpirsbach“, grinsten die Lachhosen. Zum Einsingen reichte es nicht mehr, zum Konzertbeginn war Mirjam aber pünktlich vor Ort.
Aliens aus dem All?
Den „praktisch, quadratisch, guten Schnurranten“ (Guido Neudeck, Simone Fader und Elke Seckinger) waren die vielen Container in der Stadt ein Dorn im Auge. Sie vermuteten gar, diese seien von Aliens aus dem All aufgestellt worden.
„Und die hen in der Tat d’Verwaltung und da Gemeinderat infiltriert“, behaupteten sie augenzwinkernd. Statt die Stadt mit Containern zuzuparken, sollten diese lieber mit Wasser gefüllt werden. Dann müsse man marode Gebäude nicht mehr sanieren.
Handgepäck geformt
„Belada mit Ware kenna dann fahra Containerschiff von Aichhalden nach Hardt – des isch wirklich smart.“
Schunkellieder zum Schluss
Noch einen drauf setzte das Trio mit der Kofferaktion von Berthold Herzog vom Brambach. Dieser hatte am Flughafen-Check-in kurzerhand die Rollen seines Koffers abgeschlagen, damit er als Handgepäck durchging und der Flug nach Mallorca günstiger wurde.
Als sechste Gruppe sorgte der Musikverein Sulgen traditionell mit Schunkelliedern und Narrenmärschen dafür, dass die gute Stimmung in den Schnurrbeizen bis zum Schluss nicht abebbte.