Die mittelalterliche „Burgkapelle von Schenkenzelle“ mit Hans und Irmgard Wagner, Franz Haaser und Andreas Müller Foto: Herzog

Vier Schnurrgruppen waren am Samstag-Nachmittag in drei und am Abend nochmals in fünf Lokalitäten unterwegs, um die Geschichten, Bolzen und Peinlichkeiten unters Narrenvolk zu bringen, dieübers Jahr hindurch „gedreht“ wurden.

Verpackt in vielsagenden Reimen, aufgepeppt mit bekannten Melodien und verfeinert mit meisterlicher Mimik sorgten die Schnurranten für beste Unterhaltung und manches Stirnrunzeln bei den Besuchern. Denn wenn sich jemand in ein falsches Auto setzt, das dem eigenen Fahrzeug überhaupt nicht ähnlichsieht, klingt das schon ein bisschen unglaubwürdig.

 

Die Armbruster-Gruppe berichtete von einem Großeinkauf der Familie Martin und Karin Pfau. Nachdem der überquellende Einkaufswagen an der Kasse bezahlt war, fiel ihr ein, dass sie noch etwas vergessen hatte.

30 Minuten gewartet

Während Karin Pfau dies besorgte, verstaute ihr Mann die Waren im Kofferraum und wartete auf dem Fahrersitz. Als seine Frau nach gut 30 Minuten immer noch nicht auftauchte, brachte ihn ein Blick nach links ins Stauen. Da saß seine Frau in einem anderen Auto.

Die Armbruster-Gruppe mit einem schlecht gelaunten Maulwurf (Nicole Rempp), Bauchredner Sascha Grummel (Mathias Armbruster) und Kuh Adelheid (Anja Vollmer) Foto: Herzog

Spontan eingesprungen

Einen besonderen Applaus verdiente sich Anja Vollmer, da sie spontan für die morgens erkrankte Gabi Kaufmann einsprang und den Text bis zu ihrem Auftritt nur einmal üben konnte.

Die Vollmer-Gruppe um die Handwerker Roland Vollmer, Ralf Jehle, Manuel Thiel und Marco Bodio Foto: Herzog

Die Vollmer-Gruppe wurde die anstrengende Fahrrad-Tour der „Glorreichen Sieben“ zugetragen. Diese führte sie nach Horb, wo sie bei einer Einkehr lange verweilten. Deshalb entschlossen sie sich, mit dem Zug von Heiligenfeld aus nach Hause zu fahren.

Auf der Heimfahrt stellte sich heraus, dass Armin Thiel seinen Rucksack am Bahnhof vergessen hatte. So stiegen sie an der nächsten Haltestelle aus und nahmen den nächsten Zug zurück. Dieser hielt aber nicht in Heiligenfeld, sondern erst mehrere Stationen danach. Um nicht warten zu müssen, schwang sich das Septett wieder auf den Drahtesel und radelte nach Heiligenfeld –wo der Rucksack noch lag.

Tierische Hilfe dabei

Die mittelalterliche „Burgkapelle von Schenkenzelle“ konnte bei ihrer nostalgischen Schnurrtour tierische Hilfe in Anspruch nehmen. „Was ihr wollt wissen, hat unser Rabe ausgeschissen“, verrieten sie. So war dem schwarzen Vogel nicht entgangen, dass Siegfried Armbruster die Arbeitsschuhe noch benutzt, wenn sich bereits die Sohlen ablösen.

Im Schuhladen ließ er sich dann modische Sneakers andrehen. Bevor der Verkäufer die alten Schuhe entsorgte, entfernte Armbruster rasch noch die brauchbaren Schnürsenkel.

Sündhaft teures Geschenk

In die Fänge der Schnurrer-Waschweiber war Kurverwalter a.D. Martin Schmid geraten. Sie wussten von der Internetfreundin Brigitte. Zum Einjährigen wollte Martin Schmid sie mit einem besonderen Geschenk überraschen. Er erinnerte sich, dass sie einst beim Schoppen schicke Schuhe mit hohen Absätzen anprobierte.

Die Schnurrer-Waschweiber Ike Haaser, Katrin Weißpfennig, Steffi Müller und Felix Hauer Foto: Herzog

Da sie aber sündhaft teuer waren, legte sie die Schuhe wieder ins Regal. Da er ihr aber das Geschenk nicht einfach so überreichen wollte, versteckte der den Schuhkarton entlang eines Wanderwegs im Heu.

Nicht mit Bauer gerechnet

Bevor die Turteltäubchen an dieser Stelle vorbeischlenderten, schaute der Bauer nach seinem Heu und fand den Schuhkarton. Er öffnete ihn und verbuddelte das Paket an einer anderen Stelle.

So suchten Martin und Brigitte zweieinhalb Stunden lang. An Martin gerichtet frotzelten die Waschweiber: „Sei froh, dass der Bauer größere Füße hatte, sonst wären die Schuhe fort“.