Die Burgkapelle mit Hans (von links) und Irmgard Wagner, Andreas Müller und Franz Haaser plauderte aus, was ihr der Rabe hatte „ausgeschissen“. Foto: Herzog

Die verzweifelte Suche nach dem Pfarrer für die Hochzeit und eine Sprechanlage, die den Hausherrn nicht hineinlässt: Beim Schnurren in Schenkenzell kommt alles ans Tageslicht.

Das Schnurren bereitet in Schenkenzell offensichtlich nicht nur den Besuchern viel Spaß, wenn sie auf amüsante Art und lustvoll aufbereitet, die Bolzen und Schnitzer ihrer Mitbürger erfahren.

 

Auch neue Akteure finden Gefallen daran. So wagten sich Tim und Joa Haist mit Moritz Vollmer im Kostüm der Village People mit dem ungewöhnlichen Gruppennamen „Faschtglacht“ an die Kunst des Reimens und Ausplauderns und wissen bereits: „Wir kommen nächstes Jahr wieder in der Annahme, ihr habt fascht glacht“.

Zum Grinsen war deren Geschichte über Conny Kilgus auf jeden Fall geeignet. Nachdem der Pfarrer für die Hochzeit einer Freundin in der Kirche nicht erschien und der Geistliche weder auf WhatsApp, Anrufe und E-Mails reagierte, fuhr sie mit dem Rad nach Schiltach. Gestoppt von einem Platten erreichte sie schließlich per Autostopp das Pfarrhaus. Aber auch dort war der Pfarrer nicht anzutreffen. Dann erhielt Kilgus eine WhatsApp, dass der Pfarrer da ist und alle auf sie warteten.

„Intelligente Haustüre“

Die Flaschner Marco Bodio, Ralf Jehle und Roland Vollmer hatten Wind von der neuen Haustüre mit Spracherkennungsanlage von Stefan Strypski bekommen. Weil die chinesische App jedoch ein „R“ nicht erkannte, kam er nicht ins Haus hinein. Selbst die Hilfe eines Schreiners half nichts, das Kellerfenster musste dran glauben. Die von Bodio imitierte chinesische Stimme der Sprechanlage sorgte für einige Schenkelklopfer.

Die Waschweiber Steffi Müller (von links), Ike Haaser und Marina Hör sangen vom Eierstau des Huhns Urmel. Foto: Herzog

Die Waschweiber Steffi Müller, Ike Haaser und Marina Hör plauderten gesanglich aus, wie Jannick Borho sich fürs eigene Frühstücksei zwei Hühner besorgte und sie Urmel und Frieda taufte. Da Urmel nach einem halben Jahr kein Ei mehr legte, brachte er sie zum Tierarzt nach Königsfeld. Der diagnostizierte Eierstau ließ sich nur operativ beheben. Als Borho die 600 Euro teure Rechnung erhielt kam er zu der Erkenntnis, dass er sich hierfür viele Eier hätte kaufen können.

Für die ritterliche Burgkapelle um Andreas Müller, Franz Haaser, Irmgard und Hans Wagner hatte der Rabe erneut „einiges ausgeschissen, was die Leute wollen wissen“. Beispielweise das Geschichtle von Fonse Doll, der für das Jubiläum des Musikvereins bei Anna Oberföll eine Tüte alte Bilder abholte. Er kaufte danach noch beim Bäcker und Metzger ein, bis ihn jemand darauf aufmerksam machte, dass halbnackte Frauen auf der Papiertasche abgebildet sind. Die Schnurrer hatten schnell des Rätsels Lösung: „Solche Tüten gibt’s im Dessous-Laden von Heike Schenk in Alpirsbach und Anna ist die alten Bilder los“.

Armin Thiel (von links), Anja Vollmer und Manuel Thiel servierten als Rei’Gschmeckte eine Urlaubsreise mit Hindernissen. Foto: Herzog

Armin Thiel, Anja Vollmer und Manuel Thiel amüsierten sich über Tanja Göhring und Ulrike Redlich’s Urlaubsreise nach Portugal. Quasi nach dem Motto „Ein Unglück kommt selten allein“ hatte Tanja zum Einchecken auf dem Flughafen Zürich ihren Ausweis vergessen und als ihr Mann und ihre Tochter (mit Tanjas Ausweis) auf halber Strecke sich treffen wollten, um Zeit zu sparen, verpassten sie einander. Inzwischen in Lissabon allein gelandet, stieg Ulrike zu früh aus dem Reisebus aus. Endlich am Hotel angekommen hat sie keinen Code fürs Zimmer. „Wenn einem so viel Blödsinn erfährt, ist das immer eine Schnurre wert“, frotzelte das Trio.

Ihre Schadenfreude über Maler Lachenmaiers Missgeschick konnte auch das Narrengericht von Gabi Kaufmann, Bärbel Faisst und Mathias Armbruster nicht verbergen. Um sich einen lukrativen Auftrag der Gemeinde nicht entgehen zu lassen, stellte er trotz vieler Arbeit spät nach Feierabend noch ein Gerüst an den neuen Kindergarten bei der Sporthalle auf, damit der Fensterbauer die Jalousien montieren kann. Als Lachenmaier das Gerüst vor dem Maifest wieder abbauen will stellt er entsetzt fest, dass die Jalousien innen an den Fenstern installiert wurden.