Die mittelalterliche Burgkapelle mit Hans Wagner (von links), Andreas Müller und Franz Haaser. Foto: Herzog

Fünf Schnurrgruppen des Narrenvereins Schenkenzell-Kaltbrunn traten am Samstagnachmittag und am Abend in fünf Schnurrbeizen auf. Sie hatten tolle Geschichten, Missgeschicke und Brecher im Gepäck.

Das ist doch kein schlechtes Geschäft. Dank derer, die sich das Jahr über so manche Bolzen, Peinlichkeiten und Haarsträubendes leisten, und dies andere schadenfroh an die Schnurranten weiterleiten, kommen die Besucher des Schnurrens auf dreieinhalb Stunden genussvolle Unterhaltung. Besonders amüsant ist es dann, wenn die Schnurrer selbst mit gutem Beispiel vorangingen und Material lieferten.

 

Wie bei Marina Hör, bei der die Martinshof-Wirtin einen Kindsbesuch abstattete und deren Kind einen Liebeswürfel zwischen den Sofaritzen entdeckte. Hör’s Wäschweiber-Clique mit Kathrin Weißpfenning, Ike Haaser, Steffi Müller und Felix Hauer bereitete es sichtlich Spaß, diese Intimitäten über sie auszuplaudern. Der Einwand der Betroffenen, dass dies zu weit gehe, konterte Haser leger: „Doch, ich find, des g’heert ans Licht, weil um mich gehts ja nicht“. Nachdem die Wäschweier auch ausplauderten, dass Leo Müller mit löchriger Unterhose vors Haus zum Rauchen geht, baten sie: „Erzählt uns die blede Sache, kann könnt ihr nächstes Jahr wieder lache“.

Die Wäschweiber mit Felix Hauer (von links), Ike Haaser, Kathrin Weißpfennig, Steffi Müller und Marina Hör Foto: Herzog

Gleich zweimal sein Fett ab bekam Gemeinderat Stefan Mäntele von den Flaschnern Marco Bodio, Ralf Jehle und Roland Vollmer. Er kaufte sich im Media-Markt in Freiburg einen sehr großen Fernseher für 3000 Euro. Da das Gerät im Cabrio nur auf dem Beifahrersitz transportiert werden konnte, musste seine Frau Marita mit einem Bekannten nach Hause fahren. Dort stellte Stefan dann fest, dass die Schrankwand zu klein ist und es eine neue braucht. „Für den Banker viel zu krass, er kann halt kein Pythagoras“, frotzelten die Flaschner.

Die Flaschner Roland Vollmer (von links), Ralf Jehle und Marco Bodio Foto: Herzog

Wie den Rei’g’schmeckten Manuel Thiel, Armin Thiel und Anja Vollmer zugetragen wurde, kam Steffi Müller auf den Hund. Beim Gassigehen mit Phibie regnete es stark und der Hund hatte einen Heidenspaß, sich auf einer Wiese im Schafskot zu wälzen. Damit der Hund sich vom Gestank befreien konnte, warf Steffi einen Ast in die Kinzig. „Als Phibie in die Wellen sprang, hatte er noch Leinenzwang. Kurz hat‘s die Steffi ausgehoben, mitsamt dem Hund in die Kinzig geflogen“, reimten die Schnurrer mit grinsendem Gesicht.

Die Rei’g’schmeckte Manuel Thiel (von links), Armin Thiel und Anja Vollmer Foto: Herzog

König Donnerschlag (Mathias Armbruster), Rumpelstilzchen (Nicole Rempp) und gestiefelter Kater (Gabi Kaufmann) gaben nur optisch eine Märchenstunde der Gebrüder Grimm zum Besten. Keinesfalls erfunden war die Story über den Hunger der Familie Weißpfenning in Kaltbrunn. Da Hauschefin Kathi keine Lust zum Kochen hatte, bestellte sie fünf Pizza-Döner. Als sie in der Döner-Bude in Alpirsbach die Bestellung abholen wollte, wusste dort niemand Bescheid. Nach 15-minütiger Wartezeit fuhr sie mit dem Essen nach Hause. Plötzlich dämmerte es ihr, dass sie die Pizzen ja beim Dönerladen in Schiltach bestellt hatte. Ein Anruf dort brachte den Inhaber in Rage, der auf die Abholung bestand. Weil dessen Wut immer größer wurde, legte Kathi einfach auf und ignorierte auch einen Rückruf.

Schwager Felix, dem sie das Malheur erzählte, prophezeite, dass die Türken keinen Spaß verstünden und sie mit einer harten Strafe rechnen müsse. Dadurch litt Kathi vier Tage lang an Schlaflosigkeit und Verfolgungswahn. „Doch Kaltbrunn, um das jetzt abzukürzen, hat die Türken-Mafia bis heute nicht gefunden“, folgerte die Märchencrew.

Die Märchen-Crew mit Rumpelstilzchen Nicole Rempp (von links) König Donnerschlag Mathias Armbruster und gestiefelter Kater Gabi Kaufmann. Foto: Herzog

Die mittelalterliche Burgkapelle mit Andreas Müller, Franz Haaser und Hans Wagner wusste von einem Ausflug der Alterswehr zum Campus Galli. Um den Bus voll zu bekommen, wurden noch Damen vom Landfrauenverein eingeladen. Nachdem sich ein hungriges Damen-Trio von der Gruppe abgesondert und ihr mitgebrachtes Vesperbrot im Bus verspeisen wollte, war der Busfahrer nicht da und der Bus verschlossen. Dem Trio gelang es aber mit Tücke, die Bustüren zu knacken. „Und die Moral von der Geschicht‘, traut alten Weibern nicht“, lautete das Fazit der Schnurrer.