Die schnurrenden Musikanten Peter Würth (von links), Wolfgang Dieterle, Daniel Schmid, Julian Bonath und Thomas Rauber zeigten sich wortgewandt. Foto: Hohenstein

Die vier Schnurrantengruppen haben in Oberwolfach auf humorvoll-bissige Weise einmal mehr Schwächen und Missgeschicke der Mitmenschen zu Tage gefördert .

Mit spitzer Zunge und humorvoll umgedichteten Songs nahmen am Sonntag wieder vier Schnurrantengruppen die Missgeschicke ihrer Mitbürger aufs Korn. Mit einer gelungenen Mischung aus witzigen Reimen, einer super musikalischen Umsetzung und schauspielerischem Klamauk bewiesen die Schnurranten einmal mehr, dass im Wolftal nichts geheim bleibt. In gewohnt charmanter Arroganz gab es wieder einige delikate Seitenhiebe auf die Nachbarstadt Wolfach, aber auch auf die ehemalige „Pflaume, die zur Bühler Zwetschge wurde“, die Elch-Panne oder das „Wechselfieber“ in der Gemeinde. Allen voran stimmte die Narrenkapelle auf dieses Ereignis ein.

 

Mit humorvoller Selbstironie und bissigem Spott widmeten sich Peter Grabsch, Tanja Harter und Diana Bühler nicht nur den Wechseljahren im Allgemeinen, sondern auch dank des ehemaligen Bürgermeisters Matthias Bauernfeind dem „Wechselfieber“ im Besonderen in der Gemeinde: Denn hier wurde mit Kindergartenleitung, Schulleitung, Pfarrer und Bauhofleiter so einiges ausgewechselt, „und weil er hätt das nötige Know-How, da hat er auch noch ausgewechselt seine Frau“, meinten sie bissig. Noch offen bleibt der Wechsel an der Walke vom Glockenturm zum Schlauchturm.

Vom Trampen, Elchen und viel, viel Geklecker

Gehörig auf die Schippe genommen und genial vertont wurde auch das Missgeschick eines Mitbürgers, allen bekannt als „Löhner“, der mit seinem „Daumen im Wind“ für eine spaßige Schnurre sorgte, vor allem wenn man wie Lukas Vollmer versucht, ihn nicht beim Trampen mitzunehmen. Als „Schwarzwald-Uhren“ sorgten Roland Rotfuß, Daniel Schillinger, Martin Schmieder und Thomas Wild mit gut pointierten Schnurren für Stimmung. Ob Bürgermeisterwahl und Elchexistenz oder die 750-Jahr-Feier – „ein Event, über das man meckert, da wurde nicht geklotzt, sondern gekleckert“, hier wurde bissig über so einiges hergezogen.

Kräftig auf den Arm genommen wurde auch Familie Armbruster alias Fliesen-Dieterle mit ihrer misslungenen Schottland-Reise: „Um den Urlaub nun etwas zusammenzufasse’, man kann ihn mache, kann’s aber au lasse“. Auch die Urlaubspleiten einiger anderer Mitbürger wurden noch aufs Korn genommen, ebenso wie das nächtliche Fitnessprogramm von Luca Meier bei der Suche nach seinem Handy. Als Nächstes brillierten Thomas, Hannes und Lukas Springmann als die „Lieferanten- Schnurranten“, oder kurz als „THL“-Bringmann- Dienst (Tommy, Hanni, Luki“), die sich gekonnt musikalisch der Kühlschrank-Pleite von Tim Sprinmann auf sehr bissige Weise annahmen. Lachmuskelstrapazierend auch der erste„Brennholz-Import“ vom „Hanse-Bur“ aus Holland, nach missglückter „Hot Pot“-Befeuerung. Die schnurrenden Musikanten alias Wolfgang Dieterle, Julian Bonath, Thomas Rauber, Peter Würth und Daniel Schmid sorgten wortspielgewandt, mit genialer Schnurrvertonung und witzigen Show-Einlagen abschließend für tolle Stimmung und viel Gelächter. Ungeniert und stimmgewaltig zogen sie über zwei Vater-Sohn-Pleiten her: die Motoröl-Palmendüngermisere von „de Heizmann Torte“ am Stadttor und über den Schotter-Hänger-Eklat von „’s Lehmes“ Konrad an derselben Stelle, denn „wen interessiert hier die Hängerlizenz, und so siegt mol wieder Alter vor Intelligenz“, skandierten sie fröhlich. „Er kann’s net ganz kapiere, warum schafft er Sache, die sunnsch nur Idiote passiere“.

Schnurren 2025

Im vergangenen Jahr waren es drei Gruppen, die beim Schnurren durch die neun Lokale in Oberwolfach zogen. Auch Wolfacher Themen nahmen die Gruppen dabei auf die Schippe.