„Die bucklig Verwandtschaft“ Foto: Störr

Neun Schnurrgruppen zogen am Samstag durch neun Lokale und servierten dem Publikum wieder reichlich Stoff zum Lachen.

Fußnägel-Chips und einen neuen Wäscheservice in Haslachs Gastronomie gibt es nur beim Schnurren genüsslich auf- und ausgebreitet. Am Samstag zogen neun Schnurrgruppen durch neun Lokale und hatten zur Freude des Publikums wieder viele Geschichten dabei. Und was sie bei allem unterschiedlichen Klamauk gemeinsam hatten, war die Werbung um neue Schnurrgruppen. „Werde du Schnurrant, der Grund ist wurst – es löscht zumindest mal den Durst“, war der Tenor aller neun Gruppen.

 

„Die bucklig Verwandtschaft“ hatte das Publikum im „Schlosserkeller“ gleich auf ihrer Seite, als sie „de Schriner Psak“ und seine äußerst schmerzhafte Schrank-Montage besangen. Auch Boris Giesler bekam als Sitz-Schlitz-Wiederholungstäter sein Fett ab, schaffte er es doch gleich zwei Mal, neue Ledersitze in Autos zu ramponieren. Die Suche nach dem Handy des digital obdachlosen Julian Dorner wurde von allen lautstark mitgesungen. Ihr äußerst gelungenes Debüt feierten die Jungs von „Brasslach“, die den „Schlosserkeller“ fast aus den Angeln hoben. Die lautstark geforderte Zugabe gewährten sie gerne.

Alexander Maier bekam schon wieder sein Fett ab

„Lumi et domi“ bereiteten wortreich den Wechsel von LED-Lampen durch Marco Stehle auf. Sein lachender Kommentar aus dem Publikum: „Ich kauf’ nur noch Kerzen.“ Lustig aufbereitet hatten sie auch die Geburtstagsgeschenk-Pannen von Alexander und Nils Maier, die im Lied „Return to sender“ mündeten.

Genüsslich bereiteten „Der Guller schlägt Schaum“ die Irrfahrt von Stefan „Webse“ Weber auf, der sich als Hauptberufskraftfahrer für Schwerlastfahrzeuge beim Feuerwehreinsatz nach Schnellingen gründlich verfuhr. Und schon wieder bekam Alexander Maier sein Fett ab, der mit der Poolreinigung den Keller unter Wasser setzte. Irrwitzige Ideen gab es zur Nutzung der Haberstohschen Schneebesen, von denen Konrad im Netz gleich mehrere bestellt hatte. Und auch die Hauptversammlung der Narrenzunft, die zur Mischung aus Elfi-Mess, Bingo-Spiel und Abstinenztag wurde, hatte viel Spott-Potenzial. Gastronomisch ging es via Gockl-Be- wertung zum echten Geheimtipp in Haslach, wo „der Kittel ungefragt und kostenfrei“ gewaschen wurde und der Auftritt der Dreikönigsänger zum Polizeieinsatz führte. Das Fazit lautete: „Die Hansjakob-Reinigung hat seit geraumer Zeit geschlossen, doch es gibt vollwertigen Ersatz.“

Für „Till Eulenspiegel“ alias Herbert Rittershofer war es nach 25 Jahren der letzte Abend als Schnurrant. Er wusste von Veronika und Klaus Schwendemann, die den Geldbeutel erst nach der Rückkehr von der England-Reise im Sprudelkasten fanden. Jessica und Marco Zuckschwerdt wollten ihren Gutschein im verkehrten Lokal einlösen, was für ebenso viele Lacher sorgte wie Martin Schwendemann, der sich ausgerechnet auf dem Klosterparkplatz nach dem nächsten Standort eines Kleidercontainers erkundigte.

Bürgerwehr solle im Schützenhaus trainieren

Gut vertont und mit Knalleffekt witzig aufbereitet hatten die „Gassenfezer“ ihre Schnurre von der Bürgerwehr, der sie singend ein Training im Schützenhaus empfahlen. Der unterschätzte Bauzaun-Bedarf für das Freiluftkonzert mit „Endstation Sehnsucht“ und die daraus resultierende Verwechslung wurden durch das passend gewählte Lied und aus Sicht des Anhängers sehr lustig erzählt. Und: Alex Maier zum Dritten. Dieses Mal mit Manuel Seitz. Die Väter wollten beim Wintermarkt den Auftritt ihrer Kinder Nils und Lisa-Marie mit Johanna Hanske unterstützend vorbereiten. Am Ende war eine Gitarre und das Auto kaputt, das Publikum beteiligte sich gerne als Chor.

„Wie de Schreiner kann’s halt keiner“, wussten Jürgen Blank und Jochen Burger. Sie berichteten von der Zicke-Zacke-Stupido-Italientour von Toni Burger, der schwierigen Goldsuche von Lars Giesler in Australien und Ernie Spathelfs Schwierigkeiten beim Fahrradaufschließen. Die „Hochzeitsplaner“ waren für die bevorstehende Hochzeit des Karlinchens gebucht. Sie spotteten über Kevin Heizmann, dessen offenstehende Haustüre für große Aufregung gesorgt hatte. Und dass vermeintliche Chips, die sich als Fußnägel der Frau herausstellten, Boris Schmid den Fernsehabend gründlich versauten, schoss den Vogel ab.

Der Abschluss gehörte der verrückten „Bunny Show“. Die Akteure wussten von Rainer Gutmanns abgelaufenem Cabrio-Tüv und Yves Falks nächtlichem Pech wortreich zu berichten. Über Kosmetikerin Jasmin Krämer, deren Mann Hubert mit Marder-Ex-Schampoo gegurgelt hatte, spotteten sie ausführlich.

Die Schnurranten

„Die bucklig Verwandtschaft“: Manuel und Lisa-Marie Seitz mit Nina, Nils und Alexander Maier; „Braaslach“: Nico Schwendemann, Timo Schätzle, David Zagermann, Benedikt Obert, Falco Haas, Tim Krüger, Maximilian und Julius Spathelf sowie Felix Groß; „lulmi et domi“: Vivian und Denis Fritz; „Der Guller schlägt Schaum“: Martin Schwendemann, Miriam Maier, Leon Pfaff sowie Laura Huber; „Till Eulenspiegel“: Herbert Rittershofer; „Gassenfezer“: Alexander Psak, Michaela Rohkohl, Tobias Lupfer, Johannes Becherer, Klaus und Iris Moser sowie Sebastian Groß; „Wie de Schreiner kanns halt keiner“: Jürgen Blank und Jochen Burger; „Hochzeitsplaner“: Alice Schrempp, Richard Kienzler, Andrea sowie Veronika Schneider; „Die Bunny-Show“: Marco und Linus Gutmann sowie Ute Wöss.