Die halbmeiler Halunken sorgten mit Fasnetshits für die richtige Stimmungen in den gut gefüllten Schnurrlokalen. Foto: /Fiona Dorn

Unter dem Motto „Die Narren gehen wieder steil – Festival in Halbmeil“ hat die Narrenzunft am vergangenen Samstag zum Schnurrabend eingeladen. Mit dabei waren fünf Gruppen, die wieder allerlei Pikantes aufgedeckt hatten.

„Liebe Leute, lasst Euch sagen die Uhr hat in Halbmeil endlich wieder Schnurre gschlage!“ – am vergangenen Samstag waren die Schnurrlokale in Halbmeil wieder gut gefüllt. Das Festival-Bändchen am Eingang, die Deko aus Girlanden und Tänzersilhouetten deuteten auf den Fasnetssamstag hin, dessen Line-Up auf Plakaten im ganzen Raum aushing. Fünf Gruppen auf drei Bühnen – Gasthaus Kreuz, Clubhaus TuS Kinzigtal und das Probenlokal im Dorfgemeinschaftshaus – waren am Festivaltag angesagt.

 

Mathias Kern, Ivo und Felicitas Reinberger, die „Drei vom Berg“ gaben den Auftakt für den Abend und schnurrten mit Gesang und Gitarre über einen bekannten lokalen Gartengerätehändler, der beim eigenen Poolbau kurzerhand die Straße versperrte.

Der ewige Kampf zwischen Mensch und Tier

Die nächste Schnurre erklärte Kerns Huhn-Kostüm, sie handelte von dem Kampf eines wackeren Halbmeilers mit einer Taube – ist ja fast das gleiche. Eine Wasserspritzpistole sollte die geeignete Waffe sein. Ein Duell, das mit realistischem Gurren der Huhn-Taube untermalt wurde – das Publikum wurde zum Glück nur ein bisschen nass.

Nahtlos ging es mit dem „Flotten Dreier“ weiter. Es trudelten drei alte Frauen mit Akkordeon und Rollator ins Lokal, die sich, auf der Bühne angekommen, der Mäntel spektakulär entledigten und in bunten Rockabilly-Kleidern präsentierten. Mit geballter Frauenpower schnurrten sie über eine Mutter-Tochter-Kombo, die sich bei alltäglichen Problemen mit kreativen Lösungen aushelfen – wer braucht schon eine Blumenspritze, wenn man die Orchideen auch mit dem Dampfbügeleisen befeuchten kann? Des Weiteren gab es auch bei dieser Gruppe eine spannende Auseinandersetzung zwischen Mensch und Tier. Auf die Holzmichel-Melodie, schunkelte das Publikum zu „Lebt denn die kleine Fledermaus noch?“

Mit krachendem Schlagzeug und donnernden Bläsern lief ein Dutzend Halbmeiler Halunken ein und mischte mit einer Delegation an Rindenhansele und Pechbrennerhexen das Publikum auf. Fetzige Fasnetsknaller dienten den Halunken Magnus Harter, Katharina und Steffen Hettig als Ouvertüre zu ihren eindrücklichen Schnurren aus Kreisen der Trachtenkapelle. Auf der Konzertreise nach Cavalaire konnte aufgrund französischer Organisation die eigentliche Planung nicht befolgt werden. Die Pauken durften umsonst französische Luft schnuppern, es endete in einem allgemeinen „Sacre Bleu, können die Franzosen organisieren? – Nö!“.

Mit orientalischen Klängen traten drei marokkanische Scheichs ins Lokal. Kerstin Hermann, Sonja Harter und Kamelreiterin Monika Schmidtke bilden die „Drei Zwiebele“ und berichteten von einer Marokkoreise mit geplantem Heiratsantrag, bei der der Ring nicht an den Finger passen wollte.

Lichterketten-Mangel bei der Feuerwehr

Sehr unterhaltsam zogen sie über die dünnen, krummen Christbäume her, die 2021 in Halbmeil standen. Daran anknüpfend schmückt die Freiwillige Feuerwehr, „frei und willig“ wie sie ist, traditionell die Bäume – doch verkalkulierten sie sich in der Lichterkettenverteilung, weshalb sich die Feuerwehrmänner „frei von Willen“ die Bäume nur noch schöntrinken konnten. Es wurde den Ehrenämtlern im Anschluss aber für ihr Engagement gedankt – im vergangenen Winter waren die Bäume wieder ein Traum.

Knapp eine Stunde schnurrten sie, bis sie die Bühne für die letzte Gruppe „Sixpack und Coke“ räumen mussten. Es waren wieder zwölf junge Musiker, diesmal in Bademänteln, die das Publikum mit wahren Fasnetsklassikern, angeführt von den Brüdern Jochen Huber und Armin Eichenhofer, zum Schunkeln brachten.

Eichenhofer erzählte viele kurze Anekdötchen, die den lokalen Berühmtheiten in den vergangenen Jahren widerfahren sind. Der Abend endete in toller Stimmung und war ein erfolgreicher Start in die Halbmeiler Festivalsaison.

Die Gruppen:
„Flotter Dreier“, „Drei vom Berg“, „Drei Zwiebele“, „Sixpack and Coke“, Halbmeiler Halunken, Hasnele und Pechbrennerhexen

Die Lokale:
Gasthaus Kreuz, Clubhaus TuS Kinzigtal und Probenlokal im Dorfgemeinschaftshaus