Geradezu unglaubliche Geschichten aus dem Ort und aus dem Urlaub amüsierten beim Schnurren in Bad Rippoldsau das Publikum.
Geschichten, die sich fast genau so zugetragen hatten, erwarteten die Gäste der drei Lokalitäten Café Zum Schlüssel, in der Vesperstube Alte Tränke und Vor Seebach am Samstagabend. Die Stimmung wurde mit jeder neuen Geschichte ausgelassener, und der Applaus steigerte sich bis zu Rufen nach Zugaben der singenden Schnurranten.
Juliane Bächle und Regina Hermann stimmten die Narren mit dem Rippoldsauer Narrenlied auf ihren Vortrag ein. Sie erinnerten daran, dass es das Lied bereits seit 45 Jahren im Ort gibt – und mancher bei der Textsicherheit noch deutliche Luft nach oben habe.
Außerdem fiel ihnen die Magie im Ort auf: Wie durch Zauberhand hatten die Anlieger des Kurhausparkplatzes steife Sahne im Kühlschrank, und die Einfahrt des Parkplatzes war am nächsten Tag etliche Meter versetzt. Ihnen kam auch zu Ohren, dass sich ein Tunnel in Richtung des Bankgebäudes bewegte. Die bauliche Umsetzung des örtlichen Nähwärmeanschlusses war die Lösung hinter der Zauberei.
Fetzig und mitreißend
Die musikalischen Beiträge der beiden wurden gewohnt fetzig und mitreißend von der Radaumusik, einer Abordnung der Blasmusik und Trachtenkapelle Bad Rippoldsau ergänzt. Auch die bekannt witzigen Einlagen von Herbert Decker durften nicht fehlen.
Thomas Schmid, Sebastian Neef und Torsten Schremp waren nach zwei Jahren Abstinenz zu den Schnurranten zurückgekehrt. Sie wurden für ihre Geschichten auch in der Familie fündig und waren sich einig, dass es bei manchen Kindern schon in früher Kindheit absehbar ist, dass sie einfach mehr schnurriges Potenzial hatte als andere. Wenn sogar der Bademeister im Schwimmkurs zugeben konnte, dass es sich hierbei um das einzige ihm bekannte Kind handelt, das selbst unter Wasser noch weiterredete.
Holger Herrmann war dieses Jahr allein unterwegs. Sein Partner Stefan Schoch musste verletzungsbedingt aussetzen. Herrmann wusste zu berichten, dass während der Dreharbeiten zu der Filmreihe „Schwarzwaldkrimi“ im Holzwald es allerhand Gerüchte um mehrere Todesfälle in einer Familie gab. Dabei wurde der Leichenwagen von der Filmcrew nur wirklich ganz kurz zwischengeparkt. Und das Bestreben einiger Anwohnerinnen, wenn auch nur kurz in dem Film aufzutauchen, wurde bereits von der Security im Keim erstickt und zukünftige Filmkarrieren so vereitelt.
Tom Bächle, Florian Maier und David Maier waren zwar als brave Nonnen verkleidet. Ihr Beinschlitz ließ aber schon vermuten, dass sie es faustdick hinter den Ohren hatten. Sie stellten fest, dass sich die Arbeit des Turn- und Sportvereins Bad Rippoldsau in seiner 100-jährigen Geschichte stark gewandelt hatte. Am meisten Arbeit machte es dem Skiclub vermutlich, den Arbeitsdienst voll zu bekommen und den Volleyballern das Beachvolleyballnetz auf- und wieder abzubauen.
Voll im Urlaubsmodus
Marvin Herrmann, Manuel Jehle und Simon Hoferer, die drei von Berg und Tal, waren noch voll im Urlaubsmodus. Sie konnten die Erfahrungen aus der Nachbargemeinde im Mittelmeerbundesland zum Besten geben. Wobei sich da eine Gruppe Urlauber auf den Weg zum Flughafen machte und unterwegs feststellte, dass man den Flug erst vier Wochen später gebucht hatte. Alternativ schaute man eben vom Balkon den Fliegern am Himmel zu.
Doch auch wer das Urlaubsziel erreichte, musste sein Glück sehr strapazieren. Der Schreibfehler im Urlaubstattoo war in jedem Fall ein Souvenir, dessen Geschichte man noch öfter erzählen durfte.
Mit tosendem Applaus wurden die Schnurrgruppen vom herrlich amüsierten Publikum nach dem Programmende in die Nacht verabschiedet.