Lob bekamen die Beteiligten des Testzentrums in der Berneckstraße von Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Foto: Riesterer

Eine ereignisreiche Corona-Woche neigt sich ihrem Ende entgegen. Nach einem Ausbruch, vor allem der britischen Virusvariante, mussten in Tennenbronn eine Schreinerei, der Kindergarten Maria Königin sowie die Grundschule ihre Türen schließen. Am Freitagmittag konnten, so das Landratsamt, 50 Fälle dem Ausbruchsgeschehen zugeordnet werden. Zudem gebe es "nun auch einen Eintrag in einen Sportverein". Dennoch konnte, so die gute Nachricht, bis Freitag keine Ausstrahlung in andere Ortsteile oder Umlandgemeinden festgestellt werden.

Aktuelle Informationen zur Corona-Lage in unserem Newsblog

Schramberg - Für Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr Anlass, in der Gemeinderatssitzung am Donnerstag einige Aspekte anzusprechen: "Als Stadt sind wir im Kontakt mit dem Tennenbronner DRK und klären, ob wir dort für einen begrenzten Zeitraum eine zusätzliche Teststelle einrichten." Tags darauf kam die Bestätigung: Am Gründonnerstag, 1. April, 17 bis 19 Uhr, und am Ostersamstag, 3. April, 13 bis 16 Uhr, wird in der Turn- und Festhalle – vor allem wegen Verwandtenbesuchen – kostenlos getestet. Eine Anmeldung ist nicht nötig. Es gehe weiter darum, Kontakte zu reduzieren. Treffen mit einem weiteren Haushalt, der aus maximal fünf Erwachsenen besteht, seien erlaubt, so die OB.

Zentrum gut angenommen

Auch das Schnelltestzentrum in der Talstadt hat an Ostern offen. In der Karwoche am Dienstag, 30. März, von 8 bis 10 Uhr bietet die Apotheke Sulgen ein Zeitfenster an – Termine sollten direkt mit der Apotheke vereinbart werden. Am Ostersamstag ist von 9 bis 13 Uhr geöffnet. Eine Anmeldung braucht es nicht. Am Karfreitag finden keine Tests statt. Das Zentrum in der Berneckstraße werde gut angenommen, die Zusammenarbeit laufe reibungslos. "In der ersten Woche wurden 176 Personen getestet, davon eine positiv – in der zweiten Woche waren es 230 Personen, ebenfalls eine Person positiv", so Eisenlohr.

Eine Leserin hatte sich unserer Zeitung gegenüber verwundert darüber geäußert, dass es – auch im Vergleich zu kleineren Umlandgemeinden – kein Testzentrum in Sulgen gebe. Für einen Test in das "sehr kleine" Zentrum in die Talstadt fahren zu müssen, sei eine Zumutung. Dem entgegnet die städtische Pressesprecherin Sabine Felker-Henn: "Das Gebäude ist sehr gut für unsere Zwecke geeignet, bietet Platz für zwei Teststraßen und viele Parkplätze sowie Stellfläche für das Zelt, in dem getestete Personen auf ihr Ergebnis warten können." Kein Testwilliger habe wegen Kapazitätsprobleme abgewiesen werden müssen, die Apotheken, DRK, Feuerwehr und THW hätten sich flexibel gezeigt, wenn der Andrang groß war und dann spontan ihre Testzeiten verlängert, so Felker-Henn.

Aktuell "planen wir keine weiteren Schnelltestzentren". Das könne sich ändern, "sollte das Land nach Ostern eine Öffnungsstrategie wählen, für die der Ausbau der Testangebote nötig sein sollte". Wie OB Eisenlohr im Gemeinderat berichtete, habe das Sozialministerium mitgeteilt, dass vor Ostern keine Lockerungen umgesetzt werden und die Entscheidung über mögliche Modellstädte noch nicht getroffen sei. "Wenn sich die Möglichkeit bieten sollte, dass sich Schramberg an einer Öffnung beteiligen kann, werden wir diese Chance natürlich nutzen. Unabhängig davon müssen aber zuerst die Infektionszahlen in Tennenbronn sinken", so Felker-Henn.

Eisenlohr hatte gesagt, dass Schramberg sein Interesse bekundet habe, nach dem Vorbild Tübingens Modellstadt zu werden. "Grob gesagt lautet das Konzept ja ›viel testen, damit mehr geöffnet werden kann‹." Die Auskunft des Sozialministeriums sei gewesen, dass erst rechtliche Grundlagen geschaffen werden müssten, und dass es vorerst keine weiteren Genehmigungen für Modellstädte geben werde. Die Stadt bleibe an der Sache dran.

Maskenpflicht ausgeweitet

Heute, Samstag, tritt in Schramberg eine neue Corona-Allgemeinverfügung in Kraft. Eine erweiterte Maskenpflicht in den Ortskernen und die Begrenzung der Kundenzahl pro Quadratmeter im Einzelhandel sollen dazu beitragen, das Infektionsgeschehen zu verlangsamen. Angesichts der rasant steigenden Fallzahlen sehe man sich in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt dazu gezwungen, so Eisenlohr. Der Inzidenzwert in Schramberg lag am Freitag bei 310 und damit deutlich über den Zielwerten der Landesregierung. Besondere Sorge bereiteten die Hinweise auf die britische Mutation, so Eisenlohr.

Ab heute ist wieder ein Kunde pro 20 Quadratmeter Ladenfläche erlaubt. Außerdem gilt die Maskenpflicht auch in den Ortskernen von Tennenbronn, Waldmössingen und Sulgen, wenn der Abstand von 1,5 Metern nicht sicher eingehalten werden kann. "Für Personen, die zu einem Haushalt gehören, gilt der Abstand nicht. Das Team des Bauhofs wird Hinweisschilder anbringen, die auf die neue Regeln hinweisen."

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: