Im Februar hieß es, dass im Mai der Glasfaserausbau in Schömberg beginnen soll. Anfang Juni sind noch keine Bagger da.
Für so manche Kommune gab es in den vergangenen Wochen ein böses Erwachen. Aus dem bereits fest eingeplanten Glasfaserausbau wird nichts. Ein Beispiel ist Althengstett. Dort entschied sich die Firma Unsere Grüne Glasfaser (UGG) GmbH & Co. KG mit Sitz in Ismaning bei München, doch keine Glasfaserleitungen zu bauen.
Jens Lauer, Pressesprecher der UGG, teilte vor rund einem Monat mit, dass sich die Lage am deutschen Glasfasermarkt stark verändert habe. So hätten sich die technischen Bedingungen erschwert. Die Kosten beim Ausbau seien gestiegen.
Im Februar teilte die GlasfaserPlus GmbH mit Sitz in Köln mit, in Schömberg für den Glasfaserausbau zu sorgen. Der Ausbau soll aber zunächst nur den Kernort, nicht die Teilorte Langenbrand und Schwarzenberg betreffen.
GlasfaserPlus ist ein Gemeinschaftsunternehmen von IFM Investors und Deutscher Telekom, teilte Griesel im Februar mit. IFM Investors ist ein australischer Fondsverwalter. Dieser gehört Pensionskassen. Er legt Geld in Infrastrukturunternehmen an.
Fast 2500 Haushalte sollen versorgt werden
Was hat GlasfaserPlus aktuell in Schömberg vor? An den Plänen habe sich nichts geändert, antwortet Frank Griesel, Pressesprecher von GlasfaserPlus, auf Anfrage unserer Redaktion: „Wir planen weiterhin, rund 2480 Haushalte mit Glasfaser zu versorgen – und damit mit schnellem, stabilem und zukunftssicherem Internet.“
Im Februar war davon die Rede, dass die Bauarbeiten bereits im Mai beginnen sollen. Bislang hat sich aber nichts getan. „Der Baustart hat sich um wenige Wochen verschoben“, räumt Griesel ein.
„Solche kleineren zeitlichen Anpassungen sind bei Infrastrukturprojekten dieser Größenordnung nicht ungewöhnlich und haben keinen Einfluss auf den geplanten Gesamtumfang des Ausbaus“, versichert der Pressesprecher von GlasfaserPlus.
Wie sieht jetzt der Zeitplan aus? „Der Baustart ist aktuell für den 30. Juni vorgesehen. Wir freuen uns, dass es nun konkret losgeht“, so Griesel. Das Bauende sei voraussichtlich Ende 2026, Anfang 2027, sagte er auf Nachfrage unserer Redaktion.
Griesel betont, dass GlasfaserPlus den Breitbandausbau in Schömberg eigenwirtschaftlich, das heißt ohne Unterstützung von der öffentlichen Hand, stemmt. Die Höhe der Investition nannte Griesel nicht. Er sprach von einer „beträchtlichen Summe.“
Während der Ausbauphase ist der Hausanschluss kostenlos
Die Vermarktung durch die Telekom begann bereits Anfang des Jahres. Haben Hausbesitzer noch immer die Möglichkeit, Glasfaser für ihr Gebäude kostenfrei zu buchen? „Ja, selbstverständlich“, so Griesels Antwort: „Wir empfehlen, sich möglichst frühzeitig für einen Anschluss zu entscheiden. Während der Ausbauphase ist der Hausanschluss kostenfrei. Wer die Buchungsfrist verpasst, muss anschließend mit Hausanschlusskosten von rund 1000 Euro rechnen.“
Infoveranstaltung vor der Sommerpause
Vor der Sommerpause wird es eine Informationsveranstaltung für die Bevölkerung geben, bestätigen sowohl Stefanie Stocker, Pressesprecherin der Gemeinde Schömberg, als auch ihr Kollege Griesel von GlasfaserPlus. Dort würden die Bürger umfassend über die Vorteile von Glasfaser, den konkreten Ablauf des Ausbaus in Schömberg sowie die Buchungsmöglichkeiten informiert, teilte Griesel mit: „Ort und Termin werden rechtzeitig bekannt gegeben.“
Im Rathaus ist die Freude darüber groß, dass es mit dem Glasfaserausbau weiter vorangeht. „Die Gemeinde Schömberg begrüßt es, dass ein weiterer Ortsteil mit Glasfaser versorgt wird“, sagte Stocker im Gespräch mit unserer Redaktion.
Beim Internetanbieter freie Auswahl
Es bleibt für Schömberg beim Open-Access-Anschluss. Das bedeutet, dass Kunden frei wählen dürfen, welchen Internetanbieter sie über die Infrastruktur von GlasfaserPlus nutzen möchten, macht Griesel deutlich: „Wir stehen zu unserem Wort.“
Oberlengenhardt und Bieselsberg haben bereits Glasfaser. Könnten auch Langenbrand und Schwarzenberg schnelles Internet bekommen? Da hat sich seit Februar nichts geändert.
„Aktuell konzentrieren wir uns auf den Ausbau im Kernort Schömberg“, so Griesel zurückhaltend: „Grundsätzlich prüfen wir fortlaufend weitere Ausbaumöglichkeiten, können zum jetzigen Zeitpunkt aber noch keine konkreten Zusagen für weitere Ortsteile machen.“