In Calw werden ab 2025 Glasfaserleitungen verlegt. Foto: © Destina - stock.adobe.com

Das geben nun die Stadt Calw und die Deutsche GigaNetz GmbH (DGN) – die das Glasfasernetz ausbauen will – bekannt. Nach wie vor steht das jedoch nicht für alle Stadtgebiete fest. Noch gibt es zu viele unentschlossene Calwer – was den Baubeginn verzögert.

„Ich bin froh, dass wir jetzt den nächsten Schritt endlich gehen können und die Vorvermarktungsphase zumindest im Osten erfolgreich abgeschlossen werden konnte“, freut sich Oberbürgermeister (OB) Florian Kling. Damit meint er, dass dort inzwischen 35 Prozent der Haushalte zugesagt haben, sich am geplanten Glasfasernetz anschließen zu lassen.

 

Die Quote Zur Erklärung: Vor weit über einem Jahr taten sich die Stadt Calw mit der DGN, einem Telekommunikationsunternehmen, zusammen, mit dem Ziel, das Glasfasernetz auszubauen.

Die DGN will den rund 50 Millionen Euro teuren Ausbau auf eigene Kosten übernehmen. Wer mit dem Unternehmen einen Vertrag über Internet und Telefon abschließt, bekommt die Glasfaserleitung, inklusive dem Anschluss und Bau, umsonst. Letzterer ist üblicherweise nur für Kosten im vierstelligen Bereich zu haben. Damit sich dieser Ausbau für die DGN aber lohnt, müssen 35 Prozent der Haushalte in ganz Calw einen Vertrag mit der DGN abschließen.

Die Vermarktungsanstrengungen haben Früchte getragen

Und diese Quote ist laut DGN-Sprecherin Inken Gärtner im Stadtgebiet östlich der Nagold nun endlich erreicht. Die Verlängerung der Vermarktungsphase mit Infopoint, Plakaten und Hausbesuchen hat also Früchte getragen.

Im Calwer Westen sieht es noch anders aus: „In Calw-West liegt aktuell die Quote bei 29 Prozent. Der positive Nachfragetrend der letzten Wochen stimmt uns sehr zuversichtlich“, so die Sprecherin.

Das ist ein Plus von vier Prozent seit Mai, damals waren nur 26 Prozent der Haushalte mit im Boot.

„Es ist schade, dass die Vermarktung im Westen noch nicht so einen durchschlagenden Erfolg hatte. Das bedeutet aber nicht, dass wir hier ruhen werden oder der Ausbau nicht kommt. Gemeinsam mit der Stadt wird die DGN den Westen nun stärker bewerben und Unentschlossene überzeugen mitzumachen“ sagt der OB.

OB Kling: Zu gigabitfähigem Internet gibt es keine Alternative

Keine Alternative Aus seiner Sicht sei der Glasfaserausbau für den Calwer Westen sogar als Standortvorteil noch wichtiger als für den Osten. Er könne verstehen, dass es Zweifler gibt, die noch zögern, aber es gebe zum gigabitfähigen Internet keine Alternative, „weshalb ich hier auch nicht aufgeben werde“, so der OB weiter. „Die jungen Menschen, Unternehmen und spätere Generationen werden es uns nicht verzeihen, wenn wir z.B. Wimberg oder Altburg nicht erschließen und diese damit abgehängt werden.“

Weiße Flecken Damit das nicht passiert, möchte die Stadt die Investition der DGN ergänzen und versucht eine Förderung für die Randlagen Calws zu erhalten. Die notwendigen Förderanträge für den Calwer Westen seien gestellt und eingereicht, so der OB. Der Westen sei, weil er so reich an „weißen Flecken“ ist, besonders für die Förderung geeignet, sagt er.

Wenn es eine Förderung gibt, würde die DGN ihr geplantes Ausbaugebiet im Calwer Westen erweitern können. Alle dann nicht erschlossenen Lücken seien dann grundsätzlich förderfähig. Eine Randlage, die derzeit noch nicht im Ausbaugebiet der DGN war, ist etwa der Spindlershof, der, erklärt Kling, „aus unserer Sicht aber dringend Glasfaser benötigt“.

Randlagen sind für die DGN unwirtschaftlich, darum braucht es eine Förderung

Unwirtschaftlich Doch warum waren die Randgebiete zunächst nicht im Ausbauplan der DGN vorgesehen? „Fördermittel für ‚Randlagen‘ sind von entscheidender Bedeutung, da diese Gebiete, insbesondere Aussiedlerhöfe, aufgrund ihrer abgelegenen Lage oft nicht eigenwirtschaftlich erschlossen werden können“, sagt DGN-Sprecherin Gärtner zunächst. Zwar betreibe die DGN eigenwirtschaftlichen Ausbau, jedoch bleibe der Ausbau von Randlagen aufgrund der hohen Erschließungskosten und mangelnder Wirtschaftlichkeit „wirtschaftlich unattraktiv und schwer realisierbar“, erklärt sie weiter.

Bei „Ausschluss der Förderung wird die Deutsche GigaNetz gemeinsam mit der Stadt über Lösungen sprechen“, so die Sprecherin außerdem. Der OB jedoch gibt sich in Bezug auf die Förderung zuversichtlich, erklärt er gegenüber unserer Redaktion.

Baubeginn Aufgrund der noch zögerlichen West-Calwer wird ein neuer Ausbau-Beginn für das Glasfasernetz genannt. Im Mai ging man noch von Ende dieses Jahres aus. Inzwischen rechnet die DGN damit in der „Mitte des ersten Halbjahres 2025. In der Regel erstreckt sich der Bau über mehrere Phasen und wird rund zwei Jahre dauern“, so Gärtner.

OB Kling sieht den Ausbau in Abschnitten, der von Osten aus beginne, als Chance. Das schaffe Zeit, im Westen weitere Vorverträge abzuschließen. „Ich kann an alle Bewohner nur appellieren und bitten, diese Chance nicht an ihnen vorbeiziehen zu lassen, denn billiger wird es nicht mehr (auch nicht mit der Förderung)“, so Kling.