Mehr als die Hälfte der Gebäude in Pfalzgrafenweiler sind am Glasfaserleerrohrnetz angeschlossen.
Den aktuellen Stand des Breitbandausbaus in Pfalzgrafenweilern präsentierte Hauptamtsleiter Marco Kaupp in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats Pfalzgrafenweiler.
Gezeigt wurden Karten vom Kernort und den Ortsteilen, auf denen die bereits bestehenden Glasfaserhausanschlüsse farbig gekennzeichnet waren. Insgesamt konnten durch den Eigenausbau des Glasfasernetzes in der Gesamtgemeinde bisher etwa 52 Prozent der Gebäude an das Glasfaserleerrohrnetz angeschlossen werden. Allerdings wurde noch nicht alles fertiggestellt.
Laut der präsentierten Übersicht sind 1009 Gebäude von insgesamt 2087, also 48,3 Prozent, in der Gesamtgemeinde aktuell noch ohne Anschluss, während mehr als die Hälfte bereits mit Glasfaserhausanschluss, Mikrohausanschluss oder Mikroring ausgestattet sind.
Ergänzendes System
Ergänzend wurde ein weitreichendes Leerrohrsystem mit aufgebaut, das die Gemeinde vermieten könne. Die Mitverlegung von Breitband und Leerrohren erfolgte im Rahmen des Nahwärmeausbaus der Weiler Wärme eG. Das von der Bundesregierung angestrebte Ziel, jedes Gebäude ans Netz zu nehmen, werde – nüchtern betrachtet – nicht erreichbar sein.
Kaupp sprach von einer Fördersumme in Höhe von 2,3 Millionen Euro, wovon die Gemeinde bisher fast zwei Millionen erhalten habe. 13 Millionen Euro wurden für den Breitbandausbau an Mitteln angemeldet, und nach aktuellem Stand etwa die Hälfte davon dafür ausgegeben, informierte der Hauptamtsleiter.
2022 wurde die Firma Telsakom als bisheriger Netzbetreiber von der Firma Stiegeler übernommen. Der Netzbetriebsvertrag mit der Firma Telsakom lief bis zum Jahresende 2024. Bei der Ausschreibung zum Netzbetrieb des Landkreises Freudenstadt, an der sich die Gemeinde Pfalzgrafenweiler beteiligte, erfolgte die Vergabe ebenfalls an die Firma Stiegeler.
Infoveranstaltungen geplant
Kompaktnet wurde aufgelöst und die von dort ausgeführten Aufgaben werden durch die OEW Breitband, eine Tochter der Netze BW, übernommen. Über OEW Breitband erfolge künftig auch die Pachtabrechnung. Für Pachteinnahmen, so Kaupp, müssen die Hausanschlüsse fertiggestellt sein. Informationsveranstaltungen, um die Hausanschlüsse ans Netz zu nehmen, sind zunächst in den Ortsteilen Durrweiler und Herzogweiler geplant. In Bösingen und Edelweiler werden Informationsveranstaltungen stattfinden, sobald die Ortszentralen installiert sind.
Aufgrund der weitgehend guten Erfahrungen mit der Mitverlegung von Glasfaser beim Nahwärmeausbau durch die Weiler Wärme oder beim Straßenausbau schlug die Verwaltung vor, an diesem Modell festzuhalten und, so Bürgermeister Dieter Bischoff, Synergieeffekte zu nutzen.
Zu den Kosten für einen Hausanschluss nannte Kaupp 400 Euro netto für ein Einfamilienhaus, sofern innerhalb von zwei Jahren angeschlossen werde. Siegfried Neub (CDU) plädierte für ein gutes Vertriebskonzept zusammen mit der Firma Stiegeler, um möglichst viele Hausanschlüsse zu generieren. Der Gemeinderat nahm die Ausführungen zum aktuellen Stand des Breitbandausbaus zur Kenntnis.