Das Team von Kinderkrippe und Kindergarten mit Einrichtungsleiterin Philomena Krenhardt (links) fühlt sich in den neuen Räumen wohl. Foto: Sannert

Ganze zwei Monate hat es gedauert, bis die "Kinderarche" in Dornstetten saniert war und das elfköpfige Erzieherteam samt Krippen- und Kindergartenkindern wieder einziehen konnte. Mit einem Festakt und anschließendem Laternenlauf wurde am Martinstag gefeiert.

Dornstetten - "Für die Kirchengemeinde ist es ein besonderer Tag, ein Tag, der von uns lange ersehnt war, und der mit viel Vorarbeit verbunden war – ein Tag, der gefeiert werden sollte." Mit diesen Worten hieß Pfarrer Timo Stahl die kleine Gästeschar, die zur Einweihungsfeier gekommen war, willkommen. Coronabedingt waren nur wenige Gäste eingeladen – Vertreter der Stadtverwaltung, von Gemeinde- und Kirchengemeinderat, Bauausschuss, Elternbeirat, Kirchenpflegerin, Architektin und neben der aktuellen Kindergartenleitung samt Team auch deren Vorgängerin.

Die Grußworte wurden im Freien gehalten, und es galten die 3G-Regel sowie Maskenpflicht.

Erste Gespräche bereits im Jahr 2018

Timo Stahl blickte auf die mehr als 50-jährige Geschichte des Kindergartens in der Goethestraße zurück, in der es immer wieder konzeptionelle Änderungen, wie die Aufnahme einer Kinderkrippe, gegeben habe. "Aber das Gebäude blieb", sagte Stahl und betonte: "Es musste dringend was gemacht werden."

Architektin Seija Barth sprach von einem schleppenden Anfang. Erste Gespräche mit ihr hatte es bereits 2018 gegeben, doch die Planung dauerte. 2020 sollten die Sanierungsarbeiten starten. Los ging es aber erst 2021 – dann aber mit immensem Tempo.

Erste Arbeiten bereits im Frühjahr erledigt

Die Arbeiten am Haupteingang waren bereits im Frühjahr erledigt worden. In den Sommermonaten wurde das Gebäude energetisch saniert – mit einem neuen Dach, einer teilweise neuen Dämmung, mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach und neuen Fenstern und Türen im Erdgeschoss versehen.

Im gesamten Gebäude wurden die Elektrik erneuert, das angrenzende Betondach saniert und nach einem Wanddurchbruch zum ehemaligen Heizöllagerraum der Essensraum vergrößert. Die Architektin freute sich, dass der Zeitplan eingehalten und die geplanten Kosten von 728 000 Euro sogar unterschritten wurden, obwohl mehr gemacht wurde als geplant. Dank sagte sie allen Beteiligten für "das tolle, respektvolle Miteinander". Stets hätten alle an einem Strick gezogen.

Verschiebung als Glücksfall

"Es ist alles ganz toll geworden", schwärmte die zweite Vorsitzende des evangelischen Kirchengemeinderats, Martina Weisser, die sich, wie viele andere Gäste, die sanierten Räume vor dem Festakt angeschaut hatte. "Wir hoffen, dass sich die Kinder wohlfühlen und nun die Umgebung haben, um sich gut zu entwickeln." Dass sich die Maßnahme um ein Jahr verschoben hatte, bezeichnete sie ebenso als Glücksfall wie die Leiterin der "Kinderarche", Philomena Krenhardt. So konnte auf eine Containerlösung verzichtet und der alte Kindergarten in Hallwangen übergangsweise genutzt werden.

Für die zehn Erzieherinnen und einen Erzieher sei das Jahr eine einzige Herausforderung gewesen, blickte Krenhardt zurück. 120 Umzugskisten galt es zu packen, im Johannes-Brenz-Haus für die zweiwöchige Notbetreuung während der Sommerferien teilweise auszupacken, um schließlich alles nach Hallwangen zu schaffen.

Erste Kalkulation mit 200 000 Euro

Doch jetzt sei das Team stolz auf die neuen Räume, die mit Hilfe der Eltern termingerecht eingerichtet werden konnten. "Wir fühlen uns wohl und die Kinder fühlen sich auch wohl", machte Krenhardt deutlich. "Es war am Anfang niemandem bewusst, wie groß das Projekt werden würde", so Bürgermeister Bernhard Haas.

Anfangs sei die Stadt von 210 000 Euro ausgegangen. 2020 waren es bereits 700 000 Euro. Schließlich habe man sich noch dazu entschieden, den Essensraum zu vergrößern und eine zentrale Lüftungsanlage einzubauen. Und neue Einbauschränke gab es obendrauf. Haas lobte die gute Zusammenarbeit zwischen Kindergarten, der evangelischen Kirchengemeinde und der Stadt, dank der alles gut geklappt habe.

Am Ende wurden viele Geschenke ausgetauscht und reichlich Lob verteilt: An die Architektin, die auf ihren Sommerurlaub verzichtet hatte, an alle Handwerker und Helfer, und Kirchenpflegerin Christiane Brandt, der Koordinatorin des Sanierungsprojekts. Nach dem Festakt waren alle zu Imbiss und Gesprächen eingeladen. Kinder und Eltern machten sich derweil mit Laternen auf den Weg, um das Martinsfest zu feiern.